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Mehr als nur eine Wolke: So nutzt du den Ichimoku Kinkō Hyō richtig

Ichimoku Kinkō Hyō, oft einfach Ichimoku oder Ichimoku Cloud genannt, ist ein technischer Indikator aus Japan, der bei Tradern weltweit immer beliebter wird. 


Der Grund ist, dass man mit dem Ichimoku auf einen Blick den Markttrend, die Dynamik und wichtige Unterstützungs- sowie Widerstandszonen erkennen kann. Dieser „Alles-in-einem“-Indikator fasst mehrere Konzepte zusammen: gleitende Durchschnitte, Trendfolgesignale und die namensgebende Ichimoku-Wolke. 


Ichimoku ist im Kern ein Trendfolgesystem, das dir gleichzeitig zeigt, in welcher Marktphase (Trend vs. Seitwärtsmarkt) du bist und wo du einem bestehenden Trend sinnvoll folgen kannst.


Besonders für Einsteiger bietet der Ichimoku einen ganzheitlichen Überblick über den Markt, ohne zig Indikatoren gleichzeitig beobachten zu müssen. 


Im folgenden Beitrag erfährst du, was der Ichimoku Indikator genau ist, wie du ihn Schritt für Schritt liest und welche Strategien du damit erfolgreich umsetzen kannst. 

 

 

Ichimoku – Das Wichtigste in Kürze:

💡 Definition: Der Ichimoku Kinkō Hyō (übersetzt etwa: Gleichgewichts-Chart auf einen Blick) ist ein umfassender Trading-Indikator, der Trendrichtung, Momentum sowie Unterstützung und Widerstand in einem einzigen Chart vereint.


💡 Bestandteile: Er besteht aus fünf Linien, die jede für sich wichtige Informationen über den Markt liefert.


💡 Ichimoku-Signale: Wichtig sind unter anderem Trendwechsel-Signale oder Cloud-Breakouts. Ein Signal gilt als besonders stark, wenn es über bzw. unter der Wolke auftritt und durch den sogenannten Chikou-Span bestätigt wird.


💡 Einsatzbereiche: Ichimoku eignet sich besonders für Trendfolge-Strategien in klar trendenden Märkten. Er wird weltweit in Forex-Charts, Indizes, Aktien und Rohstoffen eingesetzt.


💡 Zeiteinheiten: Ursprünglich für den Tageschart entwickelt, kann der Ichimoku prinzipiell auch auf alle anderen Zeiteinheiten angewandt werden. Je größer der Zeitrahmen, desto zuverlässiger sind tendenziell die Signale.

Ichimoku Kinkō Hyō, oft einfach Ichimoku oder Ichimoku Cloud genannt, ist ein technischer Indikator aus Japan, der bei Tradern weltweit immer beliebter wird. 


Der Grund ist, dass man mit dem Ichimoku auf einen Blick den Markttrend, die Dynamik und wichtige Unterstützungs- sowie Widerstandszonen erkennen kann. Dieser „Alles-in-einem“-Indikator fasst mehrere Konzepte zusammen: gleitende Durchschnitte, Trendfolgesignale und die namensgebende Ichimoku-Wolke. 


Ichimoku ist im Kern ein Trendfolgesystem, das dir gleichzeitig zeigt, in welcher Marktphase (Trend vs. Seitwärtsmarkt) du bist und wo du einem bestehenden Trend sinnvoll folgen kannst.


Besonders für Einsteiger bietet der Ichimoku einen ganzheitlichen Überblick über den Markt, ohne zig Indikatoren gleichzeitig beobachten zu müssen. 


Im folgenden Beitrag erfährst du, was der Ichimoku Indikator genau ist, wie du ihn Schritt für Schritt liest und welche Strategien du damit erfolgreich umsetzen kannst. 

 

 

Ichimoku – Das Wichtigste in Kürze:

💡 Definition: Der Ichimoku Kinkō Hyō (übersetzt etwa: Gleichgewichts-Chart auf einen Blick) ist ein umfassender Trading-Indikator, der Trendrichtung, Momentum sowie Unterstützung und Widerstand in einem einzigen Chart vereint.


💡 Bestandteile: Er besteht aus fünf Linien, die jede für sich wichtige Informationen über den Markt liefert.


