15:56 · 21. Mai 2026

Kaffeepreise fallen auf den Tiefststand vom November 2024, da Brasilien auf eine Rekordernte zusteuert 📉

Kaffeepreis unter Druck - Börse Aktuell: Arabica fällt auf tiefsten Stand seit 2024
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Kaffeepreis ist seit Jahresbeginn um mehr als 20 % gefallen 
  • Die CoT-Daten zeigen einen klaren Stimmungswechsel
  • Trotz des bearishen Marktbildes bleibt das Wetter in Brasilien der wichtigste Risikofaktor  

Der Kaffeepreis für Arabica-Futures an der ICE steht massiv unter Druck und notiert aktuell auf dem tiefsten Niveau seit Herbst 2024. Hauptgrund ist die laufende Ernte in Brasilien sowie die Erwartung eines deutlich steigenden Angebots durch den weltweit größten Kaffeeproduzenten. Laut Einschätzungen der Ecom Group könnte die brasilianische Kaffeeernte in diesem Jahr sogar ein Rekordniveau erreichen. Für den Markt wäre das von zentraler Bedeutung, da höhere Produktionsmengen die globalen Lagerbestände wieder auffüllen könnten.

► Coffee WKN: A3G8J3 | ISIN: JE00BN7KB557 | Ticker: COFF

Bereits seit Jahresbeginn hat der Arabica-Kaffeepreis mehr als 20 % verloren. Verantwortlich dafür sind vor allem die verbesserten Produktionsaussichten in Brasilien. Gleichzeitig liefert der aktuelle Commitment of Traders Report (CoT) der CFTC wichtige Hinweise darauf, wie Produzenten und Spekulanten derzeit am Markt positioniert sind.

Kaffeepreis: Verschwindet das Risiko niedriger Lagerbestände?

Die Bestände in überwachten Lagerhäusern waren in den vergangenen fünf Jahren aufgrund von Dürren und Frostperioden kontinuierlich gefallen. Nun beginnt sich die Marktstimmung zu verändern. Statt struktureller Angebotsdefizite rückt zunehmend das Szenario eines Überschusses in den Fokus.

Kurzfristig bleibt das Wetter in Brasilien der wichtigste Risikofaktor für den Kaffeepreis. Starke Regenfälle sorgen derzeit für Sorgen hinsichtlich möglicher Ernteunterbrechungen und Qualitätsprobleme in Regionen wie Minas Gerais. Meteorologen von Climatempo erwarten in den kommenden Tagen weitere kräftige Niederschläge sowie instabile Wetterbedingungen rund um São Paulo.

Bislang reichen die Niederschläge jedoch nicht aus, um die laufende Ernte erheblich zu beeinträchtigen. Rabobank geht davon aus, dass der Markt ohne größere Wetterextreme schrittweise in eine Phase deutlicher Überschüsse übergehen dürfte. Das würde zusätzlichen Druck auf den Kaffeepreis ausüben.

Mittelfristig bleiben jedoch Risiken bestehen. Ein starkes El Niño-Phänomen in der Saison 2027 könnte die nächste brasilianische Ernte belasten. Zusätzlich gelten die Regenfälle im September und Oktober als entscheidend für die Blütephase der Kaffeepflanzen.

Derzeit dominiert klar die Angebotsseite den Markt. Dennoch reagiert der Kaffeepreis weiterhin äußerst sensibel auf wetterbedingte Risiken in Brasilien. Gleichzeitig steigt die Nachfrage aus China kontinuierlich weiter an. Insgesamt bleibt das Angebotsthema aktuell marktbestimmend und belastet die Preise.

Börse Aktuell: Wichtige Kursmarken beim Kaffeepreis

Coffee Prognose im Tageschart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 21.05.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Charttechnisch ist der Kaffeepreis inzwischen auf das Niveau von Mitte November 2024 zurückgefallen.

Für die Bullen bleibt ein Anstieg über die Marke von 280 entscheidend, da dort wichtige historische Widerstände verlaufen. Auf der Unterseite könnten die Bären versuchen, den Preis in Richtung 240 zu drücken. Dort befindet sich eine bedeutende Unterstützungszone aus dem Herbst 2024.

CoT-Daten: Positionieren sich Spekulanten weiter bärisch?

Der aktuelle CoT-Report für Arabica-Kaffee vom 12. Mai 2026 zeigt einen deutlichen Wandel der Marktstimmung. Während zuvor Sorgen über Angebotsknappheit dominierten, setzen Marktteilnehmer nun zunehmend auf steigendes Angebot und fallende Preise.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Commercials - also Produzenten, Exporteuren und Hedgern. Diese bleiben zwar netto stark short positioniert, reduzieren ihre Absicherungen jedoch langsam. Die Gruppe hält derzeit rund 38.841 Long-Kontrakte und 64.470 Short-Kontrakte. Daraus ergibt sich eine Netto-Short-Position von etwa 25.600 Kontrakten.

Interessant ist dabei, dass die Long-Positionen der Commercials zuletzt um 5.527 Kontrakte gestiegen sind, während Short-Positionen leicht zurückgingen. Das deutet darauf hin, dass professionelle Marktteilnehmer den jüngsten Preisrückgang teilweise bereits als ausreichend ansehen.

