Die Berichtssaison in den USA nimmt weiter Fahrt auf. General Motors überraschte gestern mit starken Quartalszahlen und hob zudem den Ausblick für das Gesamtjahr an. Heute richtet sich der Blick der Anleger auf die nächsten Schwergewichte: Nach US-Börsenschluss legen Tesla, Alphabet, IBM und weitere Unternehmen ihre Ergebnisse vor.
Auch wenn der Wirtschaftskalender heute weniger makroökonomische Highlights bereithält, bleibt die Börse heute von wichtigen Inflationsdaten und Unternehmensberichten geprägt. Bereits veröffentlicht wurden die britischen VPI-Daten, die zwar beim Gesamtindex unter den Erwartungen lagen, Investoren jedoch nicht von weiteren Zinserhöhungen der Bank of England abbrachten.
General Motors überzeugt mit starken Quartalszahlen
General Motors meldete einen Umsatz von 48 Mrd. USD und übertraf damit die Markterwartung von 47 Mrd. USD. Der Gewinn je Aktie lag mit 3,57 USD ebenfalls deutlich über dem Konsens von 3,20 USD. Zusätzlich erhöhte der Autobauer seine Prognosen für das Gesamtjahr bei mehreren wichtigen Kennzahlen. Die positiven Ergebnisse sorgten für Rückenwind im Automobilsektor, bevor heute mit Tesla der nächste Branchenriese seine Zahlen veröffentlicht.
Makroökonomischer Rückblick
Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen steigen deutlich
Der ZEW-Index für die Konjunkturerwartungen in Deutschland verbesserte sich im Juli um 15,8 Punkte und signalisiert einen zunehmenden Optimismus hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Einschätzung der aktuellen Lage stieg ebenfalls leicht auf -77,6 Punkte, bleibt jedoch weiterhin klar im negativen Bereich.
Nach Einschätzung von ZEW-Präsident Achim Wambach zeigen Reformmaßnahmen erste Erfolge. Sowohl exportorientierte Unternehmen als auch die Binnennachfrage entwickeln sich besser. Der Automobilsektor zählt jedoch weiterhin zu den schwächsten Bereichen der deutschen Wirtschaft.
Ungarn: Weitere Zinssenkungen möglich
Die Ungarische Nationalbank (MNB) senkte ihren Leitzins zum zweiten Mal seit Beginn des Iran-Konflikts. Hintergrund ist die Inflation, die mit 1,7% inzwischen unter dem Zielwert der Notenbank von 3% liegt. Trotz der Zinssenkung bleibt das Zinsniveau in Ungarn rund zwei Prozentpunkte höher als in Polen. Sollte das kräftige Reallohnwachstum von rund 7% keine neuen Inflationsrisiken auslösen, dürfte die MNB ihren Lockerungskurs fortsetzen.
Großbritannien: VPI sinkt, Kerninflation bleibt stabil
Die britische Inflation entwickelte sich gemischt. Der Gesamt-VPI fiel im Juni stärker als erwartet auf 2,6%, was vor allem auf niedrigere Kraftstoffpreise zurückzuführen war. Für die Finanzmärkte wichtiger war jedoch, dass der Kern-VPI unverändert bei 2,6% blieb. Auch die Dienstleistungsinflation sank lediglich leicht auf 3,6% und bleibt damit ein wesentlicher Inflationsfaktor für die Bank of England.
Die Terminmärkte rechnen weiterhin mit zwei Zinserhöhungen bis Jahresende. Bereits im September könnte der erste Zinsschritt erfolgen.
Wirtschaftskalender: Die wichtigsten Termine heute
(alle Angaben in deutscher Zeit)
Mittwoch
Polen
- Einzelhandelsumsätze (Juni), 08:30 Uhr
- Vorher: 3,0%
- Prognose: 5,3%
- Verbrauchervertrauen (Juni), 08:30 Uhr
- Vorher: -9,9
- Prognose: -10,2
Südafrika
- VPI (Juni), 09:00 Uhr
- Vorher: 4,5%
- Prognose: 4,7%
USA
- DOE-Rohöllagerbestände, 15:30 Uhr
- Vorher: -1,692 Mio. Barrel
- Prognose: -1,950 Mio. Barrel
Donnerstag
Australien
- Arbeitslosenquote (Juni), 02:30 Uhr
- Vorher: 4,4%
- Prognose: 4,4%
Polen
- Arbeitslosenquote (Juni), 08:30 Uhr
- Vorher: 5,9%
- Prognose: 5,8%
Quartalszahlen heute
Vor US-Börsenbeginn:
- AT&T
- Philip Morris
- GE Vernova
Nach US-Börsenschluss:
- Tesla
- Alphabet (Google)
- IBM
- ServiceNow
- Southwest Airlines
Börse heute: Drei Märkte im Fokus
S&P 500
Heute dürfte einer der wichtigsten Handelstage der laufenden Berichtssaison werden. Die Ergebnisse von Tesla, Alphabet, AT&T und IBM könnten die Entwicklung des S&P 500 sowie die allgemeine Marktstimmung maßgeblich beeinflussen.
Öl
Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran bleiben hoch. Nach den Angriffen auf US-Soldaten in Jordanien und Irak dauern die gegenseitigen Luftangriffe inzwischen seit mehreren Tagen an.
Gleichzeitig laufen diplomatische Bemühungen. Katar, Ägypten und Pakistan arbeiten an einem Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe. Sowohl Teheran als auch die US-Regierung haben ihre grundsätzliche Gesprächsbereitschaft signalisiert.
USD/JPY
Der USD/JPY erreichte zuletzt den höchsten Stand seit fast 40 Jahren und überschritt erstmals seit 1986 die Marke von 163.
Neben der Rückkehr der Carry-Trade-Strategie belasten zuletzt insbesondere die geopolitischen Risiken und steigende Energiepreise den japanischen Yen. Japan deckt rund 90% seines Energiebedarfs durch Importe, wobei ein großer Teil aus dem Nahen Osten stammt.
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