14:00 · 7. August 2026

Dollar und Nasdaq vor Bewährungsprobe

Dollar Aktuell & Nasdaq Prognose: NFP im Fokus
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Dollar aktuell: Schwächere US-Arbeitsmarktdaten könnten die Erwartungen an weitere Fed-Zinserhöhungen reduzieren und den US-Dollar belasten.
  • Nasdaq Prognose: Moderat schwache NFP könnten Technologieaktien über sinkende Zinserwartungen unterstützen. Extrem schwache Daten würden dagegen Rezessionssorgen verstärken.
  • Entscheidend sind nicht nur die NFP: Lohnwachstum, Arbeitslosenquote und Revisionen der vergangenen Monate könnten für die Marktreaktion mindestens ebenso wichtig sein wie die Schlagzeilenzahl.

Nach der Fed-Sitzung im Juli, die weder eine Zinserhöhung noch größere Klarheit über den künftigen Kurs der US-Notenbank brachte, sind die am Markt eingepreisten Erwartungen an weitere Zinserhöhungen deutlich gesunken. Für den Dollar aktuell bedeutet das Gegenwind, während der Aktienmarkt und insbesondere zinssensitive Technologiewerte profitieren konnten. Damit rücken die heutigen US-Arbeitsmarktdaten auch für die Nasdaq Prognose in den Mittelpunkt.

Anleger scheinen zunehmend daran zu zweifeln, dass die restriktive Kommunikation des neuen Fed-Vorsitzenden tatsächlich von konkreten Maßnahmen begleitet wird. Fast genau vor einem Jahr stellte sich Warsh öffentlich auf die Seite von Donald Trump und erklärte bei FOX News, die Kritik des Präsidenten an Powells Geldpolitik sei gerechtfertigt. Damals kritisierte er die Fed dafür, die Zinsen zu langsam zu senken und sich zu stark auf rückwärtsgerichtete Wirtschaftsdaten zu konzentrieren.

Da die Fed sowohl Preisstabilität als auch maximale Beschäftigung gewährleisten soll, könnten Anzeichen einer Abkühlung am US-Arbeitsmarkt zu einer weiteren dovishen Anpassung des erwarteten Zinspfads führen. Das könnte den US-Dollar zusätzlich belasten und gleichzeitig die Nasdaq Prognose stützen. Allerdings haben die US-Arbeitsmarktdaten in den vergangenen Jahren häufig positiv überrascht. Die NFP-Schlagzeilenzahl, also die Veränderung der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft, übertraf in 35 der vergangenen 50 Monate die Markterwartungen. Was ist also von den heutigen Zahlen zu erwarten? Entscheidend ist zunächst, was wir bereits über den Zustand des US-Arbeitsmarktes wissen.

US-Arbeitsmarkt: Was die jüngsten Daten zeigen

NFP: Beschäftigungswachstum verliert an Dynamik

Im Juni stieg die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft lediglich um 49.000. Damit lag der Wert deutlich unter der Prognose von 107.000 neuen Stellen. Zusätzlich wurden die Zahlen der beiden vorangegangenen Monate insgesamt um 74.000 Stellen nach unten revidiert. Der Dreimonatsdurchschnitt blieb aufgrund der stärkeren Daten aus April und Mai mit rund 111.000 neuen Stellen allerdings auf einem soliden Niveau. Der schwache Juni-Wert allein muss daher noch keine deutliche Abkühlung des US-Arbeitsmarktes signalisieren.

Abbildung 1: NFP und ISM Employment PMI Component (2020-2026)

Quelle: XTB Research, 07.08.2026

Für den Dollar aktuell ist insbesondere entscheidend, ob sich die Schwäche des Juni-Berichts im Juli bestätigt. Eine weitere deutliche Enttäuschung könnte die Erwartungen an eine weniger restriktive Fed verstärken.

ADP-Bericht enttäuscht erneut

Die ADP-Daten für Juli fielen erneut schwächer als erwartet aus. Demnach entstanden lediglich 44.000 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig wurde der Juni-Wert auf 95.000 nach unten revidiert. Die Zahlen liefern damit wenig Anlass für Optimismus.

Auffällig ist vor allem die zunehmende Divergenz zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen:

  • Im Dienstleistungssektor entstanden 47.000 neue Stellen, während die Beschäftigung im produzierenden Gewerbe um 3.000 zurückging.
  • Bildung und Gesundheitswesen bleiben mit einem Plus von 36.000 Stellen eine wichtige Stütze des Arbeitsmarktes.
  • Auch der Finanzsektor mit +10.000 und Unternehmensdienstleistungen mit +9.000 Stellen entwickelten sich solide.
  • Deutlich schwächer präsentieren sich dagegen Branchen, die zuvor wichtige Beschäftigungstreiber waren. Freizeit und Gastronomie bauten trotz der von den USA mit ausgerichteten Fußball-Weltmeisterschaft 11.000 Stellen ab.
  • Einzelhandel und Logistik verloren zusammen 8.000 Arbeitsplätze.

