11:43 · 31. Juli 2026

CHART des Tages: EURUSD nach der Fed-Sitzung. Der Markt dämpft die Erwartungen hinsichtlich einer Zinserhöhung

Chart des Tages: EURUSD Prognose - Fed bremst Zinserwartungen, Eurozone-VPI im Fokus
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Fed ließ die Zinsen unverändert und dämpfte die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen.
  • Der heutige VPI der Eurozone könnte die Erwartungen an die künftige EZB-Geldpolitik deutlich verändern.
  • Die weitere Entwicklung des EURUSD hängt vor allem davon ab, welche Zentralbank ihre restriktive Geldpolitik länger beibehält.

Der EURUSD steht zum Wochenschluss ganz im Zeichen der weiteren Verarbeitung der Fed-Sitzung vom Mittwoch sowie der jüngsten Konjunkturdaten aus den USA. Während die US-Notenbank die Leitzinsen unverändert ließ, richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer zunehmend auf die Frage, ob der Zinserhöhungszyklus tatsächlich seinem Ende entgegengeht. Gleichzeitig liefern robuste US-Wirtschaftsdaten weiterhin Argumente für eine länger restriktive Geldpolitik.

►EURUSD WKN 965275 | ISIN EU0009652759 | Ticker: EUR/USD

Fed-Kommunikation verändert die Erwartungen der Märkte

Die Zinsentscheidung der Federal Reserve brachte keine Überraschung. Deutlich wichtiger war die Kommunikation von Fed-Chef Kevin Warsh. Er betonte zwar, dass der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen sei und weiterhin Vorsicht geboten bleibe. Gleichzeitig vermied er jedoch klare Signale für weitere Zinserhöhungen.

Genau diese Zurückhaltung interpretierten die Finanzmärkte als Hinweis darauf, dass der Zinserhöhungszyklus weitgehend abgeschlossen sein könnte. Vor der Sitzung hatten Anleger noch mit bis zu zwei weiteren Zinsschritten im Jahresverlauf gerechnet. Diese Erwartungen wurden inzwischen deutlich zurückgenommen.

Für den US-Dollar bedeutet dies einen wichtigen Gegenwind, denn die Aussicht auf weiter steigende US-Zinsen gehörte bislang zu den wichtigsten Unterstützungsfaktoren der US-Währung.

EURUSD Prognose im Chart des Tages

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 31.07.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

US-Konjunkturdaten zeichnen ein gemischtes Bild

Auch die jüngsten Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten liefern keine eindeutige Richtung. Das Wirtschaftswachstum hat sich zuletzt abgeschwächt, was die Auswirkungen der bereits hohen Finanzierungskosten widerspiegelt. Gleichzeitig geht der Preisauftrieb gemessen am bevorzugten Inflationsmaß der Fed langsam zurück. Der PCE-Preisindex signalisiert zwar eine allmähliche Entspannung, bewegt sich jedoch weiterhin oberhalb des Inflationsziels der Notenbank. Ein wesentlicher Stabilitätsfaktor bleibt der US-Arbeitsmarkt. Trotz hoher Zinsen zeigt sich die Beschäftigung weiterhin robust, während sich auch der private Konsum vergleichsweise widerstandsfähig präsentiert. Für die EURUSD Prognose ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Schwächeres Wachstum spricht gegen weitere Zinserhöhungen, gleichzeitig erlaubt die robuste Wirtschaft der Fed, das aktuelle Zinsniveau länger beizubehalten.

Eurozonen-VPI rückt in den Mittelpunkt

Auf europäischer Seite richtet sich der Blick heute vollständig auf die Veröffentlichung der vorläufigen VPI-Daten der Eurozone. Für die Europäische Zentralbank ist entscheidend, wie schnell der Preisauftrieb weiter zurückgeht. Besonders die Entwicklung der Dienstleistungsinflation dürfte genau beobachtet werden. Sollte sich zeigen, dass die Inflation hartnäckiger bleibt als erwartet, könnten die Erwartungen an baldige Zinssenkungen der EZB weiter zurückgehen. Das würde den Euro kurzfristig unterstützen. Fällt der VPI hingegen schwächer aus als prognostiziert, dürfte der Markt größere Spielräume für eine lockerere Geldpolitik einpreisen. Davon könnte wiederum der US-Dollar profitieren.

Renditen bleiben der entscheidende Einflussfaktor

Trotz der veränderten Zinserwartungen bleiben die Renditen amerikanischer Staatsanleihen einer der wichtigsten Treiber am Devisenmarkt. Eine nachlassende Inflation bedeutet nicht automatisch einen dauerhaft schwächeren Dollar. Solange die Fed die Leitzinsen über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau hält, bleiben US-Anlagen für internationale Investoren attraktiv. Entsprechend achten Marktteilnehmer derzeit weniger auf einzelne Konjunkturdaten als vielmehr auf deren Auswirkungen auf die zukünftige Geldpolitik beider Zentralbanken.

Charttechnischer Ausblick: EURUSD zwischen zwei geldpolitischen Szenarien

Der EURUSD befindet sich aktuell zwischen zwei gegensätzlichen Entwicklungen. Auf der einen Seite belasten die deutlich gesunkenen Erwartungen weiterer Zinserhöhungen in den USA den Dollar. Auf der anderen Seite bleibt die US-Wirtschaft widerstandsfähig genug, um schnelle Zinssenkungen ebenfalls unwahrscheinlich erscheinen zu lassen. Für den Euro entscheidet sich die weitere Richtung maßgeblich an den Inflationsdaten der Eurozone. Bleibt der Preisauftrieb erhöht, könnte die EZB ihre restriktive Haltung länger beibehalten, was den Euro stützen würde. Geht die Inflation dagegen schneller zurück, dürften Zinssenkungsfantasien zunehmen und die Gemeinschaftswährung belasten. Damit bleibt die EURUSD Prognose in erster Linie eine Frage der unterschiedlichen geldpolitischen Erwartungen auf beiden Seiten des Atlantiks. Entscheidend wird sein, welche Notenbank ihre restriktive Ausrichtung länger aufrechterhalten kann.

Experten Fazit zur EURUSD Prognose

Nach der jüngsten Fed-Sitzung hat sich das Kräfteverhältnis am Devisenmarkt spürbar verändert. Während der US-Dollar durch gesunkene Erwartungen weiterer Zinserhöhungen belastet wird, verhindert die robuste Verfassung der US-Wirtschaft bislang eine stärkere Dollar-Schwäche.

Kurzfristig dürfte der vorläufige VPI der Eurozone den nächsten entscheidenden Impuls liefern. Mittelfristig bleibt der EURUSD vor allem von den geldpolitischen Entscheidungen der Fed und der EZB abhängig.

 

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FAQ

Wie lautet die aktuelle EURUSD Prognose?
Kurzfristig bleibt der EURUSD von den Inflationsdaten der Eurozone und den Erwartungen an die Geldpolitik von Fed und EZB abhängig.

Warum belastet die Fed den US-Dollar?
Weil nach der jüngsten Sitzung deutlich weniger weitere Zinserhöhungen eingepreist werden, wodurch der Zinsvorteil des US-Dollars schrumpft.

Warum ist der Eurozonen-VPI so wichtig?
Die Inflationsdaten liefern wichtige Hinweise darauf, wann die EZB ihre Geldpolitik lockern könnte und beeinflussen damit direkt den EURUSD-Kurs.

Jens Klatt

Marktanalyst bei XTB | Berlin

Jens Klatt ist seit über 20 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aufgrund seiner Erfahrung ist er ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen TV, z.B. bei ARD oder Welt.

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