13:53 · 7. August 2026

BÖRSE AKTUELL: Der Technologiesektor verhilft Europa zu neuen Rekordhöhen! Metalle setzen ihren Aufwärtstrend trotz eines stagnierenden US-Dollars fort (07.08.2026)

Börse aktuell: DAX steigt - Gold & Silber stark | Markt News
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • DAX und Stoxx 50 steigen: Technologieaktien wie SAP und Infineon führen die Kursgewinne an, während der Stoxx 50 ein neues Rekordhoch erreicht.
  • Gold und Silber gefragt: Gold steigt um 1,8%, Silber sogar um 4,6%, während Brent-Öl nach Berichten über mögliche Fortschritte rund um die Straße von Hormus deutlich fällt.
  • Deutsche Wirtschaftsdaten gemischt: Industrieproduktion und Exporte steigen im Monatsvergleich, gleichzeitig schrumpft der deutsche Handelsüberschuss.

Die europäischen Aktienmärkte zeigen sich heute freundlich. Der DAX gehört zu den stärksten Indizes, während der Stoxx 50 ein neues Rekordhoch erreicht. Rückenwind liefern vor allem Technologie- und Industriewerte sowie besser als erwartete Unternehmenszahlen. Gleichzeitig stehen in den aktuellen Markt News deutsche Konjunkturdaten, Aussagen aus den USA sowie deutliche Bewegungen bei Gold, Silber und Öl im Fokus.

Börse aktuell: Europäische Aktienmärkte auf Rekordkurs

Die Futures auf den europäischen Stoxx 50 steigen um 0,6% und haben heute bei 6.560 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Damit zeichnet sich die dritte Woche mit Kursgewinnen in Folge ab. Unterstützung liefern besser als erwartete Geschäftszahlen zahlreicher großer europäischer Unternehmen.

An der Spitze der europäischen Börsen steht Deutschland. Die DAX-Futures gewinnen 0,7%. Dahinter folgen der britische FTSE 100 und der Schweizer SMI mit jeweils 0,6%. Der niederländische AEX und der italienische FTSE MIB steigen jeweils um 0,4%. Der französische CAC 40 und der spanische IBEX 35 legen jeweils um 0,2% zu.

DAX aktuell: SAP, Infineon und Siemens treiben den Index

Die Kursgewinne im DAX werden insbesondere von Technologie- und Industriewerten getragen. SAP steigt um 3,9%, Infineon gewinnt 3% und Siemens erholt sich nach der Vorlage der Geschäftszahlen um 2,3%. Schwächer präsentieren sich dagegen die Automobilwerte. Daimler verliert 3,5%, Porsche gibt um 1% nach und Volkswagen fällt um 0,4%. Rheinmetall notiert 0,6% im Minus. Deutsche Telekom verliert 1,2% und gibt damit einen Teil der Kursgewinne nach den am Vortag veröffentlichten Geschäftszahlen wieder ab. 

Der Optimismus an Europas Börsen ist damit relativ breit abgestützt, die stärksten Impulse kommen allerdings aus dem Technologie- und Industriesektor. Quelle: XTB Research

Allianz übertrifft Gewinnerwartungen

Allianz erzielte im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 4,87 Milliarden Euro und übertraf damit die Markterwartungen von 4,58 Milliarden Euro. Der Versicherungskonzern bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr mit einem operativen Gewinn zwischen 16,4 und 18,4 Milliarden Euro. Gleichzeitig setzt Allianz sein Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 2,5 Milliarden Euro fort. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden davon bereits 1,4 Milliarden Euro umgesetzt. Beim Vermögensverwalter PIMCO erreichten die Nettozuflüsse von Drittmitteln 32 Milliarden Euro. Belastend wirkten allerdings Versicherungsergebnisse, die hinter den Erwartungen zurückblieben. Die Allianz-Aktie konnte einen Großteil ihrer anfänglichen Verluste aufholen und notiert zuletzt nur noch rund 0,3% tiefer.

