16:06 · 30. Juli 2026

Amazon-Vorschau: AWS gegen 200 Milliarden Dollar an Investitionsausgaben

Börse Aktuell: Amazon Aktie vor den Quartalszahlen - Entscheidet AWS über den nächsten Kursschub?
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • AWS bleibt der wichtigste Gewinnmotor und soll im Jahresvergleich um rund 31% wachsen.
  • Die zentrale Frage ist, ob Amazons KI-Investitionen bereits messbare wirtschaftliche Erträge liefern.
  • Für die Kursreaktion dürfte der Ausblick wichtiger sein als die rückblickenden Quartalszahlen.

Die Amazon Aktie steht heute im Mittelpunkt der Börse Aktuell. Der US-Technologiekonzern veröffentlicht seinen Quartalsbericht und muss dabei mehr liefern als nur solides Umsatz- und Gewinnwachstum. Anleger wollen vor allem wissen, ob sich die enormen Investitionen in Rechenzentren, Cloud-Kapazitäten und Künstliche Intelligenz bereits in messbare wirtschaftliche Erträge übersetzen.

► Amazon WKN: 906866 | ISIN: US0231351067 | Ticker: AMZN

Amazon hat den Kapitalmarkt über Jahre davon überzeugt, dass das Unternehmen gleichzeitig sein E-Commerce-Geschäft ausbauen, die Werbesparte skalieren und mit AWS eines der profitabelsten Cloud-Geschäfte der Welt entwickeln kann. Inzwischen hat sich der Blick der Investoren jedoch verändert. Im Mittelpunkt stehen nicht mehr nur Wachstumsraten und Margen. Entscheidend ist zunehmend, ob die hunderte Milliarden Dollar schweren Investitionen in KI-Infrastruktur, Server und Rechenzentren tatsächlich zu höherer Nachfrage, besserer Auslastung und künftig steigenden Umsätzen führen. Damit wird der aktuelle Quartalsbericht zu einem wichtigen Test für die Amazon Aktie. Einerseits muss AWS seine starke Wachstumsdynamik bestätigen. Andererseits muss das Management überzeugend erklären, wie schnell sich die massiven KI-Investitionen auszahlen können.

Die wichtigsten Erwartungen an Amazon

Der Konsens rechnet mit einem erneut starken Quartal.

Erwartete Kennzahlen:

  • Konzernumsatz: 197,01 Milliarden US-Dollar
  • Umsatzwachstum: rund 18% im Jahresvergleich
  • AWS-Umsatz: 40,57 Milliarden US-Dollar
  • AWS-Wachstum: rund 31,3% im Jahresvergleich
  • Umsatz mit Online-Shops: 69,92 Milliarden US-Dollar
  • Umsatz mit stationären Geschäften: 5,87 Milliarden US-Dollar
  • Umsatz mit Drittanbieter-Services: 46,15 Milliarden US-Dollar
  • Werbeumsatz: 19,32 Milliarden US-Dollar
  • Umsatz mit Abonnements: 13,75 Milliarden US-Dollar
  • Umsatz in Nordamerika: 113,95 Milliarden US-Dollar
  • Internationaler Umsatz: 42,71 Milliarden US-Dollar
  • Gewinn je Aktie: 1,83 US-Dollar
  • Operatives Ergebnis: 23,61 Milliarden US-Dollar
  • Operative Marge: 12%

Auch der Ausblick dürfte für die Reaktion der Amazon Aktie eine zentrale Rolle spielen.

Erwartungen für das kommende Quartal:

  • Umsatz: 203,93 Milliarden US-Dollar
  • Operatives Ergebnis: 25,07 Milliarden US-Dollar
  • Investitionsausgaben: 52,46 Milliarden US-Dollar
  • Investitionsausgaben im Gesamtjahr: 200,53 Milliarden US-Dollar

AWS bleibt das Herzstück der Amazon-Gewinne

Amazon ist längst weit mehr als ein Onlinehändler. Die Online-Shops erwirtschaften zwar weiterhin den größten Umsatzanteil, doch AWS bleibt der wichtigste Treiber für Profitabilität und langfristiges Wachstum. Der Konsens erwartet für AWS einen Umsatz von 40,57 Milliarden US-Dollar. Das würde einem Wachstum von rund 31% im Jahresvergleich entsprechen. Damit würde die Cloud-Sparte erneut deutlich schneller wachsen als der Gesamtkonzern.

