10:27 · 3. August 2026

Wirtschaftskalender: Was könnte den Markt diese Woche bewegen? (03.08.2026)

Wirtschaftskalender: Börse heute mit US-Arbeitsmarktdaten
Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
  • Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag ist der wichtigste Termin im Wirtschaftskalender dieser Woche.
  • Schwächere Beschäftigungsdaten könnten die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik der Fed verstärken und den US-Dollar weiter belasten.
  • Neben den Konjunkturdaten stehen Quartalszahlen von Palantir, AMD, Disney, Uber und Airbnb im Fokus.

Nach einer Woche mit zahlreichen Notenbanksitzungen richtet sich der Blick der Anleger nun auf den US-Arbeitsmarkt. Die Federal Reserve, die Bank of England und die Bank of Japan beließen ihre Leitzinsen jeweils unverändert. Besonders die Entscheidung der Fed stand im Mittelpunkt. Marktteilnehmer hatten mit deutlicheren Signalen des Fed-Vorsitzenden gerechnet. Dieser vermied jedoch erneut Aussagen, die als konkrete Vorgabe für den weiteren Zinskurs verstanden werden könnten. Die Folge war ein Ausverkauf beim US-Dollar.

Der wichtigste Termin im Wirtschaftskalender folgt am Freitag mit dem US-Arbeitsmarktbericht. Die neuen Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft, kurz NFP, dürften für die Börse heute und im weiteren Wochenverlauf eine zentrale Rolle spielen. Zuvor liefern der JOLTS-Stellenbericht am Dienstag, die ADP-Beschäftigungsdaten am Mittwoch und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag zusätzliche Hinweise auf die Verfassung des US-Arbeitsmarktes. Auch die Berichtssaison bleibt ein bedeutender Impulsgeber. In dieser Woche veröffentlichen unter anderem Palantir, Snap, AMD, Pfizer, Spotify, McDonald’s, Walt Disney, Shopify, Uber, Eli Lilly und Airbnb ihre Geschäftszahlen. 

Wirtschaftskalender im Zeichen des US-Arbeitsmarktes

Nach den Sitzungen der großen Zentralbanken steht zunächst eine ruhigere Phase der Geldpolitik bevor. In dieser Woche tagt lediglich die Tschechische Nationalbank am Donnerstag. Eine Veränderung des aktuellen Leitzinsniveaus gilt als unwahrscheinlich. Im Mittelpunkt der makroökonomischen Veröffentlichungen steht der NFP-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Sollten die Daten erneut schwächer als erwartet ausfallen, könnte der Markt seine Erwartungen an den künftigen Zinspfad der Fed weiter in Richtung einer lockereren Geldpolitik verschieben. Dies könnte den US-Dollar unter Druck setzen und zugleich zinssensitive Anlageklassen wie Technologieaktien und Edelmetalle unterstützen.

In der ersten Wochenhälfte werden vor allem revidierte Einkaufsmanagerindizes veröffentlicht. Da es sich überwiegend um endgültige Werte und nicht um vorläufige Erhebungen handelt, dürfte das unmittelbare Volatilitätspotenzial begrenzt bleiben. Eine Ausnahme bildeten die RatingDog-Daten aus China, deren erste Juli-Schätzung in der Nacht veröffentlicht wurde.

China: Einkaufsmanagerindex enttäuscht

Der RatingDog-Einkaufsmanagerindex für das chinesische verarbeitende Gewerbe fiel im Juli mit 50,9 Punkten schwächer aus als erwartet. Der Konsens hatte bei 52,0 Punkten gelegen. Der Index notiert damit zwar weiterhin knapp oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, signalisiert jedoch eine nachlassende Dynamik. In China werden Einkaufsmanagerindizes von unterschiedlichen Institutionen veröffentlicht. Die von S&P beziehungsweise RatingDog erhobenen Daten bilden vor allem die Lage kleiner und mittelständischer Privatunternehmen ab. Viele dieser Betriebe befinden sich in den Küstenregionen und sind stark vom Export abhängig. Der offizielle Index des chinesischen Statistikamtes NBS erfasst dagegen stärker große Staatsunternehmen aus der Schwerindustrie und dem Infrastruktursektor, deren Produktion überwiegend auf die chinesische Binnenwirtschaft ausgerichtet ist. Die schwächeren RatingDog-Daten könnten deshalb insbesondere als Warnsignal für die exportorientierten Unternehmen Chinas gewertet werden.