Markt News: Fed-Aussagen und deutsche Konjunkturdaten im Fokus

Auch auf der makroökonomischen Seite gibt es heute wichtige Markt News. US-Präsident Donald Trump erklärte mit Blick auf Fed-Chef Kevin Warsh: „Kevin Warsh ist großartig und ich werde ihn nicht kritisieren.“ Der Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, Alberto Musalem, erklärte unterdessen, dass er bei der Juli-Sitzung eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bevorzugt hätte. Die Fed hatte den Leitzins unverändert in einer Spanne von 3,5% bis 3,75% belassen. Musalem argumentierte, frühzeitige und schrittweise Maßnahmen verursachten geringere wirtschaftliche Kosten und könnten verhindern, dass sich die Inflationserwartungen von ihrem Ziel lösen. Zudem müsse die Zentralbank bereit sein, die Märkte gegebenenfalls zu überraschen.

Deutsche Industrieproduktion steigt leicht

Die deutsche Industrieproduktion ist im Juni um 0,2% im Monatsvergleich gestiegen. Im Jahresvergleich ergibt sich dagegen ein Rückgang von 0,1%. Auf Dreimonatssicht erhöhte sich die Produktion um 0,7%. Zu den wichtigsten Wachstumstreibern gehörten die Automobilindustrie mit einem Plus von 3,6% sowie der sonstige Fahrzeugbau mit einem Anstieg von 8,4%. Belastend wirkten dagegen der Maschinenbau mit einem Minus von 3,9% und energieintensive Industriezweige mit einem Rückgang von 1,8%. Die Industrieproduktion ohne Energie und Bau stagnierte. 

Trotz der Erholung im Monatsvergleich bewegt sich die industrielle Entwicklung im Jahresvergleich damit weiterhin nahe der Stagnation. Quelle: XTB Research basierend auf Macrobond Daten

Deutsche Exporte erreichen Rekordwert

Deutschlands Exporte stiegen im Juni um 0,9% im Monatsvergleich auf den Rekordwert von 139,3 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Plus von 6,6%. Die Importe erhöhten sich mit 4,4% im Monatsvergleich allerdings wesentlich stärker und erreichten 123,9 Milliarden Euro. Dadurch verringerte sich der deutsche Handelsüberschuss von 19,3 Milliarden Euro im Mai auf 15,4 Milliarden Euro. Auffällig entwickelte sich der Handel mit den USA und China. Die deutschen Exporte in die USA brachen um 14,2% im Monatsvergleich ein, während die Importe aus China um 9,1% zunahmen.

Frankreichs Handelsdefizit steigt

Frankreichs Handelsdefizit weitete sich im zweiten Quartal 2026 auf 19,2 Milliarden Euro aus. Die Importe erhöhten sich um 5,5%, insbesondere aufgrund gestiegener Preise für Kohlenwasserstoffe infolge des Krieges im Iran. Die Exporte legten lediglich um 3,1% zu, wobei vor allem die Luft- und Raumfahrtindustrie für Wachstum sorgte. Trotz der Verschlechterung der Handelsbilanz konnte Frankreich seinen Anteil am Weltmarkt erhöhen.

Börse aktuell: Euro stabil vor US-Arbeitsmarktbericht

Am Devisenmarkt halten sich die Bewegungen vor der Veröffentlichung des wichtigen US-Arbeitsmarktberichts in Grenzen. Der US-Dollar-Index bewegt sich weitgehend seitwärts. Unter den G10-Währungen ist der Schweizer Franken heute die stärkste Währung, während das britische Pfund am schwächsten abschneidet. USD/JPY fällt um 0,1%, liegt jedoch weiterhin rund 2% über dem Tief, das nach der Intervention von Tokio und Washington erreicht wurde. EUR/USD steigt um 0,1% auf 1,1530. Technisch bewegt sich EUR/USD unmittelbar an seinem exponentiellen 100-Tage-Durchschnitt. Die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten könnte hier neue Impulse liefern.