Für die Amazon Aktie ist diese Entwicklung besonders wichtig, weil AWS wesentlich höhere Margen erzielt als das klassische Handelsgeschäft. Jeder zusätzliche Dollar Umsatz aus der Cloud hat deshalb potenziell einen stärkeren Einfluss auf den operativen Gewinn als zusätzlicher Umsatz im E-Commerce.

AWS ist für Amazon gleichzeitig:

  • Wachstumsmotor
  • wichtigste Gewinnquelle
  • Fundament der KI-Strategie
  • Zugang zu Unternehmenskunden
  • Plattform für Rechenleistung und Datenverarbeitung

Über AWS stellt Amazon Kunden die Infrastruktur zur Verfügung, die sie für das Training, den Betrieb und die Skalierung von KI-Modellen benötigen.

Sollte AWS tatsächlich um rund 31% wachsen, wäre das ein starkes Signal dafür, dass die steigenden Investitionen in Rechenzentren auf reale Nachfrage treffen. Fällt das Wachstum dagegen schwächer aus, könnte der Markt hinterfragen, ob Amazon seine Infrastruktur schneller ausbaut, als sich die Nachfrage monetarisieren lässt.

Der Vergleich mit Microsoft und Alphabet wird entscheidend

Die AWS-Zahlen werden nicht isoliert betrachtet. Anleger vergleichen die Entwicklung der Cloud-Sparte unmittelbar mit Microsoft Azure und Google Cloud. Alle drei Unternehmen investieren massiv in Rechenzentren, Server, Chips und KI-Infrastruktur. Sie konkurrieren um Kunden, die immer größere Mengen an Rechenleistung für Modelltraining, Datenverarbeitung und KI-Anwendungen benötigen.

Der Quartalsbericht wird deshalb auch zeigen, wie stark AWS im direkten Wettbewerb positioniert ist. Liegt das Wachstum mindestens auf Höhe der Erwartungen oder darüber, dürfte der Markt dies als Bestätigung werten, dass Amazon weiterhin erfolgreich vom weltweiten Cloud-Boom profitiert. Wachsen Azure oder Google Cloud dagegen deutlich schneller, könnten Zweifel aufkommen. Im Fokus stünden dann vor allem:

  • Geschwindigkeit der Kundengewinnung
  • verfügbare Rechenkapazitäten
  • Attraktivität des Produktangebots
  • Preisgestaltung
  • Fähigkeit zur langfristigen Kundenbindung

Im aktuellen Investitionszyklus geht es nicht mehr nur darum, wer die größten Rechenzentren besitzt. Entscheidend ist, wer die Nachfrage am effizientesten in dauerhafte Umsätze und stabile Margen umwandeln kann. AWS verfügt über enorme Skalenvorteile, eine breite Kundenbasis und ein umfangreiches Angebot. Der aktuelle Bericht muss zeigen, ob diese Vorteile ausreichen, um die führende Position im Cloud-Markt zu verteidigen.

KI-Investitionen werden zum wichtigsten Kurstreiber

Amazon muss den Markt nicht mehr davon überzeugen, dass der Konzern bereit ist, enorme Summen zu investieren. Die erwarteten Investitionsausgaben von rund 52,5 Milliarden US-Dollar im Quartal und mehr als 200 Milliarden US-Dollar im Gesamtjahr sprechen für sich. Die Größenordnung ist außergewöhnlich. Noch vor wenigen Jahren wären solche Beträge kaum vorstellbar gewesen.

