Dir ist vielleicht schon aufgefallen, dass der Begriff Value ETF in Vergleichsportalen, Produktnamen und Anlegerforen auftaucht, aber selten erklärt wird.
Mit "Value Investing" ist eine Anlagestrategie gemeint, die gezielt auf Unternehmen setzt, die an der Börse gemessen an finanziellen Kennzahlen wie Gewinn, Buchwert oder ihrem Cashflow vergleichsweise günstig bewertet sind.
Ein Value ETF bildet die nach diesen Kriterien getroffene Auswahl regelbasiert über einen Aktien-Index ab. Du musst also selbst keine Bilanzen oder Geschäftsberichte lesen, um den sogenannten Value-Faktor in deinem Depot abzubilden.
Ob das zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Risikobereitschaft und dem Rest deines Portfolios ab. Dieser Artikel zeigt dir, wie Value ETFs funktionieren, welche Arten es gibt und worauf du beim Vergleich achten solltest.
Value ETF – Das Wichtigste in Kürze:
💡 Regelbasierte Auswahl: Ein Value ETF investiert nach festen Kriterien in Unternehmen, die mit Hilfe der sogenannten Fundamentalanalyse als günstig bewertet gelten.
💡 Value-Faktor im Depot: Statt einzelne Titel auszuwählen, bildest du mit einem Korb von Aktien einen der profitabelsten Ansätze in der Geldanlage, das Value Investing ab.
💡 Langer Atem nötig: Investitionen auf Basis von fundamentalen Aktien-Kennzahlen wie Kurs-Buchwert-Verhältnis oder Kurs-Gewinn-Verhältnis, zahlen sich oft erst nach Jahren aus. Value ETFs eignen sich deshalb vor allem für langfristig orientierte Anleger.
💡 Marktphasenabhängig: Je nach Zinsumfeld und Marktstimmung entwickeln sich Value ETFs deutlich anders als der Gesamtmarkt; mal besser, mal über Jahre hinweg schlechter.
💡 Auswahlkriterien: Entscheidend sind der zugrunde liegende Index, laufende Kosten, Fondsvolumen und Risikostreuung (Diversifikation) der im Fonds enthaltenen Wertpapiere.
Dir ist vielleicht schon aufgefallen, dass der Begriff Value ETF in Vergleichsportalen, Produktnamen und Anlegerforen auftaucht, aber selten erklärt wird.
Mit "Value Investing" ist eine Anlagestrategie gemeint, die gezielt auf Unternehmen setzt, die an der Börse gemessen an finanziellen Kennzahlen wie Gewinn, Buchwert oder ihrem Cashflow vergleichsweise günstig bewertet sind.
Ein Value ETF bildet die nach diesen Kriterien getroffene Auswahl regelbasiert über einen Aktien-Index ab. Du musst also selbst keine Bilanzen oder Geschäftsberichte lesen, um den sogenannten Value-Faktor in deinem Depot abzubilden.
Ob das zu dir passt, hängt von deinem Anlagehorizont, deiner Risikobereitschaft und dem Rest deines Portfolios ab. Dieser Artikel zeigt dir, wie Value ETFs funktionieren, welche Arten es gibt und worauf du beim Vergleich achten solltest.
Value ETF – Das Wichtigste in Kürze:
💡 Regelbasierte Auswahl: Ein Value ETF investiert nach festen Kriterien in Unternehmen, die mit Hilfe der sogenannten Fundamentalanalyse als günstig bewertet gelten.
💡 Value-Faktor im Depot: Statt einzelne Titel auszuwählen, bildest du mit einem Korb von Aktien einen der profitabelsten Ansätze in der Geldanlage, das Value Investing ab.
💡 Langer Atem nötig: Investitionen auf Basis von fundamentalen Aktien-Kennzahlen wie Kurs-Buchwert-Verhältnis oder Kurs-Gewinn-Verhältnis, zahlen sich oft erst nach Jahren aus. Value ETFs eignen sich deshalb vor allem für langfristig orientierte Anleger.
💡 Marktphasenabhängig: Je nach Zinsumfeld und Marktstimmung entwickeln sich Value ETFs deutlich anders als der Gesamtmarkt; mal besser, mal über Jahre hinweg schlechter.
