11:29 · 27. Mai 2026

Ölpreis baut Verluste aus und testet lokale Tiefststände 🚩 Piper Sandler setzt auf eine Erholung

Börse Aktuell: Brent Ölpreis unter Druck - Droht im Sommer ein neuer Preisschock?
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Brent Ölpreis fällt kurzfristig, obwohl die geopolitischen Risiken rund um die Straße von Hormus weiter eskalieren 
  • Piper Sandler erwartet eine länger anhaltende Krise im Nahen Osten  
  • Die USA liefern bereits strategische Ölreserven nach Asien 

Der Brent Ölpreis steht aktuell massiv unter Druck. Brent Crude (OIL) verliert heute fast 3 % und notiert wieder im Bereich von 93 USD je Barrel. Damit setzt sich der kurzfristige Abwärtstrend fort, obwohl die geopolitischen Risiken rund um die Straße von Hormus weiterhin extrem hoch bleiben. Für Anleger an der Börse aktuell entsteht damit ein widersprüchliches Bild: Sinkende Ölpreise treffen auf eine zunehmend fragile Versorgungslage.

► Brent WKN: 967740 | ISIN: XC0009677409 | Ticker: Brent Öl

Piper Sandler erwartet langfristig steigenden Brent Ölpreis

Die US-Investmentbank Piper Sandler gehört mittlerweile klar zum Lager der Analysten, die von einer länger anhaltenden Krise im Nahen Osten ausgehen. Laut der Bank könnte die Straße von Hormus noch über Monate hinweg teilweise blockiert bleiben. Das hätte erhebliche Folgen für den globalen Ölmarkt und insbesondere für die Versorgung Asiens mit Rohöl und LNG.

Entscheidend sei dabei nicht unbedingt eine offizielle Sperrung der Meerenge, sondern der massive Rückgang des Tankerverkehrs. Piper Sandler hält es aktuell für unwahrscheinlich, dass sich die Transportvolumina kurzfristig auch nur auf 50 % des Niveaus vor der Krise erholen werden.

Börse Aktuell zwischen Hoffnung auf Iran-Deal und neuer Eskalation

Die Märkte erhalten derzeit gemischte Signale. Donald Trump erklärte zuletzt, dass eine Einigung mit dem Iran nahezu ausgehandelt sei. Gleichzeitig bestätigte das Pentagon jedoch weitere Angriffe auf iranische Militäranlagen sowie auf Schiffe, die Minen nahe der Straße von Hormus verlegt haben sollen.

Damit steigen die militärischen Spannungen weiter an. Piper Sandler geht davon aus, dass Washington zwar eine vollständige Eskalation vermeiden möchte, da ein größerer Gegenschlag des Iran globale Lieferketten massiv destabilisieren könnte. Gleichzeitig scheint Teheran überzeugt zu sein, weiterhin über starken Verhandlungsspielraum zu verfügen.

Diese Gemengelage könnte laut der Bank dazu führen, dass der Brent Ölpreis im weiteren Verlauf des Sommers neue Jahreshochs erreicht.

Brent Ölpreis: Physischer Markt wird zunehmend entscheidend

Bis vor kurzem liefen rund 20 % des weltweiten seegestützten Ölhandels durch die Straße von Hormus. Sollte der Tankerverkehr dauerhaft eingeschränkt bleiben, verschiebt sich das Problem von kurzfristiger Volatilität im Futures-Markt hin zu realen Versorgungsengpässen - vor allem in Asien.

Besonders kritisch ist die Lage für asiatische Volkswirtschaften, die bisher rund 80 % ihres Rohöls aus dem Nahen Osten bezogen haben. Länder wie die Philippinen waren stark abhängig von Lieferungen aus Saudi-Arabien, dem Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

USA liefern strategische Ölreserven nach Asien

Die Vereinigten Staaten reagieren bereits auf die neue Lage. Erstmals seit Ende 2022 wurde wieder Rohöl aus der amerikanischen Strategic Petroleum Reserve (SPR) nach Asien verschifft. Laut Reuters befindet sich ein Tanker mit US-Öl aus dem Golf von Mexiko auf dem Weg zu den Philippinen.

So transportiert der griechische VLCC-Tanker „Arosa“ derzeit rund 616.000 Barrel US-Sour-Crude aus der SPR sowie weitere 700.000 Barrel einer separaten US-Rohölmischung.

Damit wird deutlich, dass die USA zunehmend als Notfalllieferant für Asien auftreten - nicht nur für Europa.

Börse Aktuell: Risiko für Aktienmärkte bleibt hoch

Obwohl sich der Brent Ölpreis zuletzt wieder etwas von seinen Hochs entfernt hat, sehen viele Analysten die Risiken weiterhin klar auf der Oberseite. Schätzungen zufolge könnten zwischen 14 und 15 Millionen Barrel täglicher Fördermenge von den anhaltenden Spannungen betroffen sein.

Selbst koordinierte Freigaben strategischer Reserven durch IEA-Staaten könnten nicht ausreichen, falls sich die Krise rund um Hormus weiter verlängert.

Für die Börse aktuell bleibt die Entwicklung des Ölmarktes damit ein zentraler Risikofaktor. Ein erneuter Anstieg beim Brent Ölpreis könnte nicht nur die Inflation anheizen, sondern auch die jüngste Erholung an den Aktienmärkten belasten.

Brent Ölpreis im Chartbild weiter hochvolatil

Brent Prognose im Stundenchart

Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 27.05.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

WTI-Rohöl war zwischenzeitlich bis in den Bereich von 120 USD je Barrel gestiegen, bevor die Preise wieder unter die Marke von 100 USD zurückfielen. Piper Sandler warnt jedoch davor, dass der Markt aktuell möglicherweise zu früh auf eine Normalisierung setzt.

Sollte die Krise im Nahen Osten weiter eskalieren, könnte neuer Angebotsdruck den Brent Ölpreis erneut deutlich nach oben treiben - mit potenziell erheblichen Folgen für die Weltwirtschaft und die Stimmung an der Börse aktuell.

 

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