Der entscheidende Punkt ist jedoch nicht mehr die Höhe der Ausgaben allein. Anleger wissen, dass der Aufbau von KI-Infrastruktur enorme Investitionen erfordert. Rechenzentren, Server, Chips, Stromversorgung und Kühlsysteme benötigen hohe Anfangsausgaben.

Die zentrale Frage lautet deshalb:

Beginnen diese Investitionen bereits, wirtschaftliche Erträge zu liefern?

Der Markt wird vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Wachstum der Nachfrage nach KI-Diensten innerhalb von AWS
  • Auslastung neuer Rechenzentren
  • Verfügbarkeit zusätzlicher Rechenkapazitäten
  • Tempo bei der Gewinnung neuer Kunden
  • Entwicklung eigener Amazon-Chips
  • Einfluss der KI-Nachfrage auf Umsatz und Margen
  • Auswirkungen auf den freien Cashflow

Kann das Management zeigen, dass neue Kapazitäten schnell von Kunden genutzt werden, könnten die hohen Ausgaben als strategische Investition in künftiges Wachstum bewertet werden. Steigen die Investitionen dagegen weiter, ohne dass sich das Umsatzwachstum sichtbar beschleunigt, dürfte der Markt verstärkt auf den Druck auf den freien Cashflow achten. Für die Amazon Aktie kann dieser Punkt entscheidend werden. Hohe Investitionen werden von Anlegern akzeptiert, solange glaubwürdig ist, dass sie später zu höheren Gewinnen führen.

Eigene Chips könnten die AWS-Margen verbessern

Ein weiterer Schwerpunkt des Quartalsberichts dürfte die Entwicklung eigener Amazon-Chips sein. Mit selbst entwickelten Prozessoren und KI-Chips kann Amazon seine Abhängigkeit von externen Anbietern reduzieren. Gleichzeitig lassen sich Systeme stärker an die eigenen Rechenzentren und Kundenanforderungen anpassen.

Langfristig könnten eigene Chips mehrere Vorteile bieten:

  • niedrigere Infrastrukturkosten
  • bessere Kontrolle über Lieferketten
  • höhere Energieeffizienz
  • stärkere Differenzierung gegenüber Wettbewerbern
  • attraktivere Preise für AWS-Kunden
  • potenziell höhere Margen

Für die Bewertung der Amazon Aktie reicht es allerdings nicht aus, dass eigene Chips lediglich angeboten werden. Der Markt erwartet konkrete Hinweise darauf, dass Kunden diese Lösungen tatsächlich nutzen. Entscheidend wird sein, ob Amazon eine steigende Akzeptanz nachweisen kann und ob die Chips dabei helfen, AWS wirtschaftlich effizienter zu betreiben. Sollte Amazon wettbewerbsfähige Rechenleistung zu niedrigeren Kosten bereitstellen, könnte das Unternehmen entweder die Preise senken oder die Margen erhöhen. Beide Entwicklungen wären grundsätzlich positiv für die langfristige Ertragskraft.

Das E-Commerce-Geschäft bleibt die größte Umsatzquelle

Obwohl AWS den größten Teil der Aufmerksamkeit auf sich zieht, bleibt das Handelsgeschäft die wichtigste Umsatzquelle des Konzerns. Der Konsens erwartet rund 69,9 Milliarden US-Dollar Umsatz mit Online-Shops. Hinzu kommen voraussichtlich 46,2 Milliarden US-Dollar aus Dienstleistungen für Drittanbieter. Gerade die Services für Drittanbieter sind für die Qualität der Ergebnisse besonders wichtig.

Zu diesem Bereich gehören:

  • Verkaufsprovisionen
  • Logistikdienstleistungen
  • Lagerung
  • Versand
  • Zahlungsabwicklung
  • weitere Marktplatzlösungen

Das Geschäft mit Drittanbietern ermöglicht Amazon, das Handelsvolumen auszubauen, ohne sämtliche Waren selbst finanzieren und lagern zu müssen. Der Konsens geht davon aus, dass Drittanbieter rund 60,2% der verkauften Einheiten auf der Plattform stellen. Das zeigt, wie stark sich Amazon von einem klassischen Händler zu einer umfassenden Serviceplattform entwickelt hat.