💡 Auswahlkriterien: Entscheidend sind der zugrunde liegende Index, laufende Kosten, Fondsvolumen und Risikostreuung (Diversifikation) der im Fonds enthaltenen Wertpapiere.
Die Grundlagen vorab: Was ist ein Value ETF?
Was genau ist ein Value ETF? Warum gelten manche Unternehmen als unterbewertet? Und wodurch unterscheidet sich die Value Strategie von einem Growth ETF?
Was ist ein Value ETF?
Ein Value ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Indexfonds, der gezielt in Aktien von Unternehmen investiert, die nach bestimmten Kriterien als günstig bewertet gelten.
Die Auswahl der Wertpapiere trifft dabei kein Fondsmanager, sondern das Regelwerk des Value Investing: Der zugrunde liegende Index prüft für jedes Unternehmen bestimmte Bewertungskennzahlen und nimmt die Titel auf, die dabei am besten abschneiden. Das Ergebnis ist ein Value ETF.
Zu den klassischen Aktien Kennzahlen zählen das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und die Dividendenrendite. Modernere Indizes ziehen zusätzlich das Verhältnis von Unternehmenswert zum operativen Cashflow heran, weil der Buchwert bei Firmen mit wenig Sachvermögen wenig aussagt.
Wichtig zu verstehen ist der Unterschied zwischen günstig und billig. Ein Value ETF kauft nicht die Aktien mit dem niedrigsten Kurs, sondern die mit dem niedrigsten Preis im Verhältnis zu den Fundamentaldaten.
Es geht es geht darum, Unternehmen zu identifizieren, deren Aktien aufgrund der realen Situation mehr wert sein müssten, als es der aktuelle Börsenkurs widerspiegelt. Und weil der resultierende Aktien-Index meist mehrere Dutzend Titel umfasst, erhältst du mit einem einzigen ETF ein breit gestreutes Portfolio aus Value Aktien.
Warum gelten manche Unternehmen als unterbewertet?
Der Kurs einer Aktie entsteht aus Angebot und Nachfrage und spiegelt den Marktwert unter den aktuellen Bedingungen (wie die Verfügbarkeit von Information und die Einschätzungen der Marktteilnehmer) wider. Der Kurs oder Preis ist nicht etwa der objektive Wert einer Aktie.
Der Aktienkurs kann deshalb vom sogenannten „inneren Wert“ (intrinsic value) eines Unternehmens abweichen, also von dem Wert, der sich aus Gewinnen, Vermögen und erwarteten Zahlungsströmen mehr oder weniger objektiv ableiten lässt.
Solche Abweichungen können mehrere Ursachen haben:
- Nach schlechten Nachrichten trennen sich viele Anleger von einer Aktie, ohne die langfristigen Aussichten neu zu bewerten.
- Ganze Branchen geraten aus dem Fokus, weil viel Kapital in aktuelle Modethemen fließt.
- Unternehmen aus Sektoren wie Versorger oder Versicherungen wirken oft unattraktiv und wachstumsschwach, obwohl sie stabile Gewinne erwirtschaften.
Mit anderen Worten: Marktpsychologie und Fundamentaldaten laufen zeitweise auseinander. Value Investoren setzen darauf, dass der Markt solche Unternehmen irgendwann neu bewertet und der Kurs sich dann an den inneren Wert annähert.
Garantiert ist das natürlich nicht. Manche Aktien sind zu Recht günstig, weil ihr Geschäftsmodell tatsächlich erodiert. Für diesen Fall hat sich der Begriff der Value Trap eingebürgert. In dieser Bewertungsfalle erscheint eine Aktie dauerhaft günstig, ist in Wahrheit aber nur „billig“.
Value oder Growth ETF – worin liegt der Unterschied?
Growth ETFs setzen nicht auf günstige Bewertung, sondern auf Unternehmen mit überdurchschnittlichem Umsatz- und Gewinnwachstum. Growth Anleger akzeptieren bewusst hohe Bewertungen, weil sie hoffen, dass die Kurse die künftige Entwicklung schon vorwegnehmen.
