- Euro unter Druck
- Zins-Wetten explodieren
- PCE-Showdown am Nachmittag
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EURUSD im Zins-Krimi: US-PCE-Inflation vor Veröffentlichung versetzt die Börse Aktuell in Hochspannung
Das weltweit meistgehandelte Währungspaar befindet sich in einer kritischen Phase und sorgt an der Börse Aktuell für erhebliche Bewegung. Über den vergangenen Monat ist der Euro-Kurs gegenüber dem Greenback um 2,5 % eingebrochen und hat die charttechnisch wie psychologisch tiefere Marke von 1,135 erreicht. Für diese massive Stärkung des US-Dollars ist eine Kombination verschiedener Faktoren verantwortlich: Neben robusten PMI-Konjunkturdaten für den Monat Juni und einem von Halbleiter-Aktien ausgelösten Ausverkauf an den Aktienmärkten war es vor allem das jüngste FOMC-Treffen der US-Notenbank Federal Reserve, das die Zinserwartungen jenseits des Atlantiks drastisch nach oben schnellen ließ. Am heutigen Nachmittag um genau 14:30 Uhr steht nun die Veröffentlichung der US-PCE-Inflationsdaten für Mai an – die wohl wichtigste makroökonomische Kennzahl der gesamten Woche, die über den weiteren Trend beim EURUSD entscheiden wird.
► EURUSD WKN: 965275 | ISIN: EU0009652759 | Ticker: EURUSD
Key Takeaways
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Euro unter Druck: Der EURUSD-Kurs rutscht nach falkenhaften Fed-Signalen im Monatsvergleich um 2,5 % ab.
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Zins-Wetten explodieren: Das neue „Dot Plot“ zeigt, dass die Hälfte der Fed-Mitglieder eine Zinserhöhung fordert.
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PCE-Showdown am Nachmittag: Weicht die Kernrate vom Konsens (3,4 % YoY) ab, drohen heftige Kursausschläge.
Das falkenhafte Fed-Muster: Warum der US-Dollar die Märkte dominiert
Nachdem sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und rund um die Straße von Hormuz etwas beruhigt haben, richtet sich der Fokus der Akteure an der Börse Aktuell wieder vollkommen auf die nackten makroökonomischen Fundamentaldaten. Und diese sprechen derzeit eine klare Sprache zugunsten des Dollars. Das im Juni veröffentlichte „Dot Plot“ der US-Notenbank offenbarte eine überraschend restriktive Haltung: Die Hälfte der Ratsmitglieder erachtet eine weitere Zinserhöhung noch vor dem Jahresende als den rationalsten Schritt; jeder dritte Notenbanker prognostiziert sogar zwei oder mehr Zinsanhebungen.
Der Markt hat darauf prompt reagiert und preist im Vorfeld des PCE-Berichts Zinsanhebungen im Umfang von rund 40 Basispunkten bis zum Jahresende ein. Zum Vergleich: Vor der Fed-Sitzung war nicht einmal ein einziger Zinsschritt vollständig eingepreist. Da die historisch hohen Ölpreise in diesem Monat letztmalig so stark in die Gesamtinflation einfließen dürften, fungiert der heutige Tag als ultimativer Gradmesser. Sollte die Kernrate keine Signale für ein Übergreifen der Teuerung auf andere Wirtschaftssektoren liefern, könnten die Zinswetten rasch wieder in sich zusammenbrechen.
Erwartungen für den US-PCE-Bericht (Konsens):• Headline-PCE (Jahr-zu-Jahr): 4,1 % (Vorwert: 3,8 %) • Headline-PCE (Monat-zu-Monat): 0,4 % (Vorwert: 0,4 %) • Core-PCE (Jahr-zu-Jahr): 3,4 % (Vorwert: 3,3 %) • Core-PCE (Monat-zu-Monat): 0,3 % (Vorwert: 0,2 %)
Der PCE-Index: Das bevorzugte Maß der Federal Reserve auf dem Prüfstand
Obwohl die PCE-Daten im Vergleich zum klassischen Verbraucherpreisindex (VPI/CPI) mit einer Verzögerung von mehr als zwei Wochen veröffentlicht werden, besitzen sie für den EURUSD-Handel einen unschätzbaren Wert. Die Federal Reserve nutzt explizit diesen Index als primäre Entscheidungsgrundlage für die Adjustierung des Zinsniveaus. Flankiert wird der Inflationsbericht heute von einem massiven Daten-Cluster: Zeitgleich um 14:30 Uhr werden die Revision des Q1-BIP, die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter, die persönlichen Einkommen und Ausgaben der Amerikaner sowie die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe publiziert.
Der primäre Fokus an der Börse Aktuell liegt jedoch ganz klar auf der Kernrate, welche die volatilen Segmente Nahrungsmittel und Energie ausschließt. Sie liefert das verlässlichste Bild über den festsitzenden Preisdruck in den USA. Aktuell taxiert der Markt die Wahrscheinlichkeit für zwei Zinserhöhungen bis zum Jahresende auf rund 45 %. Sollte der Core-PCE-Wert nun spürbar unterhalb des Konsenses von 3,4 % YoY reinkommen, wird dies an den Devisenmärkten eine prozyklische, taubenhafte Neubewertung auslösen und den überbewerteten US-Dollar auf breiter Front schwächen.

Fazit
Für das Währungspaar EURUSD steht heute am Nachmittag alles auf dem Spiel. Die Börse Aktuell hat den US-Dollar im Zuge der restriktiven Fed-Projektionen massiv nach oben gepeitscht und den Euro unter die Marke von 1,135 gedrückt. Doch die Erwartungshaltung ist extrem hochgeschraubt. Sollten die anstehenden Core-PCE-Daten die prognostizierte Heißlauf-Marke von 3,4 % verfehlen und niedriger ausfallen, bietet sich Kontra-Tradern beim Euro ein exzellentes Setup für eine dynamische Short-Squeeze-Rallye in Richtung 1,145. Liefert die Kernrate hingegen eine Bestätigung oder gar ein Überschießen des Konsenses, dürfte das falkenhafte Momentum den Dollar weiter stärken und den Euro mittelfristig in Richtung der psychologischen Unterstützung bei 1,120 abwerten.
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