13:43 · 14. Juli 2026

Stärke des Dollars auf die Probe gestellt?

Forex News: US-VPI und Fed-Anhörung im Fokus | Börse Aktuell
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Markt erwartet einen US-VPI von 3,8% im Jahresvergleich, während der Kern-VPI bei 2,8% im Jahresvergleich liegen soll
  • Die Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh könnte neue Hinweise auf den weiteren Zinspfad der Federal Reserve liefern
  • EUR/USD notiert vor den Daten knapp unter 1,14 und dürfte nach den Veröffentlichungen deutlich höhere Schwankungen zeigen

Der heutige Handelstag steht ganz im Zeichen der US-Inflationsdaten und der anschließenden Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh vor dem US-Kongress. Für den Devisenmarkt dürfte insbesondere die Veröffentlichung der US-VPI-Daten für Juni entscheidend sein. Anleger hoffen auf eine weitere Abschwächung der Inflation, nachdem steigende Energiepreise zuletzt wieder Zweifel an einem schnellen Ende des Zinserhöhungszyklus geweckt hatten.

Der Markt erwartet derzeit mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits auf der September-Sitzung der Federal Reserve eine weitere Zinserhöhung. Entsprechend könnten sowohl die Inflationszahlen als auch die Aussagen des neuen Fed-Chefs erhebliche Auswirkungen auf den US-Dollar und wichtige Währungspaare wie EUR/USD haben.

US-VPI: Erwartungen für Juni

Der Konsens geht davon aus, dass sich der VPI im Jahresvergleich von 4,2% auf etwa 3,8% abschwächt. Vor allem niedrigere Energiepreise dürften den Gesamtindex belasten. Benzinpreise fielen im Juni nach Schätzungen um rund 10% im Monatsvergleich und könnten damit einen erheblichen Beitrag zum Rückgang leisten.

Wesentlich wichtiger für die Federal Reserve bleibt jedoch der Kern-VPI.

Die Erwartungen:

  • VPI im Jahresvergleich: 3,8% (nach 4,2%)
  • Kern-VPI im Jahresvergleich: 2,8%
  • Rückläufige Energiepreise sorgen für Entlastung
  • Dienstleistungen bleiben weiterhin inflationsanfällig

Sollte der VPI stärker als erwartet zurückgehen, könnte dies die Zinserwartungen etwas dämpfen und den US-Dollar kurzfristig unter Druck setzen. Überraschend hohe Werte würden dagegen die Spekulation auf weitere Zinsschritte untermauern.

Bild 1: Kern-VPI und PCE-Inflation in den Vereinigten Staaten (2016–2026)

 

Quelle: XTB Research, 14.07.2026

Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Kongress

Nur rund 90 Minuten nach Veröffentlichung der Inflationsdaten beginnt die halbjährliche Anhörung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh vor dem Kongress. Der Markt wartet gespannt auf Hinweise, wie Warsh seine Geldpolitik künftig ausrichten möchte.

Drei Themen stehen im Mittelpunkt

1. Ende der Forward Guidance

Warsh hatte bereits mehrfach betont, dass langfristige geldpolitische Zusagen die Flexibilität der Notenbank einschränken. Investoren hoffen deshalb auf Hinweise, wie sich die Fed künftig bei ihrer Kommunikation positionieren wird.

Bild 2: Unterschied zwischen dem Dot Plot vom März und dem vom Juni (Zinsniveaus Ende 2026)

Quelle: FOMC, 14.07.2026

2. Unabhängigkeit der Federal Reserve

Ein weiterer Schwerpunkt dürfte die politische Unabhängigkeit der US-Notenbank werden. Nachdem Präsident Donald Trump in der Vergangenheit mehrfach Druck auf die Federal Reserve ausgeübt hatte, dürfte Warsh erläutern müssen, wie unabhängig seine geldpolitischen Entscheidungen tatsächlich ausfallen werden.

3. Inflation bleibt entscheidendes Thema

Die kurz zuvor veröffentlichten VPI-Daten dürften den Ton der gesamten Anhörung bestimmen. Bleibt die Inflation hartnäckig hoch, dürfte der Kongress detaillierte Aussagen zur weiteren Zinspolitik verlangen.

EUR/USD bleibt vor Daten nahezu unverändert

Am Devisenmarkt herrscht unmittelbar vor den Veröffentlichungen Zurückhaltung. Der US-Dollar gibt gegenüber dem Euro leicht nach, während EUR/USD weiterhin knapp unter der Marke von 1,14 notiert. Neben den Inflationsdaten beobachten Händler weiterhin die geopolitische Lage im Nahen Osten. Die anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus sorgen weiterhin für Unsicherheit und könnten den Dollar als sicheren Hafen unterstützen.

Bild 3: EURUSD (22.01 – 14.07)

EURUSD Prognose im Tageschart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 14.07.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

 

Börse Aktuell: Termine des Tages

Die wichtigsten Ereignisse im Überblick:

  • 13:30 Uhr GMT: Veröffentlichung des US-VPI für Juni
  • ca. 13:30 Uhr GMT: Veröffentlichung des vorbereiteten Statements der Federal Reserve
  • 15:00 Uhr GMT: Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Repräsentantenhaus
  • Mittwoch, 15:00 Uhr GMT: Zweiter Teil der Anhörung vor dem Senat

Ausblick für den Devisenmarkt

Der heutige Handel dürfte zu den wichtigsten Forex News der Woche gehören. Die Kombination aus Inflationsdaten und der ersten ausführlichen Stellungnahme des neuen Fed-Chefs könnte die Erwartungen an die Geldpolitik deutlich verändern.

Für den US-Dollar dürfte entscheidend sein, ob der VPI tatsächlich stärker zurückgeht oder ob sich die zuletzt gestiegenen Energiepreise bereits wieder in den Inflationsdaten widerspiegeln. Gleichzeitig werden Anleger jedes Wort von Kevin Warsh auf Hinweise zu weiteren Zinsschritten und zur zukünftigen Kommunikation der Federal Reserve analysieren.

 

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FAQ

Warum sind die US-VPI-Daten für den Devisenmarkt wichtig?

Die Inflationsdaten beeinflussen unmittelbar die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve. Änderungen der Zinserwartungen wirken sich häufig direkt auf den US-Dollar und wichtige Währungspaare wie EUR/USD aus.

Was erwartet der Markt beim US-VPI?

Der Konsens rechnet mit einem Anstieg des VPI von 3,8% im Jahresvergleich, nachdem im Mai noch 4,2% im Jahresvergleich gemeldet wurden. Der Kern-VPI soll unverändert bei 2,8% im Jahresvergleich liegen.

Warum ist die Anhörung von Kevin Warsh wichtig?

Es handelt sich um eine der ersten großen öffentlichen Anhörungen des neuen Fed-Chefs. Investoren hoffen auf Hinweise zur zukünftigen Zinspolitik, zur Kommunikation der Fed sowie zur Unabhängigkeit der US-Notenbank.

Welche Währungspaare könnten besonders reagieren?

Neben EUR/USD dürften auch USD/JPY, GBP/USD sowie Gold und US-Staatsanleihen besonders empfindlich auf Überraschungen bei den Inflationsdaten und den Aussagen von Kevin Warsh reagieren.

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