💡 Ichimoku-Signale: Wichtig sind unter anderem Trendwechsel-Signale oder Cloud-Breakouts. Ein Signal gilt als besonders stark, wenn es über bzw. unter der Wolke auftritt und durch den sogenannten Chikou-Span bestätigt wird.


💡 Einsatzbereiche: Ichimoku eignet sich besonders für Trendfolge-Strategien in klar trendenden Märkten. Er wird weltweit in Forex-Charts, Indizes, Aktien und Rohstoffen eingesetzt.


💡 Zeiteinheiten: Ursprünglich für den Tageschart entwickelt, kann der Ichimoku prinzipiell auch auf alle anderen Zeiteinheiten angewandt werden. Je größer der Zeitrahmen, desto zuverlässiger sind tendenziell die Signale.

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Was ist Ichimoku?

Um den Ichimoku effektiv einzusetzen, musst du zunächst verstehen, was dahintersteckt. Hier erfährst du alles über Herkunft, Aufbau und Funktionsweise.

Ichimoku Kinkō Hyō einfach erklärt

Der Begriff Ichimoku Kinkō Hyō bedeutet wörtlich „Gleichgewichtsdiagramm auf einen Blick". Dieser Indikator wurde vom japanischen Journalisten Goichi Hosoda entwickelt, der ihn nach rund 30 Jahren Forschung 1968 der Öffentlichkeit präsentierte. 

Sein Ziel war, dass Trader durch einen einzigen Blick auf das Chartbild erkennen können, ob sich ein Markt im Aufwärtstrend, Abwärtstrend oder in einer ausgeglichenen Phase befindet. Der Ichimoku kombiniert daher mehrere Elemente, um Trendrichtung, Trendumkehr und Marktgleichgewicht darzustellen. 

In der Praxis zeigt sich der große Nutzen besonders bei eindeutig trendenden Anlageinstrumenten. Dann liefert der Ichimoku klare Signale und visualisiert gleichzeitig die Stärke des Trends. So muss man nicht verschiedene Indikatoren erlernen, der Ichimoku vereint alles in einem Chart. 

Unterm Strich ist Ichimoku Kinkō Hyō ein All-in-One-Indikator, der besonders dann glänzt, wenn es darum geht, Trends frühzeitig zu erkennen und mit ihnen zu handeln.

Welche Bestandteile gehören zum Ichimoku?

Ein Ichimoku-Chart besteht aus fünf Hauptkomponenten: zwei gleitenden Durchschnitten (Moving Average), zwei Linien, die diese Durchschnitte in die Zukunft projizieren und die Randlinien der „Wolke“ bilden sowie eine Linie, die den aktuellen Kurs zum Vergleich in die Vergangenheit verlegt. 

Hier ein Beispielchart des Ichimoku, angewandt auf die Aktie der Deutschen Telekom (DTE.DE):

Ichimoku: Chart XTB
Quelle: xStation 5, aufgenommen am 27.02.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in EUR. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.


Im Einzelnen sind die Elemente des Ichimoku Indikators folgende:

  • Tenkan-sen: Durchschnitt aus höchstem Hoch und tiefstem Tief der letzten 9 Perioden. Sie zeigt den kurzfristigen Trend und reagiert am schnellsten auf neue Preisbewegungen.
  • Kijun-sen: Durchschnitt aus Hoch und Tief der letzten 26 Perioden. Diese Linie repräsentiert den mittelfristigen Trend und dient als wichtige Referenzlinie für Unterstützung und Widerstand.
  • Senkou Span A: Vorausschauende Spanne als Durchschnitt von Tenkan und Kijun, 26 Perioden in die Zukunft projiziert. Bildet die erste Grenze der Ichimoku-Wolke. Wenn Span A über Span B liegt, färbt sich die Wolke in vielen Darstellungen bullisch (hier: blau).
  • Senkou Span B: Vorausschauende Spanne als Durchschnitt aus Hoch und Tief der letzten 52 Perioden, ebenfalls 26 Perioden voraus gezeichnet. Bildet die zweite Grenze der Wolke. Liegt Span B über Span A, ist die Wolke entsprechend bärisch gefärbt (hier: braun).
  • Chikou Span: Rückschauende Linie gebildet aus dem aktuellen Schlusskurs, um 26 Perioden nach hinten versetzt im Chart. Dient als Bestätigung und zeigt, wo der Preis heute im Vergleich zu vor 26 Perioden steht. Ist der Chikou beispielsweise aktuell über den damaligen Kursen, bestätigt das einen Aufwärtstrend

Was ist die Ichimoku Wolke (Kumo)?