Deutlich bearish zeigen sich hingegen spekulative Fonds. Die Kategorie Managed Money reduzierte ihre Long-Positionen und erhöhte gleichzeitig massiv die Short-Seite. Fonds halten aktuell 46.876 Long- und 16.506 Short-Kontrakte. Zwar bleibt die Netto-Position noch positiv, doch die Dynamik signalisiert eine klare Verschlechterung der Marktstimmung.

Die Long-Positionen gingen um 895 Kontrakte zurück, während Shorts um 3.578 Kontrakte anstiegen. Damit verabschieden sich viele Spekulanten zunehmend vom Narrativ struktureller Angebotsengpässe.

Quelle: CFTC, CoT

Steigendes Open Interest bestätigt Abwärtstrend

Das gesamte Open Interest stieg zuletzt auf 182.249 Kontrakte und erhöhte sich damit im Wochenvergleich um 6.204 Kontrakte. Fallende Preise bei gleichzeitig steigendem Open Interest gelten technisch häufig als Bestätigung eines intakten Abwärtstrends, da neues Kapital überwiegend auf der Short-Seite in den Markt fließt.

Commercials halten weiterhin einen großen Anteil der gesamten Short-Positionen und nutzen das aktuelle Preisniveau aktiv zur Absicherung ihrer Verkäufe. Gleichzeitig fiel der Anteil spekulativer Long-Positionen deutlich von zuvor 39,3 % auf nur noch 25,7 %.

Aktuell zeigt sich damit folgendes Bild am Kaffeemarkt:

  • Commercials bleiben grundsätzlich bearish, jedoch weniger aggressiv als zuvor
  • Spekulative Fonds beginnen erst damit, ihre bullischen Positionierungen abzubauen
  • Der Markt preist zunehmend steigendes Angebot und höhere Lagerbestände ein
  • Wetterrisiken in Brasilien bleiben der wichtigste kurzfristige Kurstreiber

Kurzfristig bleibt der Kaffeepreis anfällig für technische Gegenbewegungen, da Fonds weiterhin eine relativ hohe Netto-Long-Position halten. Mittelfristig unterstützt der aktuelle CoT-Report jedoch das Szenario fallender Preise - vorausgesetzt, die Wetterbedingungen in Brasilien verschlechtern sich nicht deutlich.

Eryk Szmyd Financial Markets Analyst, XTB

 

SO SEHEN SIEGER AUS!

  • XTB gilt als Qualitäts-Marktführer in Deutschland gemäß unseren aktuellen Awards!
  • BESTER Online-Broker laut BÖRSE ONLINE 2026 + CFD Broker des Jahres laut Brokerwahl
  • Viele weitere Awards in Deutschland unterstreichen das Bild
  • Handeln Sie nicht irgendwo - Handeln Sie mit Vertrauen Aktien, ETF, Optionen und CFD bei XTB!
SO SEHEN SIEGER AUS!

 

21. Mai 2026, 16:18

Dow Jones, S&P 500 & Nasdaq 100: Nvidia und Iran bewegen die Märkte

21. Mai 2026, 16:12

EILMELDUNG: Gemischte PMI-Daten aus den USA

21. Mai 2026, 13:30

Target Aktie: Wachstumssprung dank Digital-Offensive und Mitgliedschaften 🛍️💻

21. Mai 2026, 11:03

🛢️Chart des Tages 🔴 WTI Ölpreis reagiert erneut auf Trumps Äußerungen. Echter Einbruch oder nur eine Korrektur?

Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte

Der Autor (m/w/d) kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. Die Publikation stellt weder ein Angebot noch eine Beratung, Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf, Verkauf oder Halten irgendeiner Finanzanlage dar. XTB ist nicht dazu verpflichtet, die Informationen in dieser Marketingmitteilung zu aktualisieren, abzuändern oder zu ergänzen, wenn sich ein in dieser Publikation genannter Umstand oder eine darin enthaltene Stellungnahme, Einschätzung, Idee oder Prognose ändert oder unzutreffend wird. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.

Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!

Die bereitgestellten Informationen enthalten KEINE Kostenbetrachtung wie Transaktionskosten, Konvertierungskosten oder Spreads. Solche Kosten können anfallen und die Ergebnisse beeinflussen. Die Rendite kann sich aufgrund von Währungsschwankungen erhöhen oder verringern, wenn die Angaben auf Zahlen beruhen, die auf eine andere Währung als die offizielle Währung des Landes lauten, in dem der Anleger oder potenzielle Anleger ansässig ist bzw in welcher Währung das Handelskonto geführt wird.

XTB S.A. (samt Zweigniederlassungen) ist kein Steuerberater und prüft nicht, ob eine Anlageentscheidung für die Kunden steuerlich günstig ist. Die steuerliche Behandlung hängt von den persönlichen Verhältnissen eines Kunden ab und kann künftig Änderungen unterworfen sein. Kurse bzw. der Wert eines Finanzinstruments können steigen und fallen.

RISIKOHINWEIS für CFD

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 74% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Anlageberatung dar. Die Mitteilungen sind als Werbemitteilung zu verstehen.