- Die US-Inflation fiel im Juni auf 3,5% im Jahresvergleich und lag damit deutlich unter den Erwartungen. Das stützte Aktienmärkte und den Euro.
- Die Wall Street profitiert von den Inflationsdaten und starken Bankbilanzen, während der Technologiesektor durch den Kurseinbruch der IBM-Aktie belastet wird.
- Geopolitische Spannungen im Nahen Osten bleiben ein bedeutender Risikofaktor für Energiepreise und die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten.
- Die US-Inflation fiel im Juni auf 3,5% im Jahresvergleich und lag damit deutlich unter den Erwartungen. Das stützte Aktienmärkte und den Euro.
- Die Wall Street profitiert von den Inflationsdaten und starken Bankbilanzen, während der Technologiesektor durch den Kurseinbruch der IBM-Aktie belastet wird.
- Geopolitische Spannungen im Nahen Osten bleiben ein bedeutender Risikofaktor für Energiepreise und die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten.
Die Börse heute steht ganz im Zeichen einer positiven Inflationsüberraschung aus den USA. Die Verbraucherpreise sind im Juni deutlich stärker gefallen als von Analysten erwartet und nähren Hoffnungen auf eine weniger restriktive Geldpolitik der US-Notenbank. Während Aktienmärkte weltweit zulegen und der Euro gegenüber dem US-Dollar aufwertet, bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten ein Risikofaktor. Gleichzeitig sorgt der massive Kurseinbruch der IBM-Aktie für Druck im Technologiesektor.
US-Inflation fällt stärker als erwartet
Im Mittelpunkt der Börse Aktuell stand die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für Juni.
Die wichtigsten Daten im Überblick:
- Die Inflation sank auf 3,5% im Jahresvergleich nach zuvor 4,2%. Erwartet worden waren 3,8%.
- Im Monatsvergleich fielen die Verbraucherpreise um 0,4% - der stärkste monatliche Rückgang seit 2020.
- Die Kerninflation ging auf 2,6% im Jahresvergleich zurück, nachdem sie zuvor bei 2,9% gelegen hatte. Auch dieser Wert lag unter den Erwartungen.
Die Daten stärkten die Erwartung, dass der Inflationsdruck in den USA weiter nachlässt und der Spielraum für eine lockerere Geldpolitik mittelfristig zunimmt.
Kevin Warsh setzt auf neue Kommunikation der Fed
Während seiner Anhörung vor dem US-Kongress stellte Fed-Chef Kevin Warsh seine Pläne für eine grundlegende Neuausrichtung der Kommunikation der US-Notenbank vor.
Dabei betonte Warsh:
- Die Rückkehr der Inflation zum 2%-Ziel bleibe oberste Priorität.
- Die Inflation liege inzwischen seit mehr als 60 Monaten oberhalb des Zielwertes.
- Die Juni-Daten seien zwar erfreulich, der Kampf gegen die Inflation sei jedoch noch nicht beendet.
- Künftig sollen Inflation, Arbeitsmarkt und Wirtschaftsentwicklung stärker im Gesamtzusammenhang bewertet werden.
Auffällig war allerdings, dass Warsh diesmal auf deutlich restriktivere Aussagen zu weiteren Zinsschritten verzichtete, wodurch seine geldpolitische Haltung weniger eindeutig wirkte als zuletzt.
EURUSD profitiert von schwachen Inflationsdaten
Am Devisenmarkt reagierte der Euro unmittelbar auf die Inflationszahlen. Das Währungspaar EURUSD stieg zunächst um rund 50 Pips bis in den Bereich von 1,1400. Im Verlauf der Anhörung von Kevin Warsh wurden Teile dieser Gewinne jedoch wieder abgegeben.
Nahost bleibt Inflationsrisiko
Trotz der positiven Inflationsdaten beobachten Anleger die geopolitische Entwicklung weiterhin aufmerksam.
Die wichtigsten Entwicklungen:
- Die USA führten ihren dritten aufeinanderfolgenden Raketenangriff gegen iranische Einrichtungen durch.
- Ziel war es, die iranischen Angriffsmöglichkeiten im Persischen Golf einzuschränken.
- Donald Trump erklärte, die Straße von Hormus bleibe geöffnet und die USA würden deren Sicherheit gewährleisten.
- Gleichzeitig nahm Trump Abstand von einer zuvor diskutierten 20%-Gebühr für Sicherheitsgarantien und kündigte stattdessen neue Investitionen sowie Handelsabkommen mit den Golfstaaten an.
Die Ereignisse halten das Risiko steigender Energiepreise weiterhin hoch.
Öl, Gold und Kakao im Fokus
An den Rohstoffmärkten kam es nach den kräftigen Anstiegen der vergangenen Tage zu ersten Gewinnmitnahmen.
Ölpreise geben nach
- Brent erreichte zwischenzeitlich 87,50 US-Dollar je Barrel und korrigierte anschließend auf etwa 85 US-Dollar.