Schweiz: Inflation sinkt auf 0,4%

Die Inflation in der Schweiz ging im Juli auf 0,4% zurück. Ein wesentlicher Faktor waren die niedrigeren Kraftstoffpreise, die im Monatsvergleich um 0,7% sanken. Auch die Kerninflation, bei der besonders schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise ausgeklammert werden, blieb mit 0,3% sehr niedrig. Dazu trugen unter anderem sinkende Preise für Bekleidung und Schuhe bei.

Im Gegensatz zu anderen entwickelten Volkswirtschaften rechnet der Markt in der Schweiz bis zum Jahresende nicht mit einer Zinserhöhung als Basisszenario. Die niedrige Inflation verschafft der Schweizerischen Nationalbank Spielraum, ihre Geldpolitik vorsichtig auszurichten.

Börse heute: Konjunkturtermine am Montag

Eurozone: Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, endgültiger Wert für Juli
Uhrzeit: 09:00 Uhr
Vorläufiger Wert: 52,0 Punkte

Großbritannien: Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, endgültiger Wert für Juli
Uhrzeit: 09:30 Uhr
Vorläufiger Wert: 52,8 Punkte

USA: Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, endgültiger Wert für Juli
Uhrzeit: 14:45 Uhr
Vorläufiger Wert: 53,8 Punkte

USA: ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Juli
Uhrzeit: 15:00 Uhr
Vorheriger Wert: 53,3 Punkte
Prognose: 53,9 Punkte

Der ISM-Einkaufsmanagerindex dürfte am Montag den wichtigsten kurzfristigen Impuls für die Börse heute liefern. Ein stärkerer Wert könnte die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft unterstreichen und den US-Dollar stützen. Eine deutliche Enttäuschung würde dagegen die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik der Fed fördern.

Wirtschaftskalender am Dienstag

Südkorea: VPI-Inflation im Juli
Uhrzeit: 00:00 Uhr
Vorheriger Wert: 3,2%
Prognose: 3,1%

USA: Handelsbilanz im Juni
Uhrzeit: 13:30 Uhr
Vorheriger Wert: -77,6 Mrd. US-Dollar
Prognose: -73,0 Mrd. US-Dollar

USA: Auftragseingänge der Industrie im Juni
Uhrzeit: 15:00 Uhr
Vorheriger Wert: -1,3%
Prognose: +0,2%

USA: JOLTS-Stellenangebote im Juni
Uhrzeit: 15:00 Uhr
Vorheriger Wert: 7,594 Mio.
Prognose: 7,504 Mio.

Der JOLTS-Bericht zeigt, wie viele offene Stellen in den USA verfügbar sind. Ein stärker als erwarteter Rückgang könnte auf eine nachlassende Nachfrage nach Arbeitskräften hindeuten. Dies wäre ein mögliches Signal für eine Abkühlung des Arbeitsmarktes und könnte den US-Dollar belasten.

Die wichtigsten Quartalszahlen der Woche

Die Berichtssaison sorgt neben dem Wirtschaftskalender für zusätzliche Bewegung bei Einzelaktien und Indizes. Folgende Unternehmen stehen in dieser Woche besonders im Fokus:

  • Montag: Palantir, Snap, Trump Media & Technology, ON Semiconductor
  • Dienstag: AMD, Lucid Group, Pfizer, SpaceX, Spotify, McDonald’s
  • Mittwoch: Walt Disney, Shopify, Uber, Beyond Meat, Eli Lilly, SanDisk
  • Donnerstag: Airbnb
  • Freitag: Under Armour, Take-Two Interactive, Wendy’s

Am Montag veröffentlicht TG Therapeutics seine Zahlen vor Handelsbeginn. Palantir, Snap, Trump Media & Technology, 3D Systems und ON Semiconductor legen ihre Ergebnisse nach dem US-Börsenschluss vor. Palantir dürfte angesichts der hohen Erwartungen an das Geschäft mit künstlicher Intelligenz besonders aufmerksam beobachtet werden. Auch die Zahlen von AMD könnten im weiteren Wochenverlauf Auswirkungen auf die Stimmung im Halbleitersektor und beim Nasdaq haben.

Drei Märkte, die Anleger beobachten sollten

USDJPY: Möglicherweise historische Intervention

Schätzungen auf Basis von Daten der Bank of Japan deuten darauf hin, dass japanische Behörden Yen im Gegenwert von rund 8,45 Bio. JPY beziehungsweise etwa 53 Mrd. US-Dollar gekauft haben könnten. Sollte sich diese Größenordnung bestätigen, wäre dies möglicherweise die größte eintägige Intervention in der Geschichte der Bank of Japan.