Ein ETF mit Value Aktien geht den umgekehrten Weg und kauft dort, wo die Markterwartungen noch niedrig sind, aber das Entwicklungspotenzial hoch. Beide Ansätze sind regelbasiert, sie unterscheiden sich nur im Auswahlkriterium.
Die Folge dieser verschiedenen Ansätze sind unterschiedliche Marktverläufe. In den 2010er Jahren lagen Wachstumswerte klar vorn, getrieben von niedrigen Zinsen und der Dominanz großer Technologiekonzerne. Für den Value-Faktor war es eine verlorene Dekade.
Im Jahr 2022 kehrte sich das Bild um: Der MSCI World Growth Index verlor rund 29 Prozent, der MSCI World Value nur knapp 6 Prozent (jeweils Bruttorendite in US-Dollar). Über zehn Jahre gerechnet lag Growth zuletzt bei der Durchschnittsrendite dennoch vor Value, wie folgende Grafik zeigt:
Der Grund für diese unterschiedliche Performance liegt vor allem im Wirtschaftsumfeld:
- Steigen die Zinsen, werden die Konjunkturaussichten unsicherer und Investoren defensiver. Dann verlieren Gewinne, die erst in ferner Zukunft anfallen, an Gegenwartswert.
Das trifft Wachstumsaktien stärker als Papiere von Unternehmen, die heute schon profitabel und günstiger bewertet sind. Value rückt dann also in den Vordergrund. - Fallen die Zinsen, dreht sich der Effekt um. In Phasen mit niedrigen Zinsen, viel Liquidität und hoher Risikobereitschaft bevorzugen viele Anleger Zukunftswachstum, weshalb Growth Aktien oft stärker steigen.
Aus dieser Beobachtung sollte man jedoch nicht den Schluss ziehen, dass ein Investmentansatz dem anderen grundsätzlich überlegen ist. Die sinnvollste Sichtweise ist nicht ein „entweder oder“, sondern zu verstehen, dass beide Stile unterschiedliche Risiken und Chancen haben. Wer breit streuen will, kann beide Ansätze kombinieren, statt sich auf eine Strategie festzulegen.
Sind Value ETFs sinnvoll und für wen eignen sie sich?
Ob ein Value ETF sinnvoll ist, hängt weniger vom jeweiligen ETF selbst ab als von deiner persönlichen Situation bezogen auf Risikoprofil und bereits bestehendes Portfolio.
Welche Vorteile bieten Value ETFs?
Der erste Vorteil ist die Streuung des Risikos, die Diversifikation. Ein globaler Value ETF hält je nach Index Dutzende Unternehmen aus verschiedenen Ländern und Branchen. Einzelne Fehleinschätzungen fallen dadurch weniger ins Gewicht als bei einem selbst zusammengestellten Depot aus einer Handvoll günstig wirkender Aktien.
Der zweite Vorteil ist die Regelbindung des sogenannten faktorbasierten Investierens (factor investing), das quantifizierbare Unternehmensmerkmale (Faktoren) berücksichtigt. Value ETFs sind häufig das praktische Umsetzungsvehikel für Factor Investing.
Dabei entscheidet ein festes Regelwerk über die Zusammensetzung eines Anlageportfolios, das in festen Abständen überprüft wird. Es gibt keine Bauchentscheidungen und keine Abweichung von der Strategie, nur weil beispielsweise ein bestimmter Wirtschaftssektor zeitweise unbeliebt ist.
Dazu kommt Transparenz: Die Methodik des hinter einem Value ETF stehenden Index ist dokumentiert, und die Bestände werden regelmäßig veröffentlicht. Du kannst also nachvollziehen, warum ein Unternehmen enthalten ist.
Auch die Kosten sind überschaubar. Value ETFs im europäischen Markt liegen typischerweise zwischen 0,15 und 0,40 Prozent des Anlagebetrags als laufenden Kosten pro Jahr. Das ist mehr als bei einem breiten Standard ETF, aber deutlich weniger als bei aktiv gemanagten Value Fonds.
Schließlich passt der Ansatz zu einem langfristigen Anlagehorizont, bei dem dir der Value ETF die laufende Einzelanalyse abnimmt.
