GBP und CHF trotz Zinserh√∂hungen im MinusūüďČ

14:34 22. September 2022

ūüŹõ Die Zinserh√∂hungen haben dem CHF und dem GBP nicht geholfen

Der Marathon der Zentralbankentscheidungen in dieser Woche neigt sich dem Ende zu. Den Anlegern wurden heute unter anderem Zinsentscheidungen der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of England vorgelegt. Beide Banken haben die Zinss√§tze im Einklang mit den Erwartungen der √Ėkonomen angehoben, was jedoch weder dem CHF noch dem GBP Auftrieb verlieh. Waren die Entscheidungen dovish? Oder ist der Markt nach der gestrigen Fed-Entscheidung einfach unbeeindruckt? Werfen Sie einen Blick auf unseren Kommentar zu beiden Entscheidungen.

Die Bank of England erhöht die Zinsen um 50 Basispunkte, aber die Entscheidung war nicht einstimmig 

Die Bank of England hat heute den Leitzins um 50 Basispunkte erh√∂ht, was den Erwartungen der √Ėkonomen entsprach. Der Markt rechnete zu 70% mit einer Zinserh√∂hung um 75 Basispunkte, sodass die Entscheidung unter diesem Gesichtspunkt als dovish angesehen werden kann. Eine Sache, die Aufmerksamkeit verdient, ist die Spaltung unter den Mitgliedern des MPC. Von den neun MPC-Mitgliedern stimmten f√ľnf f√ľr eine Zinserh√∂hung um 50 Basispunkte, w√§hrend drei (Haskel, Mann und Ramsden) f√ľr eine Zinserh√∂hung um 75 Basispunkte stimmten. Ein MPC-Mitglied stimmte f√ľr einen Zinsschritt um 25 Bp, und zwar Swati Dhingra, f√ľr die es die erste Sitzung seit ihrer Aufnahme in den MPC war. Neben einer Zinserh√∂hung stimmte der MPC auch f√ľr den Beginn aktiver Anleiheverk√§ufe ab dem 3. Oktober 2022. Ein solcher Schritt wurde bereits im August angedeutet, doch gab es Bedenken, dass er sich angesichts des neu angek√ľndigten Finanzpakets verz√∂gern k√∂nnte.

In Bezug auf das neue britische Fiskalpaket erklärte die Bank of England, dass die Energiepreisgarantie die Inflation im Jahr 2023 um 5 Prozentpunkte senken, aber den mittelfristigen Inflationsdruck verstärken werde. Die BoE erklärte jedoch, dass eine vollständige Bewertung der neuen fiskalischen Maßnahmen erst im November erfolgen werde.

Die Inflationsprognosen waren optimistischer als im August. Die BoE geht nun davon aus, dass die Inflation im Oktober einen H√∂chststand von knapp unter 11% erreichen wird, w√§hrend sie im August noch 13,3% prognostiziert hatte. Die Inflation d√ľrfte jedoch auch in den kommenden Monaten √ľber 10% liegen. Die Wachstumsprognosen waren weniger optimistisch. Die BIP-Prognose f√ľr das Q3 2022 wurde von +0,4% auf -0,1% gesenkt, und die BoE stellte fest, dass die britische Wirtschaft im Q2 und Q3 2022 in eine technische Rezession geraten k√∂nnte. Bereits im August hatte die BoE erkl√§rt, sie erwarte, dass die britische Wirtschaft im vierten Quartal 2022 in eine Rezession eintreten werde.

Nach der Reaktion zu urteilen, hat der Markt die Entscheidung als "dovish" aufgefasst. Angesichts eines Marktpreises von √ľber 50 Basispunkten im Vorfeld der Ank√ľndigung sollte dies nicht √ľberraschen. Schw√§chere Wachstumsprognosen spielten ebenfalls eine Rolle. Da die derzeitige Inflation haupts√§chlich angebotsseitig bedingt ist, werden Zinserh√∂hungen nur wenig zu ihrer Abk√ľhlung beitragen. Auch eine Zinserh√∂hung, wenn die Inflation durch das Angebot getrieben wird und die Wirtschaft sich in einer Rezession befindet, ist eine eher schlechte Kombination ... es sei denn, die BoE glaubt, dass sich die Inflation bereits verfestigt hat.

GBPUSD erholte sich vor der heutigen BoE-Zinsentscheidung dank des schw√§cheren USD. Die Bank of England entt√§uschte jedoch und l√∂ste eine Umkehr bei diesem Paar aus. Infolgedessen scheiterte der Versuch, die Widerstandszone von 1,1350 zu √ľberwinden, und das Paar fiel unter die 50-Stunden-Linie (gr√ľne Linie) zur√ľck. Quelle: xStation 5

Die Schweiz verl√§sst die √Ąra der negativen Zinss√§tze

Die zweite Bank, die heute die Zinss√§tze anhob, war die SNB. In den letzten Wochen war der CHF eine der st√§rkeren W√§hrungen auf dem Markt, sodass wir die typische Realisierung von Gewinnen nach der Entscheidung sehen. Hier haben wir ein klassisches Beispiel f√ľr das alte Sprichwort "buy the rumors, sell the facts".

Die SNB √ľberraschte bereits im Juni mit ihrer Entscheidung, die Zinsen zu erh√∂hen, was auf eine hohe Inflation hindeutet. Au√üerdem scheint es, dass die SNB beschlie√üen k√∂nnte, mit Devisen zu intervenieren, um den Franken zu st√§rken und so die Inflation zu kontrollieren.

Die heutige Abw√§rtsbewegung ist jedoch vor allem darauf zur√ľckzuf√ľhren, dass der Markt die Chance auf eine Erh√∂hung um 100 Basispunkte sah und die SNB lediglich den Marktkonsens erf√ľllte. Es scheint jedoch, dass die SNB durch die starke Anhebung der Inflationserwartungen ein Signal aussendet, dass weitere Erh√∂hungen sehr wahrscheinlich sind (3,0% in diesem Jahr gegen√ľber 2,8% in der vorherigen Prognose f√ľr dieses Jahr und 2,4% im Jahr 2023 gegen√ľber der vorherigen Prognose von 1,9%).

Quelle: Swiss National Bank

Nat√ľrlich ist es schwer, mit den aggressiven Ank√ľndigungen der Federal Reserve mitzuhalten, aber es scheint, dass es heute beim Franken nur zu Gewinnmitnahmen gekommen ist.

Der Schweizer Franken schw√§chte sich nach der SNB-Entscheidung gegen√ľber dem Euro ab. Das W√§hrungspaar EURCHF testet heute die 50-Tage-Linie (in blau). Quelle: xStation 5

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