++ Alle Blicke richten sich auf den NFP-Bericht ++ USDCAD besonders interessant ++ Beunruhigende Industriedaten aus Deutschland ++ DE30 wenig verändert ++
Der heutige NFP-Bericht ist entscheidend für die in den letzten Wochen aufgebauten hohen Erwartungen der Märkte an Zinssenkungen. Die Daten aus den USA sorgten zuletzt für eine Enttäuschung und bekräftigten die Notwendigkeit eines niedrigeren Zinsniveaus. Auch der US-Arbeitsmarkt, der einer der stärksten Punkte der US-Wirtschaft ist/war, begann 2019 Anzeichen von Schwäche zu zeigen. Die durchschnittlichen monatlichen NFP-Zahlen lagen 2018 bei 223 Tsd., in den ersten sechs Monaten von 2019 sind es nur noch 164 Tsd. Weltweit erfuhren Aktien seit Anfang Juni eine Rallye, in der Hoffnung, dass die Fed bis zum Ende des Jahres die Zinsen mehrmals kürzt, um die wirtschaftliche Expansion aufrechtzuerhalten.
Anleger sind jedoch zunehmend besorgt, dass sich die Realwirtschaft schlechter entwickelt, sodass beurteilt werden muss, wie stark die Verlangsamung tatsächlich ist und welche Abwärtsrisiken diese für Aktien mit sich bringt. Denn Zinssenkungen alleine dürften hier sicherlich nicht reichen. Aus diesem Grund spielt das heutige Daten-Update zum US-Arbeitsmarktbericht eine solch wichtige Rolle. Zudem kehren die US-Händler nach einem Feiertag („Independence Day”) an die Märkte zurück, sodass spätestens bei der Veröffentlichung um 14:30 Uhr bei den USD-gebundenen Währungspaaren sowie den Futures der drei großen US-Aktienindizes (S&P 500, Dow Jones, NASDAQ) mit einer höheren Volatilität zu rechnen ist. Wie sich die Veröffentlichung auf bestimmte Schlüsselmärkte auswirken könnte erfahren Sie in dieser Analyse.
Das kanadische Pendant wird zur gleichen Zeit veröffentlicht, sodass der USDCAD besonders interessant sein könnte. Das Paar scheiterte Ende Mai/Anfang Juni an der 1,35er-Marke und leitete daraufhin eine Abwärtsbewegung ein. Die Aufwärtstrendlinie ausgehend vom Oktober-Tief sowie die 200-Tage-Linie (EMA) wurden nach einigem Zögern unterschritten und der USDCAD setzte anschließend seinen neuen kurzfristigen Trend fort. Die Abwärtsbewegung erreichte am Donnerstag bei 1,3036 einen neuen Tiefststand und der CAD könnte aufgrund der soliden inländischen Daten und der niedrigen Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der BoC eine weitere Aufwertung erfahren. Auch die technische Ausgangslage würde eine solche Entwicklung stützen. Letztendlich dürfte die Richtung des nächsten Impulses von den beiden Berichten aus Nordamerika abhängen.
Der Auftragseingang in der deutschen Industrie ging im Mai um 2,2% im Monatsvergleich zurück und verfehlte damit deutlich den Konsens von -0,2%. Dies deutet daraufhin, dass die globalen Unsicherheiten und die Sorgen um eine Verlangsamung möglicherweise in einem Konjunkturabschwung resultieren könnten. Der EURUSD verliert nach einer dreitägigen Konsolidierung am Freitagmorgen an Boden und notiert zum Zeitpunkt des Schreibens wieder bei 1,1268 - der tiefste Kursstand seit dem 20. Juni.
Am deutschen Aktienmarkt waren am Donnerstag wenig Bewegungen zu beobachten, wobei die Intraday-Handelsspanne von nicht einmal 40 Punkten wenig Spielraum für Trades bot. Die Rallye von Anfang Juni bleibt intakt und der DE30 notiert nach der europäischen Eröffnung weiterhin leicht oberhalb der 12.600 Punkte-Marke nahe seiner Jahreshochs.
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