Welche Risiken solltest du kennen?
Das erste und größte Risiko ist nicht eine plötzliche Marktkrise, sondern ein Mangel an Geduld des Anlegers. Value Strategien können über viele Jahre hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben. Das war beispielsweise zwischen 2010 und 2020 der Fall, und wer in dieser Zeit ausschließlich auf Value gesetzt hat, lag deutlich hinter einem breiten Weltindex. Solche Phasen sind aber kein Konstruktionsfehler der ETF, sie aussitzen zu können gehört zu einer langfristigen Strategie.
Zweitens bleibt das allgemeine Marktrisiko vollständig bestehen. Ein Value ETF ist ein Aktienfonds. Fällt der Markt auf breiter Front, wird der ETF mit nach unten gezogen. Eine beim Kauf niedrige Bewertung ist kein Schutz vor weiteren Kursverlusten.
Drittens können Value Indizes zur Bildung von Klumpenrisiken führen. Bei klassischen Ansätzen werden Banken, Versicherer, Energie- und Versorgungsunternehmen häufig übergewichtet, weil dort niedrige Bewertungen strukturell verbreitet sind. Ein solcher ETF ist damit weniger breit aufgestellt, als die Zahl der enthaltenen Titel vermuten lässt.
Für welche Anleger eignen sich Value ETFs?
Value ETFs richten sich vor allem an Anleger mit einem langen Anlagehorizont. Als Faustregel gilt ein Zeitraum von mindestens zehn Jahren, weil sich Unterschiede zwischen innerem Wert und Marktbewertung selten in wenigen Quartalen auflösen. Wer sein Kapital in zwei oder drei Jahren zurück haben möchte, ist mit dem Value Ansatz schlecht beraten.
Genauso wichtig ist die Bereitschaft, über längere Zeiträume vom Marktdurchschnitt nach unten abzuweichen. Ein Value ETF kann sich zeitweise spürbar schlechter entwickeln als etwa der viel beachtete Weltindex MSCI World. Wer das nicht aushält und in solchen Phasen verkauft, verliert genau den Vorteil, für den er die Strategie gewählt hat.
Im Portfolio übernehmen Value ETFs meist eine ergänzende Rolle. Viele Anleger kombinieren einen sehr breit gestreuten ETF als Basis mit einem Value-Baustein als Beimischung.
Denkbar ist auch ein größerer Value Anteil, wenn du bewusst auf niedrig bewertete Unternehmen setzen willst. Welche Gewichtung sinnvoll ist, hängt von deinem Anlageziel, deinem übrigen Depot und deiner Risikobereitschaft ab. Eine allgemeingültige Quote gibt es nicht.
Welche Arten von Value ETFs gibt es?
Value ETF ist keine homogene Produktklasse. Die Fonds können sich nach Größe der enthaltenen Unternehmen, in der abgedeckten Region und in der Methodik des zugrunde liegenden Index unterscheiden.
Hinweis: Die im folgenden genannten Titel stellen keine Anlageberatung dar.
Unterscheidung nach Unternehmensgröße
Aktien werden für gewöhnlich in folgende Größenklassen nach Marktkapitalisierung eingeteilt:
- Large Cap: Die meisten Value ETFs decken große Unternehmen ab, sogenannte Large Caps. Sie enthalten Konzerne mit hoher Marktkapitalisierung, sind entsprechend liquide und bilden das ab, was die meisten Anleger unter Value verstehen.
- Mid Cap: Ein reiner Mid Cap Value ETF ist im europäischen Angebot dagegen die Ausnahme. Mittelgroße Unternehmen sind meist in breiteren Small und Mid Cap Indizes enthalten, sodass du sie in der Regel über einen solchen Baustein abdeckst statt über ein eigenes Produkt.
- Small Cap: Ein Small Cap ETF setzt dagegen auf kleinere börsennotierte Unternehmen. Historisch gilt die Kombination aus geringer Unternehmensgröße und niedriger Bewertung als besonders ausgeprägte Faktorprämie, allerdings bei höheren Kursschwankungen und geringerer Handelbarkeit der Einzeltitel.