Das Werbegeschäft stärkt die Profitabilität

Auch das Werbegeschäft wird für die Amazon Aktie immer wichtiger. Der erwartete Werbeumsatz von rund 19,3 Milliarden US-Dollar verdeutlicht, wie erfolgreich Amazon den eigenen Plattformverkehr monetarisiert. Das Unternehmen verfügt über einen besonderen Vorteil: Werbung kann direkt in einem Umfeld ausgespielt werden, in dem Nutzer bereits eine konkrete Kaufabsicht haben.

Dadurch entwickelt sich der E-Commerce-Bereich zunehmend zu einem Ökosystem aus mehreren margenstarken Erlösquellen:

  • Werbung
  • Logistik
  • Verkäuferdienstleistungen
  • Abonnements
  • Cloud-Dienste
  • Zahlungsabwicklung

Amazon ist damit nicht mehr nur vom direkten Verkauf von Produkten abhängig. Das Unternehmen verdient zunehmend an Dienstleistungen rund um den gesamten Kaufprozess.

Der Ausblick könnte wichtiger sein als die aktuellen Zahlen

Der Markt rechnet mit einem Konzernumsatz von 197,01 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Wachstum von rund 18% im Jahresvergleich. Diese Wachstumsrate wäre stark. Gleichzeitig erwarten Analysten, dass sich die Dynamik im kommenden Quartal etwas abschwächt. Die Prognose für das nächste Quartal liegt bei rund 203,93 Milliarden US-Dollar Umsatz. Deshalb dürfte der Ausblick des Managements für die Amazon Aktie wichtiger werden als die rückblickenden Zahlen. Die aktuellen Quartalsergebnisse zeigen, wie sich das Geschäft in den vergangenen Monaten entwickelt hat. Der Ausblick zeigt dagegen, wie Amazon die Nachfrage, das Konsumverhalten und die Wachstumsdynamik in den kommenden Monaten einschätzt.

Ein starker Ausblick könnte signalisieren, dass die erwartete Wachstumsverlangsamung geringer ausfällt als bislang angenommen. Eine vorsichtige Prognose könnte dagegen selbst solide AWS-Zahlen in den Hintergrund drängen. In diesem Fall dürfte sich die Aufmerksamkeit schnell auf Risiken für das Gesamtwachstum verlagern.

Margen bleiben stark, der freie Cashflow steht unter Druck

Der Konsens erwartet ein operatives Ergebnis von rund 23,6 Milliarden US-Dollar bei einer operativen Marge von 12%. Für das kommende Quartal wird ein operatives Ergebnis von etwa 25,1 Milliarden US-Dollar erwartet. Die operative Entwicklung bleibt damit grundsätzlich stark. Amazon hat seine Profitabilität in mehreren Geschäftsbereichen verbessert. Gleichzeitig steigt der Anteil margenstarker Segmente wie AWS, Werbung und Drittanbieter-Services. Das Problem liegt jedoch beim freien Cashflow. Ein hohes operatives Ergebnis führt nicht automatisch zu einem ebenso hohen freien Cashflow. Bei jährlichen Investitionen von mehr als 200 Milliarden US-Dollar fließt ein großer Teil der erwirtschafteten Mittel direkt zurück in Rechenzentren, Server und KI-Infrastruktur.

Der Quartalsbericht wird deshalb auch zeigen, wie hochwertig das Wachstum tatsächlich ist. Amazon kann starke Umsätze und steigende Gewinne ausweisen. Anleger werden dennoch wissen wollen, wie viel Liquidität nach Finanzierung der Rekordinvestitionen übrig bleibt.

Amazon Prognose im Tageschart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 30.07.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Drei Szenarien für die Amazon Aktie

Die Reaktion der Amazon Aktie dürfte davon abhängen, wie AWS-Wachstum, KI-Nachfrage, Investitionen und Ausblick zusammenspielen.

