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Was ist eine Fundamentalanalyse?

ANFÄNGER - Übung 5
Lesedauer dieser Übung: ca. 10 Minuten

 

Was ist eine Fundamentalanalyse?

In dieser Lektion lernen Sie:

 

  • Was eine Fundamentalanalyse ist

  • Die Rolle der Zentralbanken

  • Die wichtigsten Unterschiede zwischen Fundamentalanalyse und technischer Analyse
     

Die beiden häufigsten Analysen im Bereich Finanzmärkte sind die technische Analyse und die Fundamentalanalyse.

In dieser Lektion sehen wir uns die Fundamentalanalyse im Detail an.

 

Im Gegensatz zur technischen Analyse, die sich überwiegend auf Kursaktionen, Trends und Muster konzentriert, um herauszufinden, in welche Richtung die Kurse als nächstes gehen, betrachten Fundamentalanalysten alle verfügbaren Daten, um den relativen Wert eines Marktes zu bestimmen. Sie suchen dann nach Abweichungen zwischen dem aktuellen Marktpreis und ihrer eigenen Bewertung, um Handelsmöglichkeiten zu erkennen.

Stellen wir uns vor, Sie möchten ein Auto kaufen. Sie haben eines gesehen, das Ihnen gefällt und das 10.000 US-Dollar kostet. Sie wissen jedoch nicht, ob das ein fairer Preis ist. Daher recherchieren Sie im Internet, Sie fragen anderen Menschen nach ihrer Meinung, vergleichen den Preis mit den Angeboten bei verschiedenen Autohäusern und führen allgemeine Hintergrundrecherchen durch, um zu beurteilen, ob der Preis ‚fair‘ und das Auto sein Geld wert ist.

Was Sie in diesem Szenario machen würden, ist im Wesentlichen eine Fundamentalanalyse – Sie berücksichtigen alle grundlegenden beteiligten Faktoren um zu entscheiden, ob der Preis den realen Wert des Wirtschaftsguts widerspiegelt.


Die Suche nach Hinweisen

Fundamentalanalysten nutzen eine Reihe von verfügbaren Daten, einschließlich Berichte über Unternehmensgewinne, geopolitische Ereignisse, die Zentralbankpolitik, Umweltfaktoren und noch weiter Daten, die ihnen bei ihrer Analyse helfen. Sie suchen nach Hinweisen auf die zukünftige Marktentwicklung.

 

Diese Hinweise findet man häufig in makroökonomischen Daten, deshalb ist es für Fundamentalhändler so wichtig zu wissen, wann wichtige Daten veröffentlicht werden. Die Märkte neigen dazu, sich auf möglicherweise entscheidende makroökonomische Werte zu konzentrieren, die den Markt beeinflussen und Volatilität erzeugen könnten.

 

Nachfolgend einige Beispiele für die Veröffentlichung von makroökonomischen Daten und weshalb diese sich auf die Finanzmärkte auswirken können:
 

  • Inflation – Inflation ist die Rate, mit der das allgemeine Preisniveau für Waren und Dienstleistungen ansteigt. Zentralbanken versuchen, die Inflation zu begrenzen und Deflation zu vermeiden, um die Wirtschaft ihres jeweiligen Landes am Laufen zu halten. Dies tun sie durch Erhöhung der Zinssätze. Wenn Zentralbanken eine Zinserhöhung ankündigen, führt dies häufig zu einer Aufwertung der jeweiligen Währung.

  • Arbeitslosigkeit – Daten von den Arbeitsmärkten, beispielsweise die US Non-farm Payrolls (Zahl der nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigten in den USA) haben großen Einfluss auf die Finanzmärkte und können bei Indizes und Devisen Volatilität auslösen. Der Beschäftigungsbericht wird am ersten Freitag jeden Monats veröffentlicht und gibt die Gesamtzahl der bezahlten US-Arbeitnehmer von allen Unternehmen an. Dieser Markt ist gegenüber dieser Art von Daten sehr empfindlich, da diese für die Festlegung der Wachstumsrate der Volkswirtschaft und die Inflationsrate sehr wichtig ist.
    Steigt die Anzahl der nichtlandwirtschaftlichen Beschäftigten, ist dies eine gute Kennzahl, dass die Wirtschaft wächst. Erfolgt eine schnelle Zunahme der nichtlandwirtschaftlich Beschäftigten, bedeutet dies, dass die Inflation sich erhöhen könnte. Bleiben die Beschäftigungszahlen hinter den Erwartungen zurück, könnten FX-Händler in Erwartung einer schwächer werdenden Währung USD verkaufen. Werden die Erwartungen übertroffen, steigt der Wert des US-Dollars möglicherweise.

