- Oracle bleibt ein KI-Gewinner mit starkem Wachstumspotenzial
- Rekord-Auftragsbestand trifft auf hohe Erwartungen
- Hohe Schulden bleiben das größte Risiko
- Oracle bleibt ein KI-Gewinner mit starkem Wachstumspotenzial
- Rekord-Auftragsbestand trifft auf hohe Erwartungen
- Hohe Schulden bleiben das größte Risiko
Die Aktie von Oracle (ORCL.US) gerät vor der Veröffentlichung der Zahlen zum vierten Quartal unter Druck. Nach einem Kursverlust von 3% am Vortag notiert die Aktie inzwischen rund 40% unter ihrem Rekordhoch aus dem Herbst 2025. Für Anleger stellt sich die Frage: Kann Oracle dem Nasdaq neuen Schwung verleihen oder signalisiert die Entwicklung eine nachlassende Euphorie rund um den KI-Boom?
► OracleWKN: 871460 | ISIN: US68389X1054 | Ticker: ORCL (NYSE)
Oracle Prognose: Bank of America sieht weiteres Aufwärtspotenzial
Trotz der jüngsten Schwächephase hat die Bank of America ihr Kursziel für Oracle von 200 auf 240 US-Dollar angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Das neue Kursziel entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 20% gegenüber dem aktuellen Kursniveau.
Nach Einschätzung der Analysten hat sich die Anlegerstimmung verbessert, nachdem Oracle Finanzierungsbedenken durch die Aufnahme von insgesamt 50 Milliarden US-Dollar über Fremd- und Eigenkapitalfinanzierungen entschärfen konnte.
Der wichtigste Wachstumstreiber bleibt die starke Nachfrage nach Cloud- und KI-Lösungen, insbesondere über die Oracle Cloud Infrastructure (OCI).
Börse Aktuell: Erwartungen an die Oracle-Quartalszahlen
Die Wall Street rechnet für das vierte Quartal mit einem Umsatz von 19,19 Milliarden US-Dollar. Dies würde einem Wachstum von rund 20% im Jahresvergleich entsprechen.
Beim bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) erwarten Analysten 1,96 US-Dollar, was einem Anstieg von etwa 15% im Jahresvergleich entspricht.
Im Fokus der Investoren stehen vor allem:
- Die Geschwindigkeit des Ausbaus neuer Rechenzentren
- Der Zeitpunkt der Umsatzrealisierung aus KI-Verträgen
- Der Kapitalbedarf für die weitere Expansion
- Die Entwicklung der OCI-Sparte
Morningstar sieht OCI mittlerweile im Zentrum des KI-Booms. Partnerschaften mit Unternehmen wie OpenAI, Meta und xAI könnten Oracle langfristig zusätzliche Marktanteile sichern.
Die Analysten erwarten für Oracle in den kommenden fünf Jahren ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 30% pro Jahr. Die OCI-Umsätze könnten sogar um rund 78% jährlich wachsen.
Oracle Prognose bleibt stark - aber Risiken nehmen zu
Zu den größten Risiken zählt die Fähigkeit des Unternehmens, ausreichend GPU-Kapazitäten zu sichern und neue Rechenzentren schnell genug in Betrieb zu nehmen.
Darüber hinaus wächst die Abhängigkeit von wenigen Großkunden im KI-Sektor, insbesondere von OpenAI. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb mit Amazon AWS, Microsoft Azure und Google Cloud.
Der entscheidende Faktor bleibt die Umsetzung der ambitionierten Wachstumsstrategie. Die hohen Investitionen müssen sich in steigenden Umsätzen, höheren Margen und einem verbesserten Cashflow widerspiegeln.
Das größte Risiko: Die hohe Verschuldung
Für Anleger könnte die heutige Zahlenvorlage weniger eine Frage der kurzfristigen Geschäftsentwicklung sein als vielmehr ein Test, ob Oracle die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur erfolgreich monetarisieren kann.
Besonders beeindruckend ist der Auftragsbestand des Unternehmens. Die sogenannten Remaining Performance Obligations (RPO) belaufen sich aktuell auf 553 Milliarden US-Dollar und stiegen um 325% im Jahresvergleich. Dies unterstreicht die außergewöhnlich starke Nachfrage nach den KI-Infrastrukturdiensten von Oracle.
Entscheidend wird jedoch sein, wie schnell das Unternehmen diesen Auftragsbestand in tatsächliche Umsätze umwandeln kann.
Gleichzeitig bereitet die Bilanz einigen Marktteilnehmern Sorgen:
- Langfristige Schulden von mehr als 124 Milliarden US-Dollar
- Zinsaufwendungen stiegen um rund 32% im Jahresvergleich
- Negativer freier Cashflow von knapp 25 Milliarden US-Dollar in den vergangenen zwölf Monaten
- Möglicher zusätzlicher Finanzierungsbedarf von bis zu 50 Milliarden US-Dollar
- Weitere Rechenzentrums-Leasingverpflichtungen von rund 261 Milliarden US-Dollar
Oracle Aktie: Technische Analyse
Die Oracle-Aktie notiert derzeit gefährlich nahe an ihrem 200-Tage-EMA, der im Chart durch die rote Linie markiert wird. Die Marke von 200 US-Dollar stellt eine wichtige Unterstützungszone dar und könnte entscheidend für den langfristigen Aufwärtstrend sein.
Ein nachhaltiger Bruch unter dieses Niveau dürfte vom Markt als Zeichen wachsender Zweifel an der KI-Investitionswelle und an der Rentabilität der aggressiven Expansionsstrategie interpretiert werden.
Source: xStation5
Fazit: Börse Aktuell blickt gespannt auf die Oracle Prognose
Die aktuelle Oracle Prognose bleibt langfristig positiv. Das starke Wachstum im Cloud- und KI-Geschäft sowie der rekordhohe Auftragsbestand sprechen für weiteres Potenzial. Gleichzeitig dürfen Anleger die Risiken nicht unterschätzen. Hohe Schulden, negativer Cashflow und steigender Kapitalbedarf könnten die Aktie kurzfristig belasten.
Die anstehenden Quartalszahlen dürften daher nicht nur für Oracle-Aktionäre, sondern für den gesamten Technologiesektor und den Nasdaq richtungsweisend sein. Insbesondere im Umfeld der KI-Aktien könnte die Veröffentlichung wichtige Signale für die weitere Entwicklung an der Börse liefern.
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