- Börse aktuell: Nahost-Eskalation und Ölpreise über 100 Dollar sorgen weltweit für Risikoaversion.
- Markt News: Wall Street gerät durch Tech-Aktien und neue Trump-Zölle deutlich unter Druck.
- Anlegerblick: DAX startet voraussichtlich leicht fester, während geopolitische Risiken das Marktgeschehen dominieren.
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- Markt News: Wall Street gerät durch Tech-Aktien und neue Trump-Zölle deutlich unter Druck.
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Die geopolitische Lage bleibt der wichtigste Belastungsfaktor für die Börse. Der Iran hat einen vom irakischen Premierminister vorgeschlagenen Waffenstillstand abgelehnt und angekündigt, dass ein möglicher US-Angriff auf Teheran Angriffe auf Tel Aviv sowie eine Blockade der Bab-al-Mandeb-Straße durch die Huthi-Miliz zur Folge hätte. US Central Command bestätigte unterdessen die 13. aufeinanderfolgende Nacht mit Luftangriffen auf iranische Militärziele. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezifferte die Kosten eines Krieges mit dem Iran für die USA auf rund 37,5 Milliarden Dollar.
Zusätzlich griffen die Huthi zwei saudische Öltanker im Roten Meer an. Damit entsteht neben der Straße von Hormus ein weiterer kritischer Engpass für den globalen Energiehandel.
Markt News: Trump verschärft den Zollstreit
Die US-Regierung unter Donald Trump hat eine neue Zollrunde gegen 60 Handelspartner gestartet. Seit Freitag gelten Zölle zwischen 10% und 12,5%, offiziell mit der Begründung unzureichender Maßnahmen gegen Zwangsarbeit. Sie ersetzen den auslaufenden globalen 10%-Zoll nach Section 122. Die Reaktionen fielen deutlich aus. Brasilien bezeichnete die Maßnahmen als "willkürlich", Australien als "ungerechtfertigt" und Japan sprach von einer "bedauerlichen" Entscheidung. Konkrete Gegenmaßnahmen wurden bislang jedoch nicht angekündigt.
Börse aktuell: Wall Street unter Druck
Die US-Börsen beendeten den Donnerstag mit deutlichen Verlusten. Der Dow Jones verlor mehr als 500 Punkte beziehungsweise rund 1% und verzeichnete damit den fünften Verlusttag innerhalb von sechs Handelstagen. Der S&P 500 gab um 1,2% nach, während der Nasdaq mit einem Minus von 2,2% den schwächsten Handelstag seit dem 23. Juni erlebte. Besonders belastend wirkten Tesla und Alphabet. Tesla brach um 15% ein und verzeichnete damit den größten Tagesverlust seit März 2025. Alphabet verlor 7% nach höheren Investitionsplänen im Bereich Künstliche Intelligenz. Zusammen vernichteten beide Unternehmen rund 500 Milliarden Dollar an Börsenwert. Am Freitag zeigen sich die Futures gemischt. Der S&P 500 notiert 0,13% im Minus, der Nasdaq verliert 0,44%, während der Dow Jones nahezu unverändert gehandelt wird.
Markt News aus Asien: Deutliche Verluste an den Börsen
Auch die asiatischen Aktienmärkte standen unter Druck. Der Nikkei 225 verlor rund 2,8%, der Topix rund 1%, während der Kospi um mehr als 5% einbrach. An der südkoreanischen Börse wurde daraufhin der sogenannte Sidecar-Mechanismus aktiviert, wodurch der algorithmische Handel vorübergehend ausgesetzt wurde. Der Hang Seng verlor 1,33%, der CSI 300 1,4% und der ASX 200 0,95%. Belastend wirkten vor allem steigende Ölpreise, die Eskalation im Nahen Osten sowie die neuen US-Zölle. Im Technologiesektor standen SK Hynix (-3,5%), Samsung (-4%) und SoftBank (-7,5%) besonders unter Verkaufsdruck.
Devisen: Yen bleibt schwach
Die japanische Kerninflation (VPI) stieg im Juni wie erwartet auf 1,6% im Jahresvergleich und legte damit erstmals seit März wieder zu. Der Yen bleibt dennoch in der Nähe seines 40-Jahres-Tiefs gegenüber dem US-Dollar. Das US-Finanzministerium drängt die Bank of Japan auf schnellere Zinserhöhungen. Gleichzeitig signalisierte Japans Finanzminister Katayama Bereitschaft zu möglichen Interventionen am Devisenmarkt.
Am Morgen zeigt sich der Devisenhandel weitgehend ruhig:
- EUR/USD: +0,17%
- GBP/USD: +0,18%
- USD/JPY: -0,01%
- USD/PLN: -0,24%
- EUR/PLN: -0,02%
Markt News: Öl steigt über 100 Dollar
Der Ölpreis bleibt das dominierende Thema an den Rohstoffmärkten. Brent übersprang erstmals seit Mai die Marke von 100 Dollar je Barrel und erreichte zwischenzeitlich 100,69 Dollar. Auslöser waren die Angriffe auf saudische Öltanker und die zunehmenden Sorgen über mögliche Lieferausfälle. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg auf 4,705% und damit auf den höchsten Stand seit Januar 2025. Analysten weisen darauf hin, dass die Märkte auf diese Eskalation nur unzureichend vorbereitet waren, was die starken Kursbewegungen zusätzlich verstärkt. Gold hält sich stabil nahe der Unterstützung bei 4.040 Dollar, während Silber um 1,14% zulegt.
Unternehmen im Fokus
Volkswagen enttäuschte mit seinen Quartalszahlen. Das operative Ergebnis sank um knapp 10% im Jahresvergleich auf 3,5 Milliarden Euro und lag damit unter den Erwartungen von 4,3 Milliarden Euro. Zudem erwartet der Konzern erstmals einen Umsatzrückgang von bis zu 3% im Jahr 2026, nachdem zuvor bereits der Abbau von bis zu 100.000 Stellen angekündigt worden war. Positive Signale kamen dagegen aus den USA. Intel erzielte mit einem Umsatzplus von 25% im Jahresvergleich auf 16,1 Milliarden Dollar das stärkste Wachstum seit 15 Jahren. Die Aktie legte nachbörslich um 9% zu.
Oracle gewann rund 3%, nachdem das Unternehmen einen zehnjährigen Softwarevertrag mit dem Pentagon im Volumen von bis zu sieben Milliarden Dollar abgeschlossen hatte. SAP notiert vorbörslich rund 3% höher. Der Cloud-Auftragsbestand stieg um 27% im Jahresvergleich auf 22,9 Milliarden Euro. Gleichzeitig senkte das Unternehmen aufgrund höherer Investitionen in KI-Daten seine Gewinnprognose für 2026.
Börse aktuell: Bitcoin stabil, Europa mit gemischtem Start
Bitcoin kann sich trotz der allgemein höheren Risikoaversion leicht behaupten und steigt um 0,85%. Zum europäischen Handelsstart wird ein gemischtes Bild erwartet. Der FTSE 100 dürfte leicht um 0,17% nachgeben. Für den DAX und den CAC 40 werden dagegen leichte Gewinne von 0,19% beziehungsweise 0,22% erwartet. Im Fokus der Anleger bleiben die Entwicklungen im Nahen Osten, der Ölpreis über 100 Dollar sowie die Auswirkungen der neuen US-Zölle auf die internationalen Finanzmärkte.
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