- Dienstleistungs-Boom
- Klebrige Inflation
- Fabrikaufträge solide
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US-Konjunkturdaten überraschen: Dienstleister und Fabrikaufträge heizen Märkte an
Ein extrem starkes Datenpaket aus den USA sorgt an den Finanzmärkten für neuen Diskussionsstoff. Die Veröffentlichung der ISM-Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor sowie die neuen Fabrikaufträge haben die Erwartungen der Wall Street teils deutlich übertroffen. Für Investoren an der Börse Aktuell liefert dieser Makro-Bericht ein zweischneidiges Schwert: Die US-Wirtschaft präsentiert sich in einer beneidenswerten Verfassung, doch gleichzeitig steigen die Inflationsrisiken im Dienstleistungssektor. Das dämpft die Hoffnung auf schnelle Zinssenkungen durch die Federal Reserve massiv.
► EURUSD WKN: 965275 | ISIN: EU0009652759 | Ticker: EURUSD
Key Takeaways
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Dienstleistungs-Boom: Der ISM-Index für den Service-Sektor schießt überraschend stark auf 54,5 Punkte nach oben.
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Klebrige Inflation: Der Preiskomponenten-Index klettert auf 71,3 Zähler und signalisiert anhaltenden Preisdruck.
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Fabrikaufträge solide: Die Industrie-Aufträge wachsen im April um kräftige 4,8 % und schlagen die Prognosen.
US-Dienstleistungssektor schaltet überraschend den Turbo ein
Der wichtigste Impulsgeber an der Börse Aktuell war der ISM-Einkaufsmanagerindex für das nicht-verarbeitende Gewerbe. Der Leitindex stieg im Mai auf 54,5 Punkte und notiert damit deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Ökonomen hatten im Vorfeld lediglich mit einem minimalen Zuwachs auf 53,7 Punkte gerechnet, nach 53,6 Punkten im Vormonat. Diese Beschleunigung beweist eindrucksvoll, dass der größte und wichtigste Sektor der US-Wirtschaft nicht nur robust bleibt, sondern pfeilschnell expandiert.
Sorgenkind Inflation: Service-Preise verharren auf extrem hohem Niveau
Aus Sicht der Geldpolitik offenbarte der Bericht an der Börse Aktuell jedoch ein problematisches Detail. Der Teilindex für die von den Dienstleistern gezahlten Preise kletterte von 70,7 auf 71,3 Punkte. Ein solch hohes Niveau ist ein unmissverständliches Warnsignal für eine klebrige Inflation im Dienstleistungsbereich. Da diese Preiskomponente historisch weitaus hartnäckiger ist als die der Sachgüter, dürfte die Federal Reserve gezwungen sein, die restriktive Zinspolitik noch deutlich länger als erhofft fortzusetzen.
Fundamentale Stärke: Rekord bei den Neuaufträgen treibt das Wachstum
Dass die Expansion im Service-Sektor auf einem stabilen Fundament steht, zeigen die harten Nachfrage-Komponenten innerhalb der ISM-Umfrage. Die reine Geschäftstätigkeit sprang von 55,9 auf 57,7 Punkte nach oben. Noch dynamischer präsentierten sich die Neuaufträge, die von 53,5 auf beachtliche 57,3 Punkte nach oben schossen. Dies beweist den Analysten an der Börse Aktuell, dass das Wachstum von realer Kundennachfrage getrieben wird und nicht bloß das Resultat von reinen Preiserhöhungen ist. Die einzige leichte Schwachstelle im Bericht blieb die Beschäftigungskomponente, die minimal von 48,0 auf 47,9 Punkte nachgab.
Auch die US-Industrie liefert überraschend starke Zahlen
Flankiert wurde der Dienstleistungs-Boom von starken Hard-Data-Fakten aus der US-Industrie. Die Fabrikaufträge für den Monat April wuchsen im Monatsvergleich um satte 4,8 % und schlugen damit die Konsensprognose von 4,6 % (Vorwert: 1,8 %) spürbar. Wer die Zahlen an der Börse Aktuell im Detail analysiert, stellt jedoch fest, dass exklusive der Transportkomponente lediglich ein Plus von 1,3 % verbleibt. Das ist zwar immer noch ein solides Wachstum, zeigt aber auch, dass die Dynamik stark von der hochvolatilen Transport- und Luftfahrtbranche gestützt wurde.
Charttechnik: EURUSD reagiert verhalten im Minutenchart (M1)
Trotz der makroökonomischen Paukenschläge hielt sich die sofortige Volatilität an den Devisenmärkten in engen Grenzen. Ein Blick auf den M1-Chart des EURUSD zeigt unmittelbar nach der Datenbekanntgabe um 15:00 Uhr eine moderate Reaktion. Das Währungspaar verharrte in einem engen Preiskanal. Die Marktteilnehmer wägen derzeit ab, wie stark der Zinserhöhungsdruck auf die Fed tatsächlich zunimmt, was eine weitreichende Neupositionierung vor den anstehenden Arbeitsmarktdaten (NFP) am Freitag vorerst verhindert.
Fazit
Die US-Wirtschaft zeigt sich an der Börse Aktuell als unermüdliches Kraftpaket. Sowohl der expandierende Dienstleistungssektor als auch die anziehenden Fabrikaufträge untermauern das Szenario einer robusten Konjunktur. Für Anleger bedeutet dies jedoch im Umkehrschluss, dass das Thema Zinssenkungen für die kommenden Monate endgültig auf Eis gelegt werden dürfte. Solange die Nachfragekomponenten und die Service-Preise derart heiß laufen, hat die Federal Reserve keinerlei Argumente für eine geldpolitische Lockerung, was den US-Dollar im Vergleich zum Euro langfristig stützen sollte.
EURUSD Forexpaar Chart (Daily Timeframe) Chartanalyse
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