Am Devisenmarkt hat sich in den vergangenen Stunden eine spürbare Trendwende abgezeichnet. Das Währungspaar EURUSD konnte sich nach vorherigen Verlusten deutlich erholen, nachdem der Kurs zwischenzeitlich unter die Marke von 1,16 gefallen war. Aktuell gewinnt der Euro rund 0,1 % gegenüber dem US-Dollar und notiert im Bereich von 1,1630.
►EURUSD WKN 965275 | ISIN EU0009652759 | Ticker: EUR/USD
Die jüngste Aufwärtsbewegung wird durch mehrere Faktoren gestützt: enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA, hawkishe Signale der Europäischen Zentralbank sowie neue geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten. Für Anleger bleibt die Lage im Forex Aktuell Umfeld besonders spannend.
Schwache US-Konjunkturdaten belasten den Dollar
Der wichtigste Belastungsfaktor für den US-Dollar waren die neuesten Makrodaten aus den Vereinigten Staaten. Diese sorgten für nachlassende Erwartungen an eine aggressive Geldpolitik der US-Notenbank Fed.
Quelle: Bloomberg Finance LP, XTB
US-BIP deutlich nach unten revidiert
Das US Bureau of Economic Analysis veröffentlichte die zweite Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal. Das Wachstum wurde von zuvor 2,0 % auf nur noch 1,6 % nach unten korrigiert. Analysten hatten erwartet, dass die vorherige Schätzung bestätigt wird.
Die schwächere Wachstumsdynamik deutet darauf hin, dass die US-Wirtschaft zunehmend an Momentum verliert.
Quelle: Bloomberg Finance LP
PCE-Inflation bleibt im Rahmen der Erwartungen
Der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, stieg im Jahresvergleich im April auf 3,8 % nach zuvor 3,5 %. Die Daten entsprachen jedoch exakt den Markterwartungen.
Auch die Kernrate des PCE-Index lag mit 3,3 % im Jahresvergleich im Konsens der Analysten. Im Monatsvergleich stieg die Kerninflation lediglich um 0,2 % und damit etwas schwächer als die erwarteten 0,3 %.
Die Tatsache, dass die Inflation trotz deutlich gestiegener Rohstoffpreise keine positive Überraschung lieferte, sorgte für Erleichterung an den Märkten. Gleichzeitig erhöht das schwächere Wachstum den Druck auf die Fed, bei möglichen Zinserhöhungen vorsichtiger vorzugehen.
Hawkishe EZB unterstützt den Euro
Während sich die US-Wirtschaft abkühlt, kommen aus Europa weiterhin unterstützende Signale für die Gemeinschaftswährung. Das veröffentlichte Protokoll der EZB-Sitzung vom April verdeutlichte, dass die Währungshüter steigende Inflationsrisiken in der Eurozone zunehmend kritisch sehen.
Die EZB-Mitglieder signalisierten, dass die Zinsen möglicherweise länger auf restriktivem Niveau bleiben müssen. Diese geldpolitische Divergenz zwischen einer potenziell vorsichtigeren Fed und einer weiterhin hawkishen EZB stärkte den Euro zusätzlich.
Aktuell preist der Markt eine Wahrscheinlichkeit von rund 93 % für eine weitere EZB-Zinserhöhung im Juni ein.
Geopolitik bleibt wichtiger Faktor im Forex Aktuell Umfeld
Neben den Konjunkturdaten richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte weiterhin auf die geopolitische Lage im Nahen Osten.
Die Ölpreise legten zeitweise deutlich zu, nachdem es erneut zu Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Persischen Golf gekommen war. Der WTI-Ölpreis stieg im europäischen Handel zeitweise um mehr als 3 %.
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch neue US-Sanktionen gegen eine iranische Institution, die Anspruch auf die Kontrolle über die Straße von Hormus erhoben hatte.
Gleichzeitig verbesserten Berichte über mögliche diplomatische Fortschritte die Marktstimmung. Laut dem saudischen Nachrichtensender Al Hadath soll Islamabad einen Kompromissvorschlag an Washington vorbereiten, wonach iranisches Uran unter internationaler Aufsicht nach China transferiert werden könnte.
Eine solche Entwicklung könnte die geopolitischen Risiken deutlich reduzieren und die Nachfrage nach sicheren Häfen wie dem US-Dollar abschwächen.
Technische Analyse und EURUSD Prognose
Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 28.05.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.
Aus technischer Sicht bleibt die Marke von 1,16 ein entscheidender Unterstützungsbereich. Die deutliche Gegenbewegung nach dem vorherigen Abverkauf spricht dafür, dass Käufer auf diesem Niveau aktiv bleiben.
Besonders auffällig ist der lange Schatten der jüngsten Tageskerze, der auf eine starke Verteidigung der Unterstützung hindeutet. Sollte sich die Erholung fortsetzen, könnte der EURUSD kurzfristig einen Test des 50%-Retracement-Niveaus anvisieren.
Die Kombination aus schwächeren US-Daten, einer weiterhin restriktiven EZB und möglichen geopolitischen Entspannungssignalen liefert derzeit eine solide Grundlage für eine stabilere Entwicklung des Euro gegenüber dem Dollar.
Für Anleger bleibt die EURUSD Prognose kurzfristig konstruktiv, während Forex Aktuell vor allem die nächsten US-Inflationsdaten sowie neue Aussagen der Fed und EZB im Fokus stehen.
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