Bei XTB findest du für als Beispiel für Value ETFs, die sich nach Unternehmensgröße abgrenzen unter anderem den Avantis Global Small Cap Value UCITS ETF (AVWS.DE), der die Strategie verfolgt, auf die Entwicklung kleiner Unternehmen in Industrieländern wie Österreich, Dänemark, Finnland oder Deutschland zu setzen.
Unterscheidung nach Regionen
Value ETFs lassen sich auch nach Regionen abgrenzen.
Ein Europe Value ETF konzentriert sich auf europäische Unternehmen. Europäische Indizes enthalten traditionell viele Banken, Versicherer, Industrie- und Konsumgüterhersteller, also genau die Branchen, in denen niedrige Bewertungen häufig sind.
Ein Beispiel aus dem Angebot bei XTB ist der Deka STOXX Europe Strong Value 20 UCITS ETF (EL4D.DE), der die Wertentwicklung des STOXX® Europe Strong Value 20 (Preisindex) abbildet. Zu den größten Einzelwerten gehören hier die Bayer AG, die Puma SE oder die Deutsche Lufthansa AG.
Ein Emerging Markets Value ETF investiert in Schwellenländer wie China, Indien, Taiwan oder Brasilien. Die Bewertungen liegen dort im Schnitt niedriger als in Industrieländern, dafür kommen Währungs-, Politik- und Governance-Risiken hinzu.
Auch dieses Segment ist bei XTB abgedeckt, etwa über den iShares Edge MSCI EM Value Factor UCITS ETF (5MVL.DE), der in Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus Schwellenländern investiert.
Regionale Schwerpunkte setzen Anleger meist, um ein Übergewicht des US-Marktes im eigenen Depot auszugleichen. Das erhöht allerdings die Abhängigkeit von einzelnen Volkswirtschaften.
Unterscheidung nach Indexmethodik
Der dritte Unterschied ist der wichtigste und zugleich der am wenigsten sichtbare. Klassische Value Indizes wählen Aktien unabhängig vom jeweiligen Wirtschaftssektor vor allem nach Kurs-Buchwert-Verhältnis, erwartetem Kurs-Gewinn-Verhältnis und Dividendenrendite aus. Das kann leicht zu den beschriebenen „Branchenklumpen“ führen.
Ein moderner Value ETF, oft mit dem Zusatz „Enhanced Value“ oder „Value Factor“ im Namen, arbeitet anders.
Der MSCI Enhanced Value-Ansatz etwa kombiniert drei Kennzahlen, nämlich Kurs-Buchwert-Verhältnis, erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis und das Verhältnis von Unternehmenswert zum operativen Cashflow, und vergleicht Unternehmen innerhalb ihres Sektors statt quer über alle Branchen.
Die Sektorgewichte des Mutterindex bleiben dabei erhalten. So sollen strukturelle Übergewichte und Bewertungsfallen reduziert werden.
Produkte mit diesem Ansatz sind bei XTB etwa der iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF (IS3S.DE), der sich nur auf Aktien aus dem MSCI World konzentriert, die als unterbewertet gelten.
Die konkret angewandte Methodik kann sich je nach Indexanbieter deutlich unterscheiden. Zwei ETFs mit dem Wort Value im Namen können somit sehr unterschiedliche Portfolios enthalten.
Worauf solltest du bei der Auswahl eines Value ETFs achten?
Zwei ETFs mit "Value" im Namen können also völlig unterschiedliche Portfolios enthalten. Deshalb lohnt der Blick auf einige konkrete Kriterien, bevor du dich entscheidest.
Welche Kriterien sind bei einem ETF-Vergleich wichtig?
Ein Vergleich von Value ETFs beginnt bei dem abgebildeten Index. Er entscheidet, welche Unternehmen überhaupt infrage kommen. Erst danach lohnt der Blick auf die übrigen Kriterien:
- Index: Welche fundamentalen Kennzahlen werden verwendet? Wird sektorneutral ausgewählt? Wie viele Titel sind enthalten und wie oft wird die Zusammensetzung angepasst?