Die Wolke (japanisch: Kumo) ist das Herzstück des Ichimoku Indikators. Sie entsteht durch den Abstand zwischen Senkou Span A und Senkou Span B. Die Kumo erfüllt mehrere Funktionen: 

  1. Sie zeigt die Trendrichtung an: Befindet sich der Kurs oberhalb der Wolke, herrscht ein Aufwärtstrend; notiert er unterhalb, liegt ein Abwärtstrend vor. Innerhalb der Wolke gilt der Markt als trendlos.
  2. Die Wolke gibt Hinweise auf Volatilität und Trendstärke: Eine dicke Wolke steht für starke Kursschwankungen und damit hohe Volatilität, zugleich aber auch für stärkere Unterstützungs- und Widerstandszonen, was einen kräftigen, etablierten Trend signalisiert. 

    Eine dünne Wolke (geringere Schwankungsbreiten) deutet auf geringere Trendstärke hin. Hier ist ein Durchbruch von Unterstützung oder Widerstand wahrscheinlicher. 
  3. Sie fungiert als dynamische Unterstützungs- und Widerstandszone: In einem Aufwärtstrend dient die Oberkante als Unterstützung, im Abwärtstrend bildet die Unterkante einen Widerstand.

Die Ichimoku-Wolke hilft also dabei, Marktphasen einzuschätzen: Ist der Markt im Gleichgewicht (Kurs in der Wolke) oder dominieren Bullen oder Bären klar (Kurs über/unter Wolke)? 

Trader sollten bevorzugt dann handeln, wenn ein klarer Trend vorliegt. In solchen Phasen kann die Wolke gleichzeitig als verlässliche Orientierung für Stopps und Zielzonen dienen.


Ichimoku in der Praxis: Wie liest man den Indikator Schritt für Schritt?

Nachdem du nun die Bestandteile des Ichimoku kennst, geht es an die praktische Umsetzung: Wie interpretierst du die verschiedenen Linien und Signale konkret, um daraus handelbare Entscheidungen abzuleiten?

Wie erkenne ich Trendphasen mit Ichimoku?

Die erste Frage beim Betrachten eines Charts lautet: Befinden wir uns in einem Aufwärtstrend, Abwärtstrend oder in einer neutralen Phase? Hierfür liefert der Ichimoku klare Anhaltspunkte in drei Schritten. 

  1. Schritt 1 ist ein Blick auf die Wolkenposition: Ist der Kurs über der Wolke, haben die Bullen die Kontrolle und der Trend ist ansteigend. Notiert der Kurs unter der Wolke, dominieren die Bären.

    Innerhalb des Kumos herrscht ein Kräftegleichgewicht. Solange sich der Kurs in der Wolke bewegt, sollte man vorsichtig sein, denn hier kommt es oft zu Fehlsignalen und sogenannten „Whipsaws“, also schnellen Richtungswechseln. 
  2. Schritt 2: Prüfe die Wolkenfarbe und -dicke als Indikator der Trendstärke. Wenn die Wolke die Farbe wechselt, spricht man von einem Kumo Twist, ein früher Hinweis auf einen Trendwechsel. 

    Eine breite Wolke zeigt einen etablierten Trend mit starken Unterstützungspuffern. Eine schmale Wolke warnt, dass der Trend an Schwung verliert.
  3. Schritt 3: Schaue auf die Lage von Tenkan-sen und Kijun-sen relativ zum Kurs. In einem stabilen Aufwärtstrend sollte der Kurs oberhalb beider Linien liegen und idealerweise der Tenkan über dem Kijun.

    Sind beide parallel steigend, deutet dies auf einen gesunden Trend hin. Verengt sich der Abstand oder schneiden sich die Linien mehrfach, kann das auf eine bevorstehende Konsolidierung hindeuten. 