- WTI stieg bis auf 81,50 US-Dollar, bevor der Preis wieder in Richtung 79 US-Dollar fiel.
Gold bleibt gefragt
Der Goldpreis konnte sich kräftig erholen und gewann nahezu 100 US-Dollar je Feinunze. Aktuell notiert das Edelmetall wieder bei rund 4.060 US-Dollar.
Unterstützend wirken:
- nachlassende Inflationssorgen,
- das hohe US-Haushaltsdefizit,
- eine weiterhin starke Nachfrage institutioneller Investoren.
Kakao nähert sich erneut der 6.000-Dollar-Marke
Auch Kakao setzt seine Erholung fort. Anleger blicken bereits auf die Verarbeitungsdaten, die am Donnerstag veröffentlicht werden und erneut Hinweise auf die weltweite Nachfrage liefern dürften.
Börse Heute: Wall Street legt deutlich zu
Die sinkende Inflation sorgte für eine klare Verbesserung der Marktstimmung.
Vorbörslich entwickeln sich die US-Indizes wie folgt:
- S&P 500 Futures steigen um mehr als 0,4%.
- Nasdaq Futures gewinnen rund 1,3%.
Damit liegt:
- der Nasdaq nur noch rund 3% unter seinem Rekordhoch,
- der S&P 500 lediglich etwa 0,5% unter seinem Allzeithoch.
Auch Europas Börsen präsentierten sich freundlich. Die wichtigsten Indizes legten zwischen 0,3% und 0,6% zu. Besonders stark entwickelte sich der polnische WIG20 mit einem Plus von rund 1%.
Quartalszahlen: Banken überzeugen, IBM schockiert Anleger
Die Berichtssaison an der Wall Street begann überwiegend positiv.
Goldman Sachs überzeugt
Die Aktie von Goldman Sachs steigt um knapp 8%, nachdem die Bank:
- die Gewinnerwartungen beim Gewinn je Aktie um rund 45% übertraf,
- einen Umsatz von über 20 Mrd. US-Dollar erzielte.
Weitere US-Banken liefern starke Zahlen
Auch JPMorgan, Bank of America und Wells Fargo präsentierten Ergebnisse oberhalb der Markterwartungen.
Besonders positiv bewertet wurden:
- robuste Handelsgeschäfte,
- eine starke Entwicklung im Investment Banking,
- stabile Kreditnachfrage.
Bank of America meldete zudem Rekordeinnahmen im Aktienhandel. JPMorgan überzeugte zwar operativ, belastete jedoch mit einem vorsichtigeren Ausblick auf die Kostenentwicklung.
IBM sorgt für Schock im Technologiesektor
Deutlich negativer fiel die Reaktion auf die vorläufigen Quartalszahlen von IBM aus.
Das Unternehmen meldete:
- Umsatz: 17,2 Mrd. US-Dollar (Prognose: 17,8 Mrd. US-Dollar)
- Gewinn je Aktie: 2,93 US-Dollar (Konsens: 3,00 US-Dollar)
Die Folge:
- Die IBM-Aktie verlor rund 25% und verzeichnete damit den stärksten Tagesverlust seit dem Platzen der Dotcom-Blase.
IBM erklärte, dass Unternehmenskunden ihre Softwareausgaben deutlich reduzieren. Diese Aussage belastete den gesamten Technologiesektor.
Unter Druck gerieten unter anderem:
- Microsoft
- Accenture
- Cognizant
- ServiceNow
- Salesforce
- Workday
- Adobe
Die Kursverluste bewegten sich je nach Unternehmen zwischen 3% und 8%.
Experten Fazit: Börse Aktuell
Die Börse heute wird von einer deutlich schwächeren US-Inflation dominiert. Die Daten stärken die Hoffnung auf eine künftig weniger restriktive Geldpolitik und sorgen weltweit für steigende Aktienkurse. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten ein Unsicherheitsfaktor. Auf Unternehmensebene zeigt sich zum Start der Berichtssaison ein gemischtes Bild: Während große US-Banken mit starken Quartalszahlen überzeugen, löst IBM mit einer Gewinnwarnung und schwachen Geschäftszahlen erhebliche Sorgen über die Entwicklung des Softwaresektors aus.
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FAQ zur Börse Heute
Warum reagieren die Aktienmärkte so positiv auf die US-Inflation?
Die niedriger als erwartete Inflation erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank künftig weniger restriktiv agiert. Niedrigere Zinserwartungen unterstützen insbesondere Aktienbewertungen.
Warum ist die IBM-Aktie so stark eingebrochen?
IBM enttäuschte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn. Zusätzlich warnte das Unternehmen vor einer schwächeren Nachfrage nach Software, was Sorgen über die gesamte Branche auslöste.
Welche Märkte profitieren aktuell am stärksten?
Vor allem Technologieaktien und US-Indizes wie der Nasdaq profitieren von den sinkenden Zinserwartungen. Gleichzeitig konnten auch europäische Aktienmärkte moderat zulegen.
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