10:42 · 24. Juli 2026

EILMELDUNG: Erholung in der Eurozone? Positive PMI-Daten werden durch hohe Öl- und Gaspreise gedämpft

EURUSD Prognose: Starke PMI-Daten aus der Eurozone - Forex Aktuell mit Blick auf den US-PMI
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Eurozonen-PMIs überraschen deutlich positiv und stützen den Euro kurzfristig.
  • Der Fokus der Devisenmärkte richtet sich nun auf die US-PMI-Daten als nächsten Impulsgeber.
  • Die weitere Entwicklung der Energiepreise dürfte entscheidend für die nächste EURUSD-Bewegung bleiben.

Die Einkaufsmanagerindizes der Eurozone haben die Erwartungen deutlich übertroffen und liefern der Gemeinschaftswährung kurzfristig Rückenwind. Der Composite PMI stieg auf 51,9 Punkte und lag damit klar über der Prognose von 50,2 sowie dem Vormonatswert von 50,0. Damit kletterte der Index erstmals seit März wieder über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten und erreichte den höchsten Stand seit fünf Monaten.

► EURUSD WKN 965275 | ISIN EU0009652759 | Ticker: EUR/USD

Auch die Teilindizes fielen stärker aus als erwartet:

  • Composite PMI: 51,9 | Prognose: 50,2 | Vorher: 50,0
  • Industrie: 52,0 | Prognose: 51,5 | Vorher: 51,4
  • Dienstleistungen: 51,6 | Prognose: 49,8 | Vorher: 49,4

Positiv für die Europäische Zentralbank ist, dass der Kostendruck auf den niedrigsten Stand seit Beginn des Nahostkriegs gefallen ist. Dadurch nimmt der Druck auf weitere Zinserhöhungen vorerst ab. Allerdings könnte dieser Effekt nur von kurzer Dauer sein, da Ölpreise inzwischen wieder die Marke von 100 US-Dollar erreicht haben und Gaspreise über 60 Euro je MWh notieren. Die endgültigen PMI-Daten könnten zudem noch nach unten revidiert werden.

Deutschland: Unerwartete Rückkehr auf Wachstumskurs

Auch Deutschland überraschte mit einer deutlich besseren Entwicklung. Der Composite PMI stieg auf 51,2 Punkte und beendete damit eine dreimonatige Schwächephase.

  • Composite PMI: 51,2 | Prognose: 49,7 | Vorher: 49,5
  • Industrie: 52,2 | Prognose: 50,5 | Vorher: 50,3
  • Dienstleistungen: 49,6 | Prognose: 49,0 | Vorher: 48,6

Vor allem die Industrie erwies sich als Wachstumsmotor und erreichte den höchsten Stand seit vier Monaten. Der Dienstleistungssektor verbesserte sich ebenfalls deutlich, blieb jedoch weiterhin knapp unter der Wachstumsschwelle. Trotz des gelungenen Starts ins dritte Quartal belasten geopolitische Risiken und steigende Energiepreise weiterhin den wirtschaftlichen Ausblick.

Frankreich: Positive Überraschung trotz schwächerer Industrie

Auch Frankreich schnitt besser ab als von Analysten erwartet. Der Composite PMI näherte sich der Wachstumsschwelle weiter an.

  • Composite PMI: 49,6 | Prognose: 47,8 | Vorher: 47,2
  • Dienstleistungen: 49,8 | Prognose: 47,5 | Vorher: 46,8
  • Industrie: 50,0 | Vorher: 50,0

Während der Dienstleistungssektor den höchsten Wert seit Dezember erreichte, enttäuschte die Industrie mit einer Abkühlung auf neutrale 50 Punkte. Steigende Kraftstoffpreise sowie politische Unsicherheiten im Vorfeld der Präsidentschaftswahl sorgen weiterhin für ein fragiles wirtschaftliches Umfeld.

Forex Aktuell: Asien gemischt, Fokus richtet sich auf die USA

Die asiatischen Konjunkturdaten zeichnen insgesamt ein gemischtes Bild. Zwar bleiben viele Indikatoren oberhalb der Wachstumsschwelle, doch zeigen sich erste Bremsspuren. Japans Industrie bleibt robust, verfehlte jedoch die Erwartungen. In Indien verlangsamte sich das Wachstum des Privatsektors, insbesondere aufgrund einer Abschwächung im Dienstleistungsbereich. Hohe Rohstoffkosten und anhaltende Belastungen in den Lieferketten bleiben zentrale Risiken.

Am Nachmittag richtet sich die Aufmerksamkeit der Devisenmärkte auf die vorläufigen US-PMI-Daten. Die US-Wirtschaft zeigte sich bislang widerstandsfähig, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe. Anleger werden nun genau beobachten, wie Unternehmen mit hohen Zinsen, steigenden Lohnkosten und den Auswirkungen der Zollpolitik umgehen. Die heutigen Zahlen könnten entscheidend für die kurzfristige Richtung im Devisenmarkt sein.

EURUSD Prognose: Technischer Ausblick

Aus charttechnischer Sicht bricht der EURUSD aktuell aus einem aufwärtsgerichteten Trendkanal aus, der bislang lediglich eine Korrektur innerhalb des seit Mitte April bestehenden Abwärtstrends darstellte. Wichtige Widerstände liegen derzeit im Bereich von 1,1400 sowie am 25-Tage-Durchschnitt.

EURUSD Prognose im Tageschart
Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 24.07.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance.  Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Ein wesentlicher Risikofaktor bleiben die deutlich steigenden Gaspreise. Sollte der Gaspreis in Richtung 100 Euro je MWh steigen, dürfte dies zusätzlichen Druck auf den Euro ausüben. In diesem Szenario wären Rückgänge unter 1,1300 und anschließend bis 1,1250 denkbar.

Sollten sich die Energiepreise dagegen wieder entspannen, könnte der EURUSD den gleitenden 25-Tage-Durchschnitt zurückerobern und einen erneuten Anstieg in Richtung 1,1500 starten.

 

 

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FAQ

Warum reagiert der EURUSD auf die PMI-Daten?
Die Einkaufsmanagerindizes gelten als Frühindikatoren für die Konjunktur und beeinflussen die Erwartungen an die Geldpolitik der EZB und der Fed.

Warum sind die Energiepreise für den Euro wichtig?
Steigende Gas- und Ölpreise belasten die europäische Wirtschaft stärker als die US-Wirtschaft und können dadurch den Euro schwächen.

Welche Marken sind beim EURUSD jetzt entscheidend?
Kurzfristig stehen 1,1400 als Widerstand sowie 1,1300 und 1,1250 als wichtige Unterstützungen im Fokus.

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