  • BIP – Das Bruttoinlandsprodukt ist ein Maß für alle produzierten Güter und Dienstleistungen in einem bestimmten Zeitraum. Zentralbanken und Investoren betrachten das BIP-Wachstum, um zu sehen, ob die Wirtschaft stärker wird. Wird die Wirtschaft stärker, erwirtschaften die Unternehmen höhere Gewinne und die Menschen verdienen mehr. Dies führt zu einem steigenden Aktienmarkt und einer stärkeren Währung.

 

Die Art und Weise, wie makroökonomische Veröffentlichungen den Markt beeinflussen können, hängt stark von den Erwartungen des Marktes ab. Generell gilt, je größer der Unterschied zwischen Erwartung und Realität, umso größer fällt die Reaktion aus. Erwartet ein Markt, dass die Zentralbank die Zinssätze erhöht, und die Bank tut dies, dann ist die Reaktion ‚eingepreist‘ und der Geschäftsbetrieb läuft wie gewohnt. Wird der Markt jedoch von der Veröffentlichung überrascht, dann kann eine größere Volatilität ausgelöst werden.

 

Sie können sich über die Veröffentlichung aller Fundamentaldaten in unserem umfassenden Wirtschaftskalender informieren. Die Auswirkung auf den Markt hängt vor allem vom Vergleich zwischen dem tatsächlich ermittelten Wert und den Erwartungen des Marktes ab. Je größer der Unterschied, desto größer sind die Auswirkungen auf den Markt. Sie können sich bezüglich der Veröffentlichungen der Fundamentaldaten über unseren Wirtschaftskalender informiert bleiben. Jede Veröffentlichung wird, bezogen auf seine Auswirkungen und sein Potential für Marktvolatilität als hoch, mittel oder gering eingestuft.

 


Zentralbanken bestimmen die Geschicke der Welt

Wie bereits angesprochen, ist einer der wichtigsten Faktoren in der Fundamentalanalyse die Geldpolitik der Zentralbanken. Zinssätze, Offenmarktoperationen und Interventionen von Zentralbanken beeinflussen die Marktbedingungen und werden von Finanzanalysten und Händlern streng überwacht. Zu den einflussreichsten Zentralbanken gehören die Federal Reserve (US), die Bank of England (UK), die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of Japan (Japan).

 

Betrachten wir dies an einem Beispiel. Die US-Wirtschaft stieg im 1. Quartal 2917 um 3 %, während die Inflation auf der Basis des Vorjahres sich leicht auf 2,5 % erhöhte. Die US-Notenbank entschied, die Zinssätze zu erhöhen. Die Zinssätze stiegen höher, daher entschieden die Händler, ihr Geld in USD anzulegen, da dieser eine höhere Rendite erzielen sollte. Ein derartiger Schritt führt zu einer höheren Nachfrage nach US-Dollar, dies treibt die Kurse nach oben.




Nicht nur Banker und Daten

Die Fundamentalanalyse berücksichtigt auch äußere Einflüsse, die den Wert eines Instruments oder eine Kursbewegung beeinflussen können. Naturkatastrophen, beispielsweise Überschwemmungen und Erdbeben, haben ebenfalls einen großen Einfluss auf die fundamentale Stärke eines Vermögenswerts. Beispielsweise kann die Explosion einer wichtigen Pipeline zu einem raschen Anstieg der Ölpreise führen, da der Rohstoff schwieriger zu transportieren und zu kaufen ist. In einer solchen Situation können Sie mit CFDs long auf Öl gehen und von jedem Kursanstieg profitieren.




Eine andere Sicht der Dinge

  • Im Gegensatz zur technischen Analyse, die sich in erster Linie auf Kursreaktionen und Trends konzentriert, nutzt die Fundamentalanalyse alle verfügbaren Daten, um den Wert eines Instruments zu bestimmen.

  • Während technische Analysten glauben, dass alle Informationen, die sie benötigen, in dem Chart vorhanden sind, betrachtet die Fundamentalanalyse andere Aspekte, einschließlich der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Faktoren sowie der makroökonomischen Veröffentlichungen und der Unternehmensgewinne.

  • Fundamentalanalyse und technische Analyse müssen nicht ausschließlich sein. Einige der erfolgreichsten Händler behaupten, dass eine Mischung aus beiden erforderlich ist.

     

 

CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 79% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Veröffentlicht von: X-Trade Brokers Dom Maklerski S.A