13:12 · 3. August 2026

Die Wall Street erholt sich, da die Ergebnisse des zweiten Quartals die Erwartungen der Anleger deutlich übertreffen

S&P 500 Prognose: Starke Berichtssaison treibt US-Aktien
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Gewinne der Unternehmen im S&P 500 steigen im zweiten Quartal voraussichtlich um 47,4% im Jahresvergleich und damit deutlich stärker als ursprünglich erwartet.
  • Alphabet und Amazon prägen das Gesamtbild erheblich. Ohne beide Konzerne läge das Gewinnwachstum bei 28,8%.
  • Der S&P 500 notiert nur rund 80 Punkte unter seinem Allzeithoch. Oberhalb von 7.600 Punkten bleibt die technische S&P 500 Prognose positiv.

Die Berichtssaison für das zweite Quartal 2026 übertrifft die Erwartungen der Wall Street deutlich und unterstreicht die hohe Ertragskraft der US-Unternehmen. Die meisten Konzerne schlagen nicht nur die Prognosen der Analysten, sondern sorgen zugleich für steigende Gewinnschätzungen im gesamten S&P 500. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnten die Unternehmen laut FactSet das stärkste Gewinnwachstum seit Ende 2021 erzielen.

► S&P 500 WKN A0AET0 | ISIN US78378X1072 | Ticker: S&P 500

Für die Börse aktuell sind die überzeugenden Quartalszahlen ein wichtiger Kurstreiber. Allerdings zeigt der Blick auf die Daten auch, dass ein erheblicher Teil des Gewinnwachstums auf wenige Technologiekonzerne entfällt. Besonders Alphabet und Amazon prägen das Gesamtbild.

S&P 500 Prognose: Die wichtigsten Erkenntnisse

  • 86% der Unternehmen übertreffen die Erwartungen beim Gewinn je Aktie.
  • 77% melden höhere Umsätze als von Analysten prognostiziert.
  • Das Gewinnwachstum erreicht im zweiten Quartal voraussichtlich 47,4% im Jahresvergleich.
  • Ohne Alphabet und Amazon würde das Gewinnwachstum lediglich 28,8% betragen.
  • International ausgerichtete Unternehmen wachsen deutlich stärker als binnenorientierte Konzerne.
  • Der S&P 500 liegt nur noch rund 80 Punkte unter seinem bisherigen Allzeithoch.

S&P 500 mit stärkstem Gewinnwachstum seit Ende 2021

Nach den bislang vorgelegten Geschäftszahlen haben 86% der Unternehmen im S&P 500 die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Gleichzeitig meldeten 77% der Konzerne höhere Umsätze als prognostiziert. Die kombinierte Gewinnwachstumsrate für das zweite Quartal 2026 liegt derzeit bei 47,4% im Jahresvergleich. Sollte dieser Wert bis zum Ende der Berichtssaison Bestand haben, wäre dies das stärkste Gewinnwachstum seit dem vierten Quartal 2021. Damals hatten die Unternehmensgewinne um 91,6% zugelegt. Noch am 30. Juni hatten Analysten lediglich mit einem Gewinnwachstum von 23,2% im Jahresvergleich gerechnet. Damit haben sich die Schätzungen während der laufenden Berichtssaison nahezu verdoppelt. Bei neun der elf Sektoren des S&P 500 wurden die Gewinnprognosen inzwischen angehoben. Ausschlaggebend sind besser als erwartete Quartalsergebnisse sowie positive Revisionen der Schätzungen für den Gewinn je Aktie. Auch der Ausblick auf das dritte Quartal fällt überwiegend positiv aus. Bislang haben 34 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Gewinnprognosen angehoben. Dem stehen lediglich 20 Unternehmen mit negativen Ausblicken gegenüber.

Börse aktuell: Bewertung des S&P 500 bleibt anspruchsvoll

Der S&P 500 wird derzeit mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis für die kommenden zwölf Monate von 19,6 bewertet. Damit liegt die Bewertung knapp unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre von 19,9, aber leicht über dem Zehnjahresdurchschnitt von 19,0. Die Bewertung erscheint damit weder ausgesprochen günstig noch extrem überzogen. Entscheidend für die weitere S&P 500 Prognose dürfte sein, ob die hohen Gewinnschätzungen in den kommenden Quartalen bestätigt werden können. Sollten die Gewinnerwartungen weiter steigen, könnte dies das aktuelle Bewertungsniveau fundamental stützen. Enttäuschende Ausblicke oder sinkende Margen würden dagegen das Risiko einer Neubewertung erhöhen. Das gilt insbesondere für die großen Technologieunternehmen, deren Ergebnisse einen erheblichen Einfluss auf die Gewinnentwicklung des Gesamtindex haben.