Positives Szenario

Das positive Szenario setzt voraus, dass Amazon die Erwartungen klar übertrifft, AWS stärker wächst als prognostiziert und der Ausblick für das kommende Quartal überzeugt. Zusätzliche positive Impulse könnten entstehen, wenn das Management:

  • eine steigende Nachfrage nach KI-Diensten bestätigt
  • eine hohe Auslastung neuer Rechenzentren meldet
  • Fortschritte bei eigenen Chips zeigt
  • eine starke Kundenpipeline präsentiert
  • steigende Margen in AWS signalisiert

In diesem Fall könnten selbst Investitionen von mehr als 200 Milliarden US-Dollar positiv aufgenommen werden. Der Markt würde davon ausgehen, dass Amazon auf reale Nachfrage reagiert und Infrastruktur aufbaut, die in den kommenden Jahren deutlich höhere Umsätze generieren kann. Kurzfristiger Druck auf den freien Cashflow könnte dann in den Hintergrund treten. Der Fokus läge stärker auf dem langfristigen Wachstumspotenzial.

Neutrales Szenario

Im neutralen Szenario liegen die Ergebnisse weitgehend im Rahmen der Erwartungen. AWS wächst solide, der Konzern bestätigt seine starke operative Entwicklung und der Ausblick enthält keine größeren negativen Überraschungen. Gleichzeitig fehlen jedoch konkrete neue Hinweise darauf, dass sich die KI-Investitionen bereits messbar auszahlen. Ein solcher Bericht würde die fundamentale Stärke von Amazon bestätigen. Für eine deutlich positive Kursreaktion könnte das jedoch nicht ausreichen. Die Erwartungen an AWS, KI und Investitionsrenditen sind bereits sehr hoch. Anleger könnten deshalb weiter auf klarere Belege warten, dass die steigenden Ausgaben zu nachhaltigen wirtschaftlichen Vorteilen führen.

Negatives Szenario

Das negative Szenario würde eintreten, wenn AWS schwächer wächst als erwartet, der Ausblick vorsichtig ausfällt und die Investitionsausgaben weiter steigen.

Besonders problematisch wäre eine Kombination aus:

  • enttäuschendem AWS-Wachstum
  • schwächerer Nachfrage nach KI-Diensten
  • steigenden Investitionsausgaben
  • sinkendem freien Cashflow
  • vorsichtiger Prognose
  • fehlenden Fortschritten bei eigenen Chips

In diesem Fall könnte der Markt den Eindruck gewinnen, dass Amazon zu aggressiv investiert und der tatsächlichen Kundennachfrage vorausläuft. Die Aufmerksamkeit würde sich dann schnell von den langfristigen Chancen auf die kurzfristigen Risiken verlagern.

AWS-Wachstum und KI-Nachfrage bestimmen die Marktreaktion

Solange AWS stark wächst und die Nachfrage nach KI-Diensten zunimmt, dürfte der Markt den Druck auf den freien Cashflow akzeptieren. Bleiben die Investitionen dagegen extrem hoch, ohne dass sich das Umsatzwachstum entsprechend beschleunigt, könnten Anleger die Rendite auf das eingesetzte Kapital zunehmend infrage stellen. Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Amazon sich diese Investitionen leisten kann.

Das Unternehmen verfügt über:

  • hohe finanzielle Stabilität
  • eine starke Marktposition
  • enorme operative Ressourcen
  • eine globale Kundenbasis
  • umfangreiche technologische Fähigkeiten

Entscheidend ist, ob die Investitionen eine Grundlage für künftiges Gewinnwachstum schaffen. Der aktuelle KI-Investitionszyklus unterscheidet sich von früheren Technologiezyklen. Die großen Konzerne bauen nicht nur zusätzliche Kapazitäten auf. Sie schaffen eine Infrastruktur, die zur Basis künftiger digitaler Dienste, Unternehmensanwendungen und KI-Plattformen werden könnte.

