- Brent Rohölpreis unter Druck
- Terminmarkt signalisiert Deeskalation
- Risiken bleiben bestehen
- Brent Rohölpreis unter Druck
- Terminmarkt signalisiert Deeskalation
- Risiken bleiben bestehen
Der Brent Rohölpreis steht heute im Fokus der Märkte. Nach neuen Aussagen von US-Präsident Donald Trump gerieten die Ölpreise massiv unter Druck. Trump erklärte zunächst, dass die geplanten Angriffe auf den Iran in der vergangenen Nacht abgesagt wurden. Zudem deutete er an, dass ein Abkommen mit Teheran praktisch ausgehandelt sei und schon bald in Europa unterzeichnet werden könnte.
► Brent WKN: 967740 | ISIN: XC0009677409 | Ticker: Brent Öl
Der Brent Rohölpreis fiel daraufhin wieder unter die Marke von 90 US-Dollar je Barrel. Nach dem jüngsten Futures-Rollover notiert auch WTI Rohöl inzwischen unter 85 US-Dollar je Barrel.
Quelle: Bloomberg Finance LP, XTB
Bereinigt um die Auswirkungen der Futures-Rollovers liegen die Ölpreise aktuell nur noch rund 25% über dem Niveau vor Beginn des Konflikts. Historische Vergleiche mit den Jahren 1990 und 2022 sprechen für weiteres Abwärtspotenzial. Allerdings bleibt die Lage angespannt, da die Straße von Hormus weiterhin geschlossen ist.
Chart des Tages: Déjà-vu beim Brent Rohölpreis?
Trotz der starken Kursreaktion mahnt die Vergangenheit zur Vorsicht. Mehrere Faktoren sprechen dafür, dass die aktuelle Euphorie noch verfrüht sein könnte.
Frühere Ankündigungen blieben oft folgenlos
Donald Trump hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach erklärt, dass eine Einigung mit dem Iran kurz bevorstehe. Tatsächlich kam bislang jedoch kein entsprechendes Abkommen zustande. Gleichzeitig ist die Zahl der Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, zuletzt sogar stärker zurückgegangen als während der aktiven militärischen Auseinandersetzungen.
Iran bleibt zurückhaltend
Auch aus Teheran kommen deutlich vorsichtigere Signale. Die iranische Führung betont, dass noch keine endgültigen Vereinbarungen getroffen wurden. Lokale Medien berichten zudem, dass der Vertragstext bislang nicht offiziell genehmigt wurde.
Nach aktuellen Informationen könnte die Vereinbarung in Form eines Memorandums erfolgen. Dieses soll unter anderem eine 60-tägige Waffenruhe, die Aufhebung der Seeblockade sowie die Wiederaufnahme von Atomverhandlungen umfassen.
Die aktuellen Daten zeigen zudem, dass im März und April noch mehr Schiffe die Straße von Hormus passierten als heute. Ein Teil dieser Transporte dürfte allerdings aus dem Iran selbst gekommen sein.
Quelle: Bloomberg Finance LP, XTB
Brent Rohölpreis: Markt setzt auf Deeskalation
Trotz der Unsicherheiten glaubt der Markt zunehmend an eine diplomatische Lösung. Laut mehreren Stimmen von der Wall Street wächst die Überzeugung, dass beide Seiten bei einem Scheitern der Gespräche erhebliche Nachteile erleiden würden. Diese Erwartung spiegelt sich deutlich im Terminmarkt wider.
Forward-Kurve flacht ab
Die Risikoprämie für einen möglichen Krieg wird zunehmend aus den Ölpreisen herausgerechnet. Besonders die kurzfristigen Futures-Kontrakte geraten unter Druck, wodurch sich die gesamte Terminstruktur deutlich abflacht.
Kalender-Spreads fallen deutlich
Die Aussicht auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus ohne zusätzliche Beschränkungen reduziert die Sorgen über die kurzfristige Verfügbarkeit von Rohöl. Die Prämie für sofortige Lieferungen (Backwardation) sinkt daher deutlich. Die Spreads sind mittlerweile auf das Niveau vom Beginn des Konflikts zurückgefallen.
Quelle: Bloomberg Finance LP, XTB
Chart des Tages: Warum der Brent Rohölpreis dennoch Risiken birgt
Selbst wenn ein Abkommen unterzeichnet wird, dürfte die vollständige Normalisierung des Ölmarktes mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Zu den wichtigsten Herausforderungen zählen:
- Räumung von Minen in der Straße von Hormus
- Reparatur beschädigter Energieinfrastruktur nach Drohnenangriffen
- Wiederherstellung stillgelegter Förderkapazitäten
- Risiko einer erneuten Eskalation bei politischen Spannungen
Gleichzeitig bleibt der physische Ölmarkt angespannt. Die Lagerbestände gehen weltweit zurück. Zwar liegen die globalen Vorräte weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau, doch an wichtigen Standorten wie Singapur oder dem US-Lagerzentrum Cushing sind die Bestände inzwischen ungewöhnlich niedrig.
Sollten die normalen Lieferströme nicht zeitnah wiederhergestellt werden, könnten in den kommenden Wochen erneut Versorgungsengpässe entstehen.

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 12.06.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.
Fazit zum Chart des Tages
Der Brent Rohölpreis reagiert derzeit äußerst sensibel auf jede Nachricht rund um die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Während die Terminmärkte zunehmend auf eine Deeskalation setzen, bestehen weiterhin erhebliche Risiken für die globale Ölversorgung.
Für Anleger bleibt der Brent Rohölpreis damit eines der spannendsten Themen am Rohstoffmarkt. Ob die aktuelle Korrektur nachhaltig ist oder lediglich eine kurzfristige Reaktion darstellt, dürfte maßgeblich von den kommenden diplomatischen Entwicklungen abhängen.
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