Lohnentwicklung bleibt für die Fed entscheidend

Besonders interessant ist die Entwicklung der Löhne. Bei Arbeitnehmern, die in ihrer bisherigen Position blieben, stabilisierte sich das Lohnwachstum bei 4,4% im Jahresvergleich. Die höchsten Zuwächse verzeichneten Beschäftigte im Finanzsektor mit 5,2% sowie im verarbeitenden Gewerbe mit 5,0%. Gleichzeitig zeigen sich deutliche Unterschiede nach Unternehmensgröße. Kleinstunternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten erhöhten die Löhne lediglich um 2,4%, während mittelgroße und große Unternehmen Zuwächse von rund 4,7% verzeichneten.

Bemerkenswert ist außerdem die Entwicklung bei Arbeitnehmern, die ihren Arbeitsplatz wechselten. Hier beschleunigte sich das Lohnwachstum auf 7,0% und erreichte damit den höchsten Stand seit August 2025. Insgesamt verlangsamt sich die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Das Bild passt bislang jedoch eher zu einem „Soft Landing“ als zu einem abrupten Einbruch des Arbeitsmarktes. In vielen Branchen dauert die Jobsuche inzwischen länger. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit ist auf 26 Wochen gestiegen. Gleichzeitig haben Arbeitgeber in wichtigen Bereichen weiterhin Schwierigkeiten, geeignete Fachkräfte zu finden.

JOLTS bestätigt „Low Hire, Low Fire“

Die JOLTS-Daten erscheinen mit einem Monat Verzögerung und liefern deshalb ein weniger aktuelles Bild als andere Arbeitsmarktindikatoren. Gerade in einem Umfeld dynamischer geopolitischer Veränderungen und volatiler Energiepreise sollte diese Verzögerung berücksichtigt werden. Dennoch passen die Juni-Zahlen zum bereits seit mehreren Monaten erkennbaren Muster geringer Neueinstellungen bei gleichzeitig wenigen Entlassungen. 

Die Entlassungsquote verharrte bei sehr niedrigen 1,1%. Auch die Quote freiwilliger Kündigungen blieb mit 2% niedrig. Der US-Arbeitsmarkt befindet sich damit weiterhin in einem Zustand, der sich als „Low Hire, Low Fire“ beschreiben lässt: Unternehmen stellen vorsichtiger ein, sehen bislang aber auch keinen Anlass für umfassende Entlassungen.

Arbeitslosenanträge bleiben überraschend niedrig

Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung lagen zuletzt bei lediglich 199.000. Durch den erneut niedrigen Wert sank auch der gleitende Vierwochendurchschnitt unter die Marke von 200.000. Bemerkenswert ist zudem, dass die Erstanträge zwei Wochen zuvor auf den niedrigsten Stand seit 1969 gefallen waren. Diese Entwicklung steht teilweise im Gegensatz zu den schwächeren NFP- und ADP-Zahlen. Der Arbeitsmarkt verliert offenbar an Dynamik, zeigt bislang aber keine typischen Anzeichen einer abrupten Verschlechterung.

Dollar aktuell: Diese US-Arbeitsmarktdaten sind heute entscheidend

Im Mittelpunkt steht zunächst die Veränderung der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft. Der Marktkonsens erwartet rund 80.000 neue Stellen.

Darüber hinaus dürften Anleger vor allem auf drei Faktoren achten:

  • mögliche Revisionen der Beschäftigungsdaten der vergangenen zwei Monate,
  • die Arbeitslosenquote mit einer Konsensprognose von 4,2%,
  • das Lohnwachstum mit erwarteten 3,5% im Jahresvergleich und 0,3% im Monatsvergleich.

Gerade die Lohnentwicklung könnte angesichts der weiterhin erhöhten Inflationsrisiken besonders wichtig werden. Bei einer Inflation von 3,5% und einer Kernrate von 2,6% bleibt der Preisdruck ein zentrales Thema für die Fed.

Der Konsens erwartet ein Lohnwachstum von rund 3,5% im Jahresvergleich. Damit würden die Einkommen real betrachtet kaum noch steigen.

Abbildung 2: US-VPI-Inflation und Lohnwachstum (2007-2026)

Quelle: XTB Research, 07.08.2026

Dollar Prognose: Schwache NFP könnten den US-Dollar belasten

Für die Entwicklung des Dollar aktuell dürfte vor allem entscheidend sein, ob die Arbeitsmarktdaten die Erwartungen an den zukünftigen Fed-Zinspfad verändern. Fallen NFP, Löhne oder Arbeitslosenquote schwächer aus als erwartet, könnte der Markt verstärkt auf eine weniger restriktive Geldpolitik setzen. Sinkende Zinserwartungen reduzieren tendenziell die Attraktivität des US-Dollars gegenüber anderen Währungen. Gleichzeitig würden schwache Daten neue Sorgen über den Zustand des amerikanischen Konsumenten auslösen.