Für Amazon steht AWS im Zentrum dieser Entwicklung.

Das Unternehmen muss beweisen, dass die neue Infrastruktur nicht nur mehr Rechenleistung bereitstellt, sondern gleichzeitig:

  • die Kundennachfrage erhöht
  • den Umsatz beschleunigt
  • die Auslastung verbessert
  • die Margen stabilisiert
  • langfristige Wettbewerbsvorteile schafft

Die wichtigsten Fragen für Anleger

Der Quartalsbericht muss Antworten auf mehrere zentrale Fragen liefern:

  • Kann AWS das Wachstum von rund 31% halten?
  • Wie entwickelt sich AWS im Vergleich zu Azure und Google Cloud?
  • Beschleunigt sich die Nachfrage nach KI-Diensten?
  • Wie schnell werden neue Rechenzentren ausgelastet?
  • Steigt die Nutzung eigener Amazon-Chips?
  • Wird Amazon die Investitionsprognose erhöhen?
  • Wie stark belasten die Ausgaben den freien Cashflow?
  • Bleibt das Konsumgeschäft robust?
  • Entwickeln sich Drittanbieter-Services weiter positiv?
  • Übertrifft der Ausblick die Erwartungen?

Fazit zur Amazon Aktie

Die fundamentale Ausgangslage von Amazon bleibt stark. AWS wächst deutlich schneller als der Gesamtkonzern und bleibt die wichtigste Quelle für Gewinnwachstum. Das Werbegeschäft und die Services für Drittanbieter erhöhen den Anteil margenstarker Umsätze. Gleichzeitig bleiben die operativen Margen robust. Der aktuelle Quartalsbericht wird jedoch zu einem Test der KI-Monetarisierung. Amazon muss zeigen, dass die stark steigenden Investitionen in Rechenzentren, Server und eigene Chips auf reale Nachfrage treffen. Nur dann lässt sich begründen, warum der Konzern mehr als 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr in neue Infrastruktur investiert.

Für die Amazon Aktie dürfte die Reaktion deshalb weniger von einzelnen Umsatz- oder Gewinnzahlen abhängen. Entscheidend wird sein, ob das Management glaubwürdig vermitteln kann, dass die KI-Investitionen künftiges Wachstum beschleunigen und langfristig höhere Erträge ermöglichen. Gelingt dieser Nachweis, könnte die Amazon Aktie neuen Auftrieb erhalten. Bleiben konkrete Fortschritte aus, dürfte die Börse Aktuell stärker auf den hohen Kapitalbedarf, den Druck auf den freien Cashflow und mögliche Überinvestitionen achten.

 

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FAQ zur Amazon Aktie

Warum steht die Amazon Aktie heute im Fokus?

Amazon veröffentlicht seinen Quartalsbericht. Anleger achten besonders auf AWS, die Entwicklung der KI-Nachfrage und den Ausblick für das kommende Quartal.

Warum ist AWS für Amazon so wichtig?

AWS erzielt höhere Margen als das klassische Handelsgeschäft und ist der wichtigste Treiber für operativen Gewinn und langfristiges Wachstum.

Welche Rolle spielen die KI-Investitionen?

Amazon investiert massiv in Rechenzentren, Server und eigene Chips. Der Markt erwartet Hinweise darauf, dass diese Ausgaben zu höherer Nachfrage, steigenden Umsätzen und besseren Margen führen.

Was könnte die Amazon Aktie belasten?

Schwächeres AWS-Wachstum, ein vorsichtiger Ausblick, steigende Investitionen und ein unter Druck geratener freier Cashflow könnten die Aktie belasten.

Was wäre positiv für die Amazon Aktie?

Ein stärker als erwartetes AWS-Wachstum, hohe Nachfrage nach KI-Diensten, Fortschritte bei eigenen Chips und ein optimistischer Ausblick könnten für positive Kursimpulse sorgen.

 

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