EURUSD Prognose im Tageschart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 07.08.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance.  Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Markt News Rohstoffe: Öl fällt, Gold und Silber steigen

Besonders auffällig sind heute die Bewegungen an den Rohstoffmärkten. Die Brent-Öl-Futures verlieren 2,1% und fallen auf 81,80 US-Dollar je Barrel. Auslöser sind Berichte, wonach sich die USA, Iran und Oman einer Vereinbarung über eine vorübergehende Wiederöffnung der Straße von Hormus nähern. Während Öl unter Druck steht, setzt sich die Rally bei den Edelmetallen fort. Gold steigt trotz der geringen Schwankungen des US-Dollars um 1,8% auf 4.320 US-Dollar je Feinunze. Noch stärker entwickelt sich Silber. Der Silberpreis gewinnt 4,6% und erreicht mit 64,40 US-Dollar den höchsten Stand seit Ende Juni. Damit bleiben Edelmetalle ein zentraler Faktor für Anleger, während die Aussicht auf eine Entspannung rund um die Straße von Hormus den Ölpreis belastet.

Börse aktuell - Experten Fazit

Die Börse aktuell wird vor allem von steigenden europäischen Aktienmärkten, starken Technologieaktien und einer Rally bei Edelmetallen geprägt. Der DAX gehört mit einem Plus von rund 0,7% zu den stärksten europäischen Indizes, während der Stoxx 50 ein neues Rekordhoch markiert. Die deutschen Konjunkturdaten liefern dagegen ein gemischtes Bild. Industrieproduktion und Exporte steigen im Monatsvergleich, doch die Industrieproduktion liegt im Jahresvergleich leicht im Minus. Gleichzeitig schrumpft der Handelsüberschuss aufgrund kräftig steigender Importe. Für die weitere Entwicklung an den Märkten dürften insbesondere die US-Arbeitsmarktdaten, die Erwartungen an die Geldpolitik der Fed sowie die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten entscheidend sein.

 

 

FAQ zu Börse aktuell und Markt News

Wie entwickelt sich der DAX aktuell?

Der DAX steigt aktuell um rund 0,7%. Zu den wichtigsten Gewinnern gehören SAP, Infineon und Siemens. Schwächer entwickeln sich dagegen mehrere Automobilwerte sowie Deutsche Telekom und Rheinmetall.

Warum steigen die europäischen Börsen heute?

Die europäischen Aktienmärkte profitieren von besser als erwarteten Unternehmenszahlen und starken Technologie- und Industriewerten. Der Stoxx 50 erreichte dabei ein neues Rekordhoch bei 6.560 Punkten.

Warum steigt der Goldpreis heute?

Gold gewinnt rund 1,8% auf 4.320 US-Dollar je Feinunze. Die Edelmetalle setzen damit ihre jüngste Aufwärtsbewegung fort, obwohl der US-Dollar bislang nur geringe Schwankungen zeigt.

Warum fällt der Ölpreis heute?

Brent-Öl fällt um rund 2,1% auf 81,80 US-Dollar je Barrel. Hintergrund sind Berichte über Fortschritte bei Gesprächen zwischen den USA, Iran und Oman über eine vorübergehende Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Welche Markt News sind heute besonders wichtig?

Neben den Kursgewinnen beim DAX und dem Rekordhoch des Stoxx 50 stehen die deutschen Industrie- und Außenhandelsdaten, Aussagen zur US-Geldpolitik, der bevorstehende US-Arbeitsmarktbericht sowie die starken Bewegungen bei Gold, Silber und Öl im Fokus.

Jens Klatt

Marktanalyst bei XTB | Berlin

Jens Klatt ist seit über 20 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aufgrund seiner Erfahrung ist er ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen TV, z.B. bei ARD oder Welt.

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