++ Fed senkt wie erwartet die Zinsen ++ OECD sieht Rezessionsgefahr für Großbritannien bei No-Deal-Brexit ++ DE30 kann Abwärtsdruck widerstehen ++
Die Federal Reserve hat gestern Abend nach ihrem zweitägigen Treffen zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen gesenkt. Wie allgemein erwartet erfolgte eine Kürzung um 25 Basispunkte auf eine Spanne zwischen 1,75% bis 2%, wobei „die Auswirkungen der globalen Entwicklungen auf die Konjunkturaussichten sowie der gedämpfte Inflationsdruck” als Hauptgründe angeführt wurden. Der Dot-Plot-Chart offenbart jedoch, dass innerhalb des FOMC große Uneinigkeit über den geldpolitischen Kurs der Fed herrscht. Es wurde weiterhin an dem Versprechen festgehalten, „angemessen zu handeln, um die Expansion zu unterstützen”,,während das Policy Statement fast keine rhetorische Veränderung zur Erklärung vom Juli bot. Der vorsichtige Ansatz von Fed-Chef Jerome Powell sowie die Tatsache, dass es keine klare Übereinstimmung über das weitere Vorgehen gibt, dürfte einige Marktteilnehmer enttäuscht haben. Der S&P 500 schloss am Mittwoch wenig verändert auf der Höhe des Schlusskurses vom Vortag, der USD wertete auf und die US-Zinsstrukturkurve flachte ab.
Kurz vor dem Brexit-Termin am 31. Oktober scheinen die Verhandlungen zwischen Großbritannien und der EU keine Fortschritte zu machen. Der wichtigste Streitpunkt bleibt die Grenzfrage Irlands (Backstop) und bisher präsentierte Premierminister Boris Johnson keine neuen Vorschläge, um einem Deal näher zu kommen. Auch das Johnson-Juncker-Treffen brachte keinen Durchbruch und jetzt wird man sich auf den Rechtsstreit um der von Johnson verhängten Zwangspause konzentrieren. Heute endet die dreitägige Anhörung des Obersten Gerichts in London. Ohne positive Brexit-Nachrichten könnte sich ein weiterer Anstieg beim GBPUSD als schwierig erweisen. Das Paar hat seit Anfang September mehr als 4% an Wert gewonnen und notiert am Donnerstagmittag bei 1,2462. Derweil warnte die OECD, dass ein No-Brexit-Deal Großbritannien in eine Rezession führen könnte, und wies ebenfalls auf Effekte hin, die die Wirtschaft langfristig bremsen würden. Die Hoffnungen liegen auf dem im Oktober stattfindenden EU-Gipfel.
Der DE30 wurde in den letzten Handelstagen mit Abwärtsdruck konfrontiert, doch die Bullen konnten diesem bislang widerstehen. Am Donnerstag notiert der Kurs auf der Höhe des gestrigen Schlusskurses sowie nahe der Hochs der jüngsten Rallye leicht oberhalb der 12.400 Punkte-Marke.
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