Zusammengefasst erkennt man Trendphasen beim Ichimoku daran, wo der Kurs im Verhältnis zur Wolke steht, wie die Wolke geformt ist und wie sich Tenkan und Kijun verhalten. 

Welche Ichimoku-Signale sind besonders wichtig?

Neben der generellen Trendbestimmung liefert der Ichimoku konkrete Handelssignale, die Trader für Ein- und Ausstiege nutzen. Hier sind die wichtigsten:

  • Tenkan/Kijun-Kreuzung (TK-Cross): Schneidet Tenkan von unten nach oben durch Kijun, spricht man vom Goldenen Kreuz als einem bullischen Signal. Umgekehrt signalisiert Tenkan unter Kijun (Death Cross) einen möglichen Abwärtsschub. 

    Wichtig ist der Kontext: Ein TK-Cross innerhalb der Wolke ist schwach, während ein TK-Cross oberhalb ein sehr starkes Kaufsignal darstellen kann.
  • Kumo-Breakout: Der Moment, in dem der Preis komplett aus der Wolke ausbricht, nach oben oder unten. Dies ist oft ein entscheidendes Trendfolge-Signal. Bricht der Kurs nach oben durch die Wolke, zeigt das einen neuen Aufwärtstrend an.

    Noch aussagekräftiger wird der Ausbruch, wenn er durch andere Faktoren bestätigt wird, etwa ein vorheriges TK-Cross und einen Chikou-Span oberhalb der Kursvergangenheit. 

    Analog dazu gilt ein Breakout nach unten als starkes Verkaufssignal, besonders wenn ein Death Cross und ein bestätigender Chikou (unter den früheren Kursen) vorliegen.
  • Chikou-Span Bestätigung: Der Chikou-Span fungiert als Filter für Signale. Ein Chikou oberhalb der vergangenen Preise bestätigt die bullische Marktdynamik, während ein Chikou unterhalb bärischen Druck anzeigt.

    Praktisch bedeutet das: Bei einem TK-Cross oder Cloud-Breakout sollte der Chikou auf freiem Feld verlaufen, also keine vergangenen Kurskerzen berühren. Das zeigt nämlich, dass keine alten Widerstände im Weg sind.
  • Wolkenfarbe und -verlauf: Ein Kumo Twist, also der Farbwechsel der Wolke, ist ein Indiz dafür, dass sich das längerfristige Kräfteverhältnis umkehrt. Solch ein Twist tritt häufig vor dem eigentlichen Trendwechsel auf, kann aber als Frühwarnung dienen. 

    Dennoch sollte man Twists mit Vorsicht handhaben: Sie sind am zuverlässigsten, wenn sie mit anderen Signalen zusammentreffen. 

    Die Neigung der Wolke ist ebenfalls relevant: Steigt zum Beispiel die gesamte Wolke an, untermauert das bullische Signale.

Unterstützungen und Widerstände mit der Wolke identifizieren

Die Ichimoku-Wolke ist gleichzeitig ein lebendiger Unterstützung- und Widerstandsbereich (Support/Resistance – S/R). Befindet sich der Kurs in einem Aufwärtstrend oberhalb der Wolke, fungiert die oberste Wolkenlinie als Unterstützungsniveau. Fällt der Kurs in einem Pullback zurück, prallt er häufig an dieser Wolkenkante nach oben ab. 

Je dicker die Wolke, desto stärker die Unterstützung.

In einem Abwärtstrend stellt die Unterkante der Wolke einen Widerstand dar. Besonders hilfreich ist, dass die Wolke in die Zukunft reicht: Man sieht bereits im Voraus, wo in den nächsten Perioden potenzielle S/R-Zonen liegen werden. 

Die Wolke fungiert also wie ein dynamischer Bereich statt einer starren Linie, was gerade Einsteiger intuitiv verstehen können.

Die Kunst ist, die Stärke dieser S/R-Zonen richtig einzuschätzen, was in der Regel mit der Erfahrung kommt. 

Mit der Plattform von XTB kannst du sehr einfach mehrere Märkte und Zeiteinheiten parallel beobachten. In der App lassen sich mehrere Chartfenster nebeneinander anzeigen. Trader können so eine Watchlist von Aktien, Indizes, Währungspaaren durchgehen und bei allen den Ichimoku anzeigen lassen. Das spart Zeit und hilft, Trading-Gelegenheiten schneller zu identifizieren.