- Fondsvolumen: Ab etwa 100 Millionen Euro gilt ein ETF als wirtschaftlich tragfähig. Kleine Fonds werden häufiger geschlossen oder zusammengelegt.
- Gesamtkostenquote: Die TER (Total Expense Ratio) zeigt die laufenden Kosten pro Jahr. Bei Value ETFs liegt sie meist zwischen 0,15 und 0,40 Prozent.
- Tracking Difference: Sie misst, wie stark die ETF Rendite von seinem Index abweicht – eine wichtige Info zusätzlich zur TER.
- Replikationsmethode: Physisch replizierende ETFs kaufen die Aktien direkt, synthetische bilden den Index über ein Tauschgeschäft ab und bringen ein zusätzliches Kontrahentenrisiko mit.
- Ertragsverwendung: Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an, ausschüttende zahlen sie aus. Für den Vermögensaufbau ist die Thesaurierung besser, für regelmäßige Erträge die Ausschüttung.
- Diversifikation: Prüfe Anzahl der Positionen insgesamt sowie das relative Gewicht der größten sowie die Länder- und Branchenverteilung.
Bei ETFs mit Fremdwährungsbezug kommt hinzu, dass Kursgewinne durch Wechselkursbewegungen verstärkt oder aufgezehrt werden können. Das betrifft praktisch alle global anlegenden Value ETFs.
Warum es den einen “besten” Value ETF nicht gibt
Die Suche nach dem besten Value ETF führt fast immer zu Ranglisten, die auf der Wertentwicklung eines bestimmten Zeitraums beruhen. Verschiebst du den Startpunkt um zwei Jahre, sieht die Liste anders aus. Vergangene Renditen sagen wenig darüber aus, wie die Performance in der Zukunft sein wird.
Sinnvoller ist eine Reihe gezielter Fragen vorab:
- Welche Region willst du abdecken?
- Große oder kleine Unternehmen?
- Klassischer oder moderner Value-Ansatz?
- Ausschüttend oder thesaurierend?
- Wie fügt sich der jeweilige Value ETF in dein bestehendes Depot ein?
Aus diesen Antworten ergibt sich in der Regel eine kurze Liste passender ETFs, aus der du nach Kosten und Fondsvolumen auswählen kannst.
Hilfreich ist außerdem, den Vergleich auf ETFs mit demselben Index zu beschränken. Dabei lässt sich sinnvoll über Kosten, Fondsvolumen und Tracking Difference gegeneinander abwägen. Ein Vergleich zwischen einem europäischen und einem globalen Value ETF misst dagegen vor allem den Unterschied der Märkte, nicht die Qualität der Produkte.
Praktisch wird dieser Vergleich, wenn dir dein Broker die passenden Werkzeuge liefert. Über XTB handelst du echte ETFs und kannst sie mit dem ETF-Scanner in der Plattform direkt gegenüberstellen, unter anderem nach Kategorie, laufenden Kosten, Fondsvolumen, Wertentwicklung und Morningstar-Rating.

So findest du die Value ETFs, die zu deinen Kriterien passen, ohne zwischen mehreren Vergleichsportalen zu wechseln.
Wie investierst du in Value ETFs?
Zum Abschluss eine kurze Beschreibung der praktischen Schritte zum Kauf eines Value ETF und die Erörterung der Frage, ob eine Einmalanlage oder ein ETF Sparplan besser zu dir passt.
So kannst du in Value ETFs investieren
Der Ablauf ist bei allen Online Brokern ähnlich.
Zuerst registrierst du dich auf der Website und eröffnest ein Handelskonto, danach zahlst du Geld ein. Anschließend suchst du den gewünschten ETF, anhand des Börsenkürzels (z.B. XDEV.DE für den MSCI World Value von Xtrackers) oder am zuverlässigsten über die ISIN (International Securities Identification Number), weil Produktnamen sich häufig ähneln.

In der Ordermaske legst du fest, ob du eine Market Order zum nächsten verfügbaren Kurs (1) oder eine Limit Order mit Höchstpreis nutzt (2) und wie viele Anteile oder für welchen Betrag du kaufen willst (3).