S&P 500 Chartanalyse: Aufwärtstrend gewinnt an Dynamik

Der S&P 500 hat im Tageschart im Bereich von 7.300 Punkten eine tragfähige Unterstützung gefunden. Von dort aus setzte der Index seine Aufwärtsbewegung fort und durchbrach die Marke von 7.600 Punkten deutlich. Die Erholung erstreckt sich mittlerweile über drei Handelstage in Folge. Damit fehlen dem Index nur noch rund 80 Punkte bis zum bisherigen Allzeithoch. Das kurzfristige Chartbild bleibt konstruktiv, solange sich der S&P 500 oberhalb von 7.600 Punkten behaupten kann. Ein nachhaltiger Ausbruch über das Rekordhoch könnte ein weiteres technisches Kaufsignal auslösen und die Aufwärtsbewegung beschleunigen. Fällt der Index hingegen wieder unter 7.600 Punkte zurück, wäre zunächst mit einer Konsolidierung zu rechnen. Die Zone um 7.300 Punkte bildet dabei eine wichtige Unterstützung für die mittelfristige S&P 500 Prognose.

SP500 Prognose im Tageschart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 03.08.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in Punkten. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Amazon und Alphabet dominieren das Gewinnwachstum

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der laufenden Berichtssaison ist der außergewöhnlich hohe Einfluss der größten Technologieunternehmen auf die Gewinnentwicklung des S&P 500. Zwar verbessern sich die Ergebnisse in fast allen Wirtschaftsbereichen, doch Alphabet und Amazon tragen einen erheblichen Teil zum Anstieg der aggregierten Gewinnerwartungen bei. Innerhalb einer Woche erhöhte sich die prognostizierte Gewinnwachstumsrate für das zweite Quartal von 38,0% auf 47,4% im Jahresvergleich. Amazon leistete den größten Beitrag zu dieser Aufwärtsrevision.

Der Konzern meldete nach GAAP einen Gewinn je Aktie von 55,75 US-Dollar und übertraf damit die Konsensprognose von 1,82 US-Dollar erheblich. Laut FactSet entfielen rund 76% des wöchentlichen Anstiegs der erwarteten Gewinnwachstumsrate im S&P 500 allein auf Amazon. Das außergewöhnlich hohe Ergebnis beruhte allerdings größtenteils auf einem einmaligen Vorsteuergewinn von 53,4 Mrd. US-Dollar. Dieser stand vor allem im Zusammenhang mit der Beteiligung des Unternehmens am KI-Entwickler Anthropic. FactSet berücksichtigte diesen Sondereffekt, da auch die Mehrheit der Analysten ihre Prognosen auf Grundlage des GAAP-Gewinns je Aktie erstellt hatte. Dadurch bleibt die Vergleichbarkeit mit den Konsensschätzungen erhalten.

S&P 500 ohne Alphabet und Amazon deutlich schwächer

Alphabet ist im zweiten Quartal weiterhin der größte Einzelbeitragsleister zum Gewinnwachstum des S&P 500. Amazon rückte nach der Veröffentlichung seiner Zahlen auf den zweiten Platz vor. Ohne Alphabet und Amazon würde die prognostizierte Gewinnwachstumsrate des Index von 47,4% auf 28,8% im Jahresvergleich sinken. Der Unterschied zeigt, wie stark wenige Megakonzerne die gesamte Gewinnstatistik beeinflussen. Trotzdem bleibt das fundamentale Gesamtbild robust. Auch ohne die beiden Technologiekonzerne würde der S&P 500 das zweite Quartal in Folge ein Gewinnwachstum von mehr als 20% erreichen. Zugleich wäre es das siebte Quartal in Folge mit einem zweistelligen Gewinnzuwachs. Für Anleger bedeutet dies, dass die Berichtssaison nicht ausschließlich von Amazon und Alphabet getragen wird. Die Konzentration auf wenige Unternehmen ist jedoch groß genug, um bei künftigen Enttäuschungen eine erhöhte Volatilität auszulösen.

Internationale Unternehmen wachsen deutlich stärker

Unternehmen mit einem hohen Umsatzanteil außerhalb der USA erzielen derzeit wesentlich höhere Gewinn- und Umsatzsteigerungen als Konzerne, die sich vorwiegend auf den US-Binnenmarkt konzentrieren. Das ist besonders bemerkenswert, da ein starker US-Dollar die im Ausland erzielten Umsätze bei der Umrechnung normalerweise belastet. In der laufenden Berichtssaison hat die internationale Ausrichtung die Geschäftsentwicklung jedoch nicht gebremst. Sie gehört vielmehr zu den wichtigsten Wachstumstreibern.