USDJPY fiel infolge der starken Bewegung um mehr als 4% und erreichte den Bereich um 156 JPY. Dieses Niveau wurde zuletzt Anfang Mai beobachtet. Entscheidend ist nun, ob die Aufwertung des Yen nachhaltig bleibt oder der Markt erneut versucht, das Währungspaar nach oben zu treiben.

Ölpreis: Brent fällt unter geopolitischem Druck

Am Samstag wurde zunächst über einen geplanten Angriff berichtet, der nach Aussagen von Donald Trump der größte seit dem Zweiten Weltkrieg werden sollte. Vertreter aus der Region sollen ihn jedoch davon überzeugt haben, dass eine Einigung kurz bevorstehen könnte. Die geplante Militäraktion wurde daraufhin abgesagt.

Brent-Rohöl notiert aktuell bei etwas mehr als 83 US-Dollar je Barrel und damit rund 5% niedriger als eine Woche zuvor. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von den Gesprächen mit Iran und der Sicherheitslage rund um die Straße von Hormus ab. Neue Anzeichen einer Eskalation könnten den Ölpreis rasch wieder steigen lassen.

EURUSD: NFP als nächster Belastungstest für den Dollar

Der US-Dollar setzt den nach der Fed-Sitzung begonnenen Ausverkauf fort. Der Fed-Vorsitzende hatte keine klare Orientierung für den weiteren Zinskurs geliefert, was die US-Währung unter Druck setzte. EURUSD konnte davon profitieren. In dieser Woche folgen mehrere richtungsweisende US-Daten. Am Montag steht der ISM-Einkaufsmanagerindex an, am Dienstag der JOLTS-Bericht, am Mittwoch die ADP-Beschäftigungszahlen und am Donnerstag die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Der wichtigste Test folgt am Freitag mit dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht.

Schwächere Arbeitsmarktdaten könnten die Erwartungen an einen lockereren Zinspfad verstärken und EURUSD weiter nach oben treiben. Robuste Zahlen würden dagegen für eine Gegenbewegung beim US-Dollar sprechen.

Ausblick für die Börse heute

Zum Wochenstart bestimmen die Einkaufsmanagerindizes und die laufende Berichtssaison das Marktgeschehen. Der ISM-Index aus den USA besitzt dabei das größte kurzfristige Potenzial, Bewegungen beim US-Dollar, bei den Anleiherenditen und an den Aktienmärkten auszulösen.

Im Wochenverlauf dürfte sich der Fokus zunehmend auf den US-Arbeitsmarkt verlagern. JOLTS, ADP und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe dienen als Wegweiser für den NFP-Bericht am Freitag. Anleger sollten jedoch beachten, dass diese Indikatoren häufig unterschiedliche Signale liefern. Entscheidend bleibt daher das Gesamtbild aus Beschäftigungswachstum, Arbeitslosenquote und Lohnentwicklung.

 

 

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FAQ zum Wirtschaftskalender

Was ist der wichtigste Termin im Wirtschaftskalender dieser Woche?
Der wichtigste Termin ist der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die NFP-Daten können die Erwartungen an die Fed-Geldpolitik sowie den US-Dollar, Aktienindizes und Gold deutlich bewegen.

Welche Daten sind für die Börse heute besonders wichtig?
Am Montag steht vor allem der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA im Fokus. Erwartet wird ein Anstieg von 53,3 auf 53,9 Punkte.

Warum sind die JOLTS-Daten für Anleger relevant?
Der JOLTS-Bericht zeigt die Zahl der offenen Stellen in den USA. Sinkende Stellenangebote können auf eine Abkühlung des Arbeitsmarktes hindeuten und die Erwartungen an niedrigere Zinsen verstärken.

Welche Unternehmen veröffentlichen in dieser Woche Quartalszahlen?
Zu den wichtigsten Namen gehören Palantir, Snap, AMD, Pfizer, Spotify, McDonald’s, Disney, Shopify, Uber, Eli Lilly und Airbnb.

Wie könnten schwache US-Arbeitsmarktdaten den EURUSD beeinflussen?
Schwache Daten könnten Zinssenkungserwartungen verstärken und den US-Dollar belasten. In diesem Szenario könnte EURUSD weiter steigen.

Warum steht USDJPY aktuell besonders im Fokus?
Der Yen hat nach Hinweisen auf eine möglicherweise historische Intervention stark aufgewertet. Marktteilnehmer beobachten nun, ob die japanischen Behörden weitere Maßnahmen ergreifen und ob der Bereich um 156 JPY Bestand hat.

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