Gehandelt wird zu den Zeiten des jeweiligen Börsenplatzes (bei Xetra werktags von 9:00 bis 17:30 Uhr).
Einmalanlage oder ETF-Sparplan – was ist sinnvoller?
Bei einer Einmalanlage investierst du einen größeren Betrag auf einmal. Dein Geld arbeitet dann sofort vollständig im Markt, was für die langfristige Rendite im Idealfall besser sein kann. Die Gefahr liegt allerdings im Kaufzeitpunkt: Kaufst du kurz vor einem Kursrückgang, sitzt du zunächst auf Buchverlusten.
Ein ETF Sparplan verteilt die Käufe über die Zeit. Du kaufst regelmäßig mit einem festen Betrag zu unterschiedlichen Kursen und musst dich nicht für einen Einstiegszeitpunkt entscheiden. Das passt gut zu laufendem Einkommen und kleineren Sparbeträgen.
Welche Variante für dich sinnvoller ist, hängt vor allem davon ab, ob dir bereits eine größere Summe zur Verfügung steht oder du monatlich aus dem Gehalt investierst, um kontinuierlich Vermögen aufzubauen. Beide Wege lassen sich natürlich auch kombinieren.
Welche Vorteile bietet XTB beim Investieren in Value ETFs?
Beim Investieren in Value ETFs bietet XTB mehrere praktische Vorteile: Anleger können aus einer großen Auswahl echter ETFs wählen, Sparpläne ab 15 Euro nutzen und Aktien sowie ETFs bis zu einem monatlichen Handelsvolumen von 100.000€ kommissionsfrei handeln (danach entstehen Kosten, Details: xtb.com/de/aktien).
Ein kostenloses Demokonto erleichtert den Einstieg, während sich Value ETFs über dieselbe Plattform später flexibel mit weiteren ETFs oder Einzelaktien kombinieren lassen.
Das könnte dich auch interessieren:
Palladium Aktien & ETFs: So investierst du in das Edelmetall
CFD Handel erklärt: So gelingt der Einstieg ins Trading mit CFDs
FAQ
Ein Value ETF ist ein Indexfonds, der regelbasiert in Unternehmen investiert, die gemessen an Bewertungskennzahlen als günstig bewertet gelten.
Für langfristig orientierte Anleger meistens ja. Wer längere Phasen der Underperformance im Vergleich zum Gesamtmarkt schlecht aushält, ist mit einem breit aufgestellten ETF besser bedient.
Value ETFs kaufen niedrig bewertete Unternehmen, Growth ETFs setzen auf hohes Gewinnwachstum und akzeptieren dafür höhere Bewertungen.
Nein. Welcher ETF passt, hängt von Region, Indexmethodik, Ertragsverwendung und deiner persönlichen Situation ab.
Ein Small Cap Value ETF investiert in kleinere, niedrig bewertete Unternehmen.
Ein Europe Value ETF bündelt günstig bewertete europäische Unternehmen, häufig mit hohem Anteil an Banken, Versicherern und Industriewerten.
Ein Emerging Markets Value ETF investiert in niedrig bewertete Unternehmen aus Schwellenländern. Dabei sind Währungs- und politische Risiken zu beachten.
Ein moderner Value ETF kombiniert mehrere Bewertungskennzahlen und vergleicht Unternehmen innerhalb ihres Sektors, um Branchenklumpen zu verringern.
Du eröffnest ein Depot, suchst den ETF in der Handelsplattform und kaufst ihn per einmaliger Order oder über einen Sparplan.
Ja, das ist eine gängige Kombination. Die Bestände überschneiden sich allerdings teilweise, weil beide Indizes dieselben Aktien enthalten können.
Gold, Öl & Co.: So investieren Sie erfolgreich in Rohstoff ETFs und stärken Ihr Portfolio
ESG in der Geldanlage: Nachhaltig investieren mit ESG ETFs
Small Cap ETF: So investieren Sie erfolgreich in Small Caps
Offenlegung gemäß § 80 WpHG zwecks möglicher Interessenkonflikte
Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.
Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.
Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!
Risikohinweis
CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Anlageberatung dar. Die Mitteilungen sind als Werbemitteilung zu verstehen.