Der private Konsum wird zunehmend durch einen Rückgang der Ersparnisse finanziert. Die Sparquote ist inzwischen auf lediglich 3% gefallen. Gleichzeitig verteilt sich das Konsumwachstum äußerst ungleich. Beim einkommensstärksten Fünftel der US-Bevölkerung stieg der inflationsbereinigte Konsum im ersten Quartal um 3,8%. Bei den übrigen 80% der Bevölkerung stagnierte er mit einem Plus von lediglich 0,6% nahezu. Eine deutliche Arbeitsmarktabschwächung könnte diese Divergenz weiter verschärfen und damit die Wachstumsperspektiven der US-Wirtschaft belasten.

Nasdaq Prognose: Warum die NFP heute entscheidend werden könnten

Für die Nasdaq Prognose ergibt sich eine besondere Konstellation. Schwächere Arbeitsmarktdaten sind für Aktien nicht automatisch negativ. Sollten die NFP moderat unter den Erwartungen liegen, ohne gleichzeitig Rezessionsängste auszulösen, könnte der Markt verstärkt auf niedrigere US-Zinsen setzen. Sinkende Renditen am Anleihemarkt sind insbesondere für hoch bewertete Technologie- und Wachstumsunternehmen potenziell positiv.

Ein solches „Goldilocks“-Szenario könnte den Nasdaq entsprechend unterstützen. Sehr schwache Daten könnten dagegen problematisch werden. Sollten die Zahlen Zweifel an der Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft auslösen, könnte der positive Effekt sinkender Zinserwartungen durch zunehmende Wachstumssorgen überlagert werden. Auf der anderen Seite könnte ein überraschend starker Arbeitsmarkt die restriktivere Position innerhalb des FOMC bestätigen und die Argumente für weitere Zinserhöhungen stärken. Bleibt der Arbeitsmarkt im aktuellen „Low Hire, Low Fire“-Zustand, könnte sich die Fed stärker auf die weiterhin erhöhte Inflation konzentrieren. Für den Nasdaq wäre dies potenziell schwieriger, da länger hohe oder sogar weiter steigende Zinsen die Bewertungen insbesondere im Technologiesektor belasten könnten.

Dollar Aktuell und Nasdaq Prognose: Drei mögliche NFP-Szenarien

1. Arbeitsmarktdaten schwächer als erwartet

Eine moderate Enttäuschung dürfte die Erwartungen an weitere Zinserhöhungen reduzieren. Der US-Dollar könnte unter Druck geraten, während der Nasdaq von sinkenden Renditen profitieren könnte. Bei extrem schwachen Daten würde allerdings das Rezessionsrisiko stärker in den Vordergrund treten.

2. Daten weitgehend im Rahmen der Erwartungen

Ein Ergebnis rund um den Konsens von 80.000 neuen Stellen dürfte das bestehende „Low Hire, Low Fire“-Narrativ bestätigen. Entscheidend wären dann insbesondere Lohnwachstum, Arbeitslosenquote und Revisionen der vergangenen Monate.

3. Arbeitsmarkt deutlich stärker als erwartet

Ein überraschend starker Beschäftigungsbericht könnte die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen erhöhen. Das wäre grundsätzlich positiv für den US-Dollar, könnte aber gleichzeitig die Nasdaq Prognose belasten, wenn die Renditen am US-Anleihemarkt steigen.

 

 

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FAQ zu Dollar Aktuell und Nasdaq Prognose

Wie beeinflussen die NFP den Dollar aktuell?

Stärkere US-Arbeitsmarktdaten können Erwartungen an höhere oder länger erhöhte US-Zinsen verstärken und damit den Dollar unterstützen. Schwächere Daten können dagegen die Zinserwartungen reduzieren und den US-Dollar belasten.

Was bedeuten schwache NFP für die Nasdaq Prognose?

Moderat schwache NFP können für den Nasdaq positiv sein, wenn sie zu niedrigeren Zinserwartungen führen, ohne gleichzeitig Rezessionsängste auszulösen. Sehr schwache Arbeitsmarktdaten könnten dagegen Wachstumssorgen verstärken und Aktien belasten.

Welche NFP-Prognose erwartet der Markt?

Der Marktkonsens liegt bei rund 80.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Zusätzlich werden eine Arbeitslosenquote von 4,2% sowie ein Lohnwachstum von 3,5% im Jahresvergleich und 0,3% im Monatsvergleich erwartet.

Warum ist das Lohnwachstum für die Fed wichtig?

Ein hohes Lohnwachstum kann den Inflationsdruck insbesondere im Dienstleistungssektor aufrechterhalten. Deshalb beobachtet die Fed die Lohnentwicklung als wichtigen Indikator für die zukünftige Inflation und ihre Geldpolitik.

Sind starke Arbeitsmarktdaten gut oder schlecht für den Nasdaq?

Das hängt von der Stärke der Daten und der Reaktion des Anleihemarktes ab. Ein sehr robuster Arbeitsmarkt kann höhere Zinserwartungen und steigende Renditen auslösen, was insbesondere hoch bewertete Technologiewerte belasten kann.

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