10:00 · 15. Juli 2026

Wirtschaftskalender: Am Mittwoch stehen wichtige Ergebnisse für das 2. Quartal und die PPI-Inflationszahlen an (15.07.26)

Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Wirtschaftskalender wird heute von den US-Erzeugerpreisen (PPI), mehreren Zinsentscheidungen und wichtigen Quartalszahlen dominiert
  • Die überraschend schwachen US-Inflationsdaten erhöhen die Aufmerksamkeit für weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Fed
  • IBM hat mit dem stärksten Kurseinbruch seit 1986 die Berichtssaison spektakulär eröffnet - weitere Unternehmenszahlen könnten für zusätzliche Volatilität sorgen

Die Berichtssaison in den USA nimmt deutlich an Fahrt auf und sorgt für erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten. Nach dem historischen Kurseinbruch der IBM-Aktie - dem stärksten Tagesverlust seit 1986 - richtet sich der Blick der Anleger nun auf weitere Unternehmenszahlen sowie wichtige Konjunkturdaten. Im Wirtschaftskalender stehen heute vor allem die US-Erzeugerpreise (PPI), mehrere Zinsentscheidungen sowie zahlreiche Quartalsberichte im Mittelpunkt. Für die Börse heute könnten diese Termine richtungsweisend sein.

Börse heute: US-Inflationsdaten bleiben das dominierende Thema

Die gestrigen US-Inflationsdaten sorgten für eine deutliche Überraschung. Der Verbraucherpreisindex (VPI) fiel im Juni im Monatsvergleich um 0,4% - der erste monatliche Preisrückgang seit dem Corona-Jahr 2020. Noch wichtiger für die Märkte war jedoch der Kern-VPI, der im Jahresvergleich lediglich um 2,6% zulegte und damit deutlich unter den Erwartungen lag.

Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte während seiner Anhörung vor dem US-Kongress, dass Preisstabilität höchste Priorität habe. Er erklärte, Inflation sei "in gewisser Weise eine Entscheidung" der Geldpolitik und betonte zugleich die politische Unabhängigkeit der US-Notenbank.

China schwächt sich weiter ab

Auch aus China kamen wichtige Konjunkturdaten. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal lediglich um 4,3% im Jahresvergleich und damit so langsam wie seit 2022 nicht mehr. Belastend wirken weiterhin die Immobilienkrise, die schwache Binnennachfrage sowie rückläufige Investitionen.

Etwas freundlicher fielen die Daten zum Einzelhandel aus. Die Einzelhandelsumsätze entwickelten sich besser als erwartet und deuten auf eine leichte Stabilisierung des Konsums hin.

Wirtschaftskalender: Die wichtigsten Termine heute

(alle Angaben in deutscher Zeit)

Mittwoch

Eurozone - Industrieproduktion (Mai)

  • Uhrzeit: 10:00 Uhr
  • Vorher: 0,3%
  • Prognose: -0,4%

USA - Erzeugerpreise (PPI) Juni

  • Uhrzeit: 13:30 Uhr
  • Vorher: 6,5%
  • Prognose: 6,2%

Kanada - Zinsentscheidung der Bank of Canada

  • Uhrzeit: 14:45 Uhr
  • Vorher: 2,25%
  • Prognose: 2,25%

Südkorea - Zinsentscheidung

  • Uhrzeit: 23:30 Uhr
  • Vorher: 2,50%
  • Prognose: 2,75%

Donnerstag

Großbritannien - Industrieproduktion (Mai)

  • Uhrzeit: 07:00 Uhr
  • Vorher: -0,2%
  • Prognose: 1,3%

Quartalszahlen im Fokus

Vor Börsenbeginn in den USA veröffentlichen heute:

  • Johnson & Johnson
  • Morgan Stanley
  • BlackRock

Nach US-Börsenschluss folgen:

  • United Airlines
  • BitMine Immersion
  • Kinder Morgan

Nach den starken Marktreaktionen auf die IBM-Zahlen dürften Anleger die weiteren Unternehmensberichte besonders genau verfolgen.

Drei Märkte im Blick

Öl

Die Ölpreise bleiben auf erhöhtem Niveau. Zwar rückte US-Präsident Donald Trump von seinem Vorschlag einer 20%-Abgabe auf Transporte durch die Straße von Hormus ab, dennoch bleibt der Schiffsverkehr in der Region deutlich eingeschränkt. Das hält den Risikoaufschlag am Ölmarkt hoch.

S&P 500

Mit der laufenden Berichtssaison dürfte die Volatilität am US-Aktienmarkt hoch bleiben. Neben den Quartalszahlen werden die heutigen US-Erzeugerpreise genau analysiert, um Hinweise auf die weitere Inflationsentwicklung und die Geldpolitik der Fed zu erhalten.

EURNOK

Die norwegische Krone konnte seit Monatsbeginn deutlich zulegen. Unterstützt wird sie vor allem durch die gestiegenen Energiepreise. Zusätzlich richten sich die Erwartungen auf die Sitzung der Norges Bank im August, bei der eine weitere Zinserhöhung möglich erscheint.

Experten Fazit: Wirtschaftskalender könnte die Börse heute bewegen

Der heutige Wirtschaftskalender liefert mit den US-Erzeugerpreisen, mehreren Zinsentscheidungen und zahlreichen Quartalsberichten gleich mehrere potenzielle Kurstreiber. Nachdem der überraschend schwache US-Verbraucherpreisindex Hoffnungen auf eine nachlassende Inflation geweckt hat, dürften die Erzeugerpreise nun zeigen, ob sich dieser Trend auch auf Unternehmensebene bestätigt. Für die Börse heute verspricht dies einen ereignisreichen Handelstag.

 

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