Die besten Ichimoku-Strategien

Im Folgenden stellen wir vier erprobte Ichimoku-Strategien vor, die sich besonders für Einsteiger eignen.

1.  Trendfolge-Strategie: Wolken-Breakout + Chikou-Bestätigung

Dies ist eine einfache und robuste Trendfolge-Strategie. So gehst du vor: 

  1. Suche einen Markt, der längere Zeit seitwärts lief. 
  2. Warte auf das bullische Cloud-Breakout-Signal: Der Kurs schließt eindeutig oberhalb der gesamten Wolke. 
  3. Bestätige den Ausbruch mit dem Chikou-Span. Dieser sollte über der Kurskurve von vor 26 Perioden liegen. Zusätzlich ist ein kürzliches Kreuz Tenkan über Kijun hilfreich.

Den Stop Loss platziert man in diesem Fall knapp unterhalb der Wolke, da ein Wiedereintauchen in die Wolke das Trading-Setup ungültig machen würde. 

Als Kursziel dient oft das nächste Widerstandsniveau oder man projiziert die Höhe der durchbrochenen Wolke nach oben. Diese Strategie profitiert davon, große Trendphasen zu erwischen, und filtert kleinere falsche Bewegungen aus.

2.  Rücksetzer-Strategie: Einstieg am Kijun-Sen

Ein klassischer Pullback-Ansatz innerhalb eines bestehenden Trends. Setup: 

  1. Identifiziere einen starken Haupttrend (Kurswert über der Wolke). 
  2. Kommt es zu einem Kursrückgang, behalte den Kijun-sen im Auge. 
  3. Sobald der Kurs im Aufwärtstrend auf den Kijun zurücksetzt und dann wieder nach oben dreht, steigst du ein. Der Kijun wirkt als dynamische Unterstützung.

Die Kijun-Pullback-Strategie passt gut für trendstarke Märkte, in denen es regelmäßig kleinere Verschnaufpausen gibt. Etwa in einem stetig steigenden Aktienmarkt kann man so mehrfach auf den fahrenden Zug aufspringen. 

Für Einsteiger ist die Strategie außerdem lehrreich, weil sie Disziplin erfordert. Um Erfolg zu haben, sollte man nämlich nicht jedem Impuls hinterherspringen, sondern geduldig auf den Rücklauf zum Kijun warten.

3.  Kumo Twist Strategie für frühe Trendwechsel

Diese Strategie richtet sich an erfahrenere Trader, die möglichst früh einen Trendwechsel erkennen wollen. Der Auslöser ist der Kumo Twist, wenn Senkou Span A und B sich kreuzen und die Wolke ihre Farbe wechselt. Ein Kumo Twist deutet an, dass der bisherige Trend an Momentum verliert.

Aber Vorsicht! Viele Twists führen nicht sofort zu großen Umkehrtrends. Man braucht zusätzliche Filter: Beispielsweise ein Tenkan/Kijun-Cross in Trendwechselrichtung oder sonstige charttechnische Formationen zur Bestätigung. 

Den Stop-Loss-Abstand muss man großzügig wählen, etwa auf der anderen Seite der Wolke. Diese Strategie kann einen Early Mover-Vorteil und hohe Gewinne bringen, ist aber fehleranfällig. Einsteiger sollten sie nur mit Bedacht wählen.

4.  Kombination mit RSI oder MACD – wann lohnt sich das?

Der Ichimoku ist umfassend, aber kein Heiliger Gral. In gewissen Marktphasen kann es helfen, zusätzliche Indikatoren heranzuziehen, wie zum Beispiel den Relative Strenght Index (RSI) oder den Moving Average Convergence Divergence (MACD).

Beispiel RSI: Wenn der Ichimoku ein Kaufsignal generiert, aber der RSI bereits in der Überkauft-Zone steht, könnte der Markt kurzfristig überhitzt sein. Ein vorsichtiger Trader würde das Signal nur umsetzen, wenn der RSI in einem gesunden Bereich ist.

Beispiel MACD: Du handelst einen bärischen Ichimoku-Ausbruch nur, wenn auch der MACD ein Verkaufskreuz gezeigt hat und unter die Nulllinie fällt. So stellst du sicher, dass das Momentum tatsächlich in die gleiche Richtung zeigt.