Unternehmen, die mehr als 50% ihrer Umsätze außerhalb der USA erwirtschaften, melden ein Gewinnwachstum von 74,7% im Jahresvergleich. Bei binnenorientierten Unternehmen liegt das Plus lediglich bei 35,5%. Auch bei den Umsätzen zeigt sich ein deutlicher Unterschied. International ausgerichtete Konzerne steigern ihre Erlöse um 20,5%, während Unternehmen mit überwiegend inländischem Geschäft ein Wachstum von 12,0% erreichen.

Unternehmensgruppe Gewinnwachstum Umsatzwachstum
Mehr als 50% Umsatz außerhalb der USA 74,7% 20,5%
Mehrheit der Umsätze innerhalb der USA 35,5% 12,0%
Gesamter S&P 500 47,4% -

Globale Großkonzerne verzerren auch den internationalen Vergleich

Alphabet, Exxon Mobil und Chevron sind die drei größten Treiber des Gewinnwachstums bei international ausgerichteten Unternehmen. Ohne diese Konzerne würde die erwartete Gewinnsteigerung dieser Unternehmensgruppe von 74,7% auf 27,5% zurückgehen. Das Umsatzwachstum würde sich ohne Alphabet, Exxon Mobil und Chevron von 20,5% auf 16,0% reduzieren. Auch hier zeigt sich somit eine ausgeprägte Konzentration auf wenige globale Großunternehmen. Die Daten sprechen dennoch dafür, dass Konzerne mit internationaler Präsenz aktuell stärker von der globalen Nachfrage profitieren. Für die weitere Entwicklung bleiben Wechselkurse, Rohstoffpreise und geopolitische Risiken wichtige Einflussfaktoren.

S&P 500 Prognose: Allzeithoch rückt in den Fokus

Die Kombination aus starken Quartalsergebnissen, steigenden Gewinnschätzungen und einem konstruktiven Chartbild spricht zunächst für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung. Der S&P 500 befindet sich nur noch rund 80 Punkte unter seinem Allzeithoch und könnte dieses bei anhaltendem Kaufinteresse kurzfristig testen. Ein Ausbruch auf ein neues Rekordhoch würde die positive technische Struktur bestätigen. Fundamental wird die Rally durch das breit angelegte Gewinnwachstum gestützt, auch wenn Alphabet und Amazon die aggregierten Daten erheblich beeinflussen.

Risiken ergeben sich aus der hohen Marktkonzentration, der nicht mehr günstigen Bewertung sowie dem einmaligen Charakter eines großen Teils des Amazon-Ergebnisses. Anleger sollten deshalb neben dem Indexstand besonders die künftigen Unternehmensprognosen und die Entwicklung der Gewinnschätzungen beobachten.

Quelle: FactSet

 

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FAQ zur S&P 500 Prognose

Wie hoch ist das Gewinnwachstum im S&P 500?

Die kombinierte Gewinnwachstumsrate für das zweite Quartal 2026 liegt laut FactSet derzeit bei 47,4% im Jahresvergleich. Das wäre der höchste Wert seit dem vierten Quartal 2021.

Wie viele Unternehmen übertreffen die Erwartungen?

Bislang haben 86% der Unternehmen die Erwartungen beim Gewinn je Aktie übertroffen. Bei den Umsätzen lagen 77% über den Prognosen der Analysten.

Welchen Einfluss haben Amazon und Alphabet?

Alphabet und Amazon leisten einen außergewöhnlich hohen Beitrag zum Gewinnwachstum. Ohne die beiden Unternehmen würde die Wachstumsrate des S&P 500 von 47,4% auf 28,8% sinken.

Ist der S&P 500 derzeit hoch bewertet?

Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für die kommenden zwölf Monate liegt bei 19,6. Damit befindet es sich knapp unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 19,9, aber über dem Zehnjahresdurchschnitt von 19,0.

Welche Marken sind für die S&P 500 Prognose wichtig?

Die Marke von 7.600 Punkten dient kurzfristig als wichtige Orientierung. Oberhalb dieses Niveaus bleibt ein Test des Allzeithochs wahrscheinlich. Die Zone um 7.300 Punkte stellt eine zentrale Unterstützung dar.

Warum wachsen internationale US-Konzerne stärker?

Unternehmen mit hohen Auslandsumsätzen profitieren von der globalen Nachfrage und der starken Entwicklung großer multinationaler Konzerne. Alphabet, Exxon Mobil und Chevron tragen allerdings überproportional zum Wachstum dieser Gruppe bei.

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