Fundamentalanalyse: Currency Carry Trade

EXPERTE - Übung 1
Lesedauer dieser Übung: ca. 10 Minuten

In dieser Lektion lernen Sie:

 

  • Was eine Carry Trade-Strategie ist und was deren Vor- und Nachteile sind

  • Welche Regeln Sie in solch einer Strategie berücksichtigen müssen

  • Wie Sie den täglichen Swap nutzen, um Ihren potenziellen Gewinn zu maximieren

 

Es gibt viele Trader mit unterschiedlichsten Marktansichten, daher ist es keine große Überraschung, dass es auch viele verschiedene Handelsstrategien gibt. Einige ziehen es vor, langfristig zu investieren, während andere sich hauptsächlich auf Scalping oder den Intraday-Handel konzentrieren. Einige sehen technische Indikatoren und Muster als den besten Weg, um den Markt zu analysieren, während andere fundamentale Analysen als die wertvollsten betrachten. Beide Ansätze können zum Erfolg führen, allerdings ist es unmöglich den genauen Kursverlauf eines Währungspaares oder eines Indizes vorherzusagen. Aber was ist, wenn wir Ihnen sagen, dass es eine interessante Strategie gibt, die auch dann rentabel sein kann, wenn der Wechselkurs unverändert bleibt? Der sogenannte Currency Carry Trade ist die Antwort.

 

 

Was genau ist ein Carry Trade?

Der Carry Trade ist eine interessante langfristige Strategie, die ihren Ursprung in den Zinssatzdifferenzen aus aller Welt hat. Es ist eine Strategie, bei der ein Anleger eine bestimmte Währung mit einem relativ niedrigen Zinssatz verkauft und die Mittel verwendet, um eine andere Währung mit einem höheren Zinssatz zu kaufen. Bei dieser Strategie können Händler von der Zinssatzdifferenz zweier Länder profitieren. Schauen wir uns ein kurzes Beispiel an - ein Händler leiht sich japanische Yen mit einem Preis von fast 0%, wandelt sie in Dollar um und investiert sie in eine Einlage mit einer Verzinsung von 2%. In diesem Jahr würde er pro Jahr einem Gewinn von 2% machen, vorausgesetzt der Wechselkurs bleibt unverändert. Und was wäre, wenn Sie dies zusätzlich mit einem Hebel tun könnten? Ihre Kapitalrendite könnte noch höher ausfallen!

Man sollte sich jedoch des großen Risikos bewusst sein, das mit dieser Strategie verbunden ist. Wenn der Dollar gegenüber dem Yen deutlich abwertet, könnte ein solcher Handel trotz eines positiven Zinsunterschieds zu einem Verlust führen. Zurückzuführen ist dies auf die Tatsache, dass Sie mehr Geld für den Yen zahlen müssten um den geliehenen Geldbetrag zurückgeben zu können. Außerdem kann bereits eine kleine Bewegung aufgrund der Hebelwirkung zu einem enormen Verlust führen. Auf der anderen Seite bedeutet das jedoch nicht, dass eine solche Strategie sich nicht lohnen würde. Mit einem angemessenen Ansatz könnten Sie nicht nur von der Zinsdifferenz profitieren, sondern auch von Wechselkursentwicklungen.

 

 

Anwendung in der Praxis

Der Ausgangspunkt der Carry-Trade-Strategie ist eine Zinsdifferenz zwischen zwei Währungen. Auf dem Devisenmarkt versteckt sich das Konzept hinter dem geheimnisvollen Begriff "Swap". Swaps entstehen, weil die Tagesgeldsätze für jede Währung unterschiedlich sind. Da Währungen immer paarweise gehandelt werden, müssen Sie sich immer eine Währung leihen, um eine andere zu kaufen. Daraus folgt, dass Sie Zinsen auf das Darlehen zahlen müssen, aber Sie erhalten auch Zinsen für die Währung, die Sie halten. Wenn der Unterschied zwischen dem, was Sie bezahlen und was Sie erhalten, positiv ist, haben Sie Anspruch auf einen Netto-Swap-Kredit. Wenn die Differenz negativ ist, d.h. wenn Sie mehr Zinsen zahlen als Sie erhalten, wird Ihr Konto mit dem entsprechenden Swap-Betrag belastet. Wie kann man prüfen, ob die Differenz für das gewählte Paar positiv ist? Gehen Sie in der xStation 5 einfach mit einem Doppelklick auf das entsprechende Währungspaar in der Marktübersicht (Terminal).

 

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Wie Sie sehen können, berechnet Ihnen die Ordermaske in der xStation 5 den Tageswert eines Swaps, dieser hängt letztendlich von Position und Handelsvolumen ab. In diesem Beispiel ergibt die Long-Position auf den AUDJPY ungefähr 1,5 Euro pro Tag für jedes gehandelte Lot. Sollten Sie die Positionen für ein Jahr nicht schließen, würden Sie allein aus dem Swap etwa 540 EUR erhalten. Wenn sich der Markt allerdings gegen Sie bewegt, wird Ihr Gewinn oder Verlust eine Differenz zwischen dem erwähnten Gewinn und einem Verlust aus den Wechselkursentwicklungen ergeben. Sollte das Währungspaar jedoch an Wert gewinnen, erhalten Sie einen zusätzlichen Gewinn. Nun haben Sie gesehen wie das „Carry Trading“ funktioniert und warum das Konzept vor allem eine langfristige Strategie ist. Je länger das Währungspaar mit einem Netto-Swap-Kredit in Ihrem Portfolio bleibt, desto größer der Gewinn.

 

 

Welche Regeln sind zu befolgen

Das Beispiel des AUDJPY demonstriert, wie die Strategie in der Praxis funktioniert. Es gibt jedoch auch einige Regeln, die Sie befolgen sollten, um Ihren potenziellen Gewinn zu maximieren. Hier sind sie:

 

  • Wählen Sie das Währungspaar mit der größten Zinssatzspanne

  • Finde Sie ein Währungspaar, das einen langfristigen Trend ausbilden könnte

  • Beurteilen Sie das Risiko und setzten Sie eine Stop-Loss-Order

  • Behalten Sie den Trade sowie die Zinssatzveränderungen im Auge

 

Während Regel eins und drei für einen fortgeschrittenen Trader ziemlich offensichtlich sind, braucht die zweite und vierte eine Erklärung. Wie bereits gesagt wurde, ist der Wechselkurs der größte Risikofaktor bei der Carry-Trade-Strategie. Wechselkursänderungen können nicht vermieden werden, aber Sie können ein Währungspaar wählen, das sich in Ihre Richtung bewegen könnte. Wichtig ist, dass es sich um einen langfristigen Trade handelt. Daher ist die Auswahl eines Währungspaares, das sich innerhalb eines langfristigen oder mittelfristigen Trends bewegt, eine Grundvoraussetzung. Betrachten wir ein weiteres kurzes Beispiel.

 

Der USDMXN befindet sich seit Anfang 2017 in einem Abwärtstrend. Die erste Hälfte des Jahres brachte einen soliden Rückgang des Währungspaares mit sich und endete mit einer 5-stelligen Abwärtstrendbewegung. Darüber hinaus ist die Short-Position auf dem Instrument mit einem positiven Swap verbunden, sodass der Gewinn aus diesem Handel noch größer wäre. Der Markt entwickelt einen klaren Trend, der SAWP ist positiv – das Konzept des Carry Trades funktioniert perfekt.

 

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Quelle: xStation 5


 

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Veröffentlicht von: X-Trade Brokers Dom Maklerski S.A

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