Der Nutzen solcher Kombinationen von Ichimoku und weiteren Indikatoren ist, dass sie die Erfolgsquote erhöhen können, indem fragwürdige Signale aussortiert werden. Zu viele Filter können aber dazu führen, dass man gute Chancen verpasst. Am besten ist, ein bis zwei Indikatoren zu finden, die du intuitiv verstehst und diese dann gezielt zu kombinieren.

In der XTB App kannst du praktisch alle gängigen Indikatoren hinzufügen. Du kannst dir eigene Templates erstellen, zum Beispiel Ichimoku plus RSI im selben Chart. Die XTB-Plattform enthält RSI, MACD, Stochastik & viele mehr.


Vorteile & Grenzen von Ichimoku realistisch bewertet

Kein Indikator ist perfekt, auch der Ichimoku Kinkō Hyō nicht. In diesem Abschnitt betrachten wir ehrlich und transparent, was Ichimoku wirklich gut kann und wo seine Schwächen liegen. 

Welche Vorteile bietet Ichimoku gegenüber anderen Indikatoren?

Der Ichimoku hat sich nicht ohne Grund seit Jahrzehnten als beliebter Trading-Indikator gehalten. Hier einige seiner wichtigsten Vorteile:

  • All-in-One Ansatz: Statt viele Einzelindikatoren separat zu betrachten, liefert der Ichimoku alle Informationen gebündelt in einem Chart. Das macht Analysen effizienter.
  • Klare Definition von Marktphasen: Die visuelle Klarheit macht es einfach, Marktphasen zu identifizieren. Der Ichimoku zeigt sehr gut, ob wir uns in einem Trend- oder in einem Seitwärtsmarkt befinden.
  • Dynamische Unterstützungs- und Widerstandsniveaus: Die Wolke bietet einen ganzen Bereich als Pufferzone, der sich mit der Zeit verschiebt und der Volatilität anpasst.
  • Frühe Trendwechsel-Signale: Durch den Chikou-Span und den Kumo Twist liefert Ichimoku Hinweise auf Trendwechsel, bevor sie sich vollziehen.
  • Universell einsetzbar: Ichimoku funktioniert auf nahezu allen liquiden Märkten und auf verschiedensten Zeitebenen. Die Standardperioden haben sich in vielen Marktarten bewährt.

Warum liefert der Ichimoku manchmal unzuverlässige Signale?

Trotz aller Vorteile gibt es Situationen, in denen Ichimoku unzuverlässig wird:

  • Seitwärtsmärkte: Der Erzfeind des Ichimoku sind Phasen ohne klaren Trend. Wenn der Kurs seitwärts pendelt, kreuzen sich Tenkan und Kijun ständig, was Rauschen produziert, das den Indikator weniger aussagekräftig macht. In solchen Phasen treten häufiger Fehlsignale auf.
  • Dünne Wolken & geringe Volatilität: Eine extrem dünne Wolke bedeutet schwache Unterstützungen und Widerstände. Kurse können dann leicht hin- und herspringen. Ein Ausbruch bei dünner Wolke hat wenig Substanz.
  • Überoptimierte Settings: Durch zu viel Manipulation an den Einstellungen kann die Allgemeingültigkeit des Ichimoku verloren gehen. Die Standardwerte (9/26/52) haben sich als robust erwiesen.
  • Hohe Volatilität: Große Nachrichtenereignisse zum Beispiel können zu schnellen, sprunghaften Kursbewegungen führen, auf die der Ichimoku, der wie jeder Indikator auf Vergangenheitsdaten basiert, mit einem gewissen Nachlauf reagiert.

Wann sollte man Ichimoku besser nicht einsetzen?

  • In ausgedehnten Seitwärtsmärkten: Bei klaren Range-Bedingungen macht aktives Ichimoku-Trading wenig Sinn.
  • Bei sehr geringer Volatilität: Phasen extrem niedriger Volatilität, wie etwa über Nacht im Forex Trading, sind problematisch.
  • Rund um wichtige Wirtschaftsnachrichten: Unmittelbar vor und nach wichtigen Ereignissen ist der Ichimoku überfordert.
  • Auf extrem niedrigen Zeiteinheiten: Auf 1-Minuten-Charts geht der Sinn des Indikators verloren.


Ichimoku im Trading-Alltag anwenden – wie hilft XTB dabei?

Nach all der Theorie stellt sich die Frage, wie du das Gelernte praktisch umsetzt. Hier kommt XTB ins Spiel.

Wie aktiviere ich den Ichimoku Indikator in der XTB App?

Egal ob du die Web-Plattform am PC nutzt oder die mobile App auf dem Smartphone: Das Hinzufügen des Ichimoku Kinkō Hyō zu deinen Charts ist bei XTB in wenigen Sekunden erledigt. Hier eine kurze Anleitung:

  1. Chart aufrufen: Öffne die Chartansicht des gewünschten Instruments, etwa eine Aktie, ein Index, ein Währungspaar oder ein anderer handelbarer Markt bei XTB. sein. Dann stelle die gewünschte Zeiteinheit wie Tageschart oder H1 ein.
  2. Indikatoren-Menü öffnen: In der App findest du unter dem Chart unter dem f(x)-Symbol die Liste der verfügbaren Indikatoren. 
     
    Ichimoku: XTB App
    Quelle: XTB App
  3. Darstellung konfigurieren: In dem Fenster, das sich dann öffnet, kannst du die Farben und weitere Einstellungen nach deinem Geschmack ändern. 

    Standardmäßig sind die Perioden auf 9/26/52 eingestellt. Zumindest am Anfang ist es ratsam, diese auch so zu belassen.
     
    Ichimoku: XTB App Einstellung
    Quelle: XTB App
  4. Übernehmen und speichern: Nach einem Klick auf „Anwenden“ schließen sich die Einstellungen und dein Ichimoku Indikator ist im Chart aktiv. 

Das war’s schon! Du siehst: Die XTB-Plattform macht es sehr leicht, technische Indikatoren wie Ichimoku hinzuzufügen und individuell anzupassen. Solltest du irgendwo nicht weiter wissen, hilft dir der XTB-Kundenservice gerne. 

Ichimoku auf verschiedenen Märkten direkt vergleichen

Eine besondere Stärke der XTB Plattform ist die Möglichkeit, mehrere Charts parallel zu beobachten. Du kannst etwa vier Aktiencharts nebeneinander öffnen und überall den Ichimoku aktiviert haben. Ein schneller Blick zeigt dir, welche Märkte gerade in einem klaren Trend sind.

Ebenso kannst du verschiedene Assetklassen wie den DAX, den Dow Jones, EUR/USD oder Gold parallel anzeigen. XTB ermöglicht Multi-Timeframe-Analysen: Du erkennst auf dem Daily Chart den Haupttrend und prüfst auf H1, ob es günstige Einstiege gibt. 

Zusammengefasst: XTB hilft dir, Ichimoku gleichzeitig auf mehreren Märkten zu nutzen, was gerade in der globalen, vernetzten Finanzwelt wertvoll sein kann. Trends korrelieren nämlich häufig. Mit der XTB-Plattform erkennst du dann, ob ein Signal auf einem Markt von ähnlichen Signalen anderswo bestätigt wird. Nutze diese Möglichkeiten, um dein Trading zu professionalisieren.

Demokonto zum Üben mit Ichimoku nutzen

Bevor du mit echtem Geld loslegst, ist es absolut empfehlenswert, den Ichimoku und die besprochenen Strategien zunächst im risikofreien Demo-Modus zu testen. XTB bietet ein kostenloses Demokonto, in dem du mit virtuellem Kapital unter realen Marktbedingungen handeln kannst. 

Hier sind ein paar Tipps, wie du das Demokonto optimal zum Ichimoku-Training einsetzt:

  • Muster erkennen: Beobachte Charts mit Ichimoku und identifiziere vergangene Situationen, in denen der Indikator gut funktioniert hat.
  • Strategien durchspielen: Wende die Strategien im Demokonto an. Simuliere Trades ohne finanzielles Risiko.
  • Variationen testen: Probiere verschiedene Zeiteinstellungen oder kleine Anpassungen aus.
  • Trading-Tagebuch: Alle deine Trades werden im digitalen Journal geführt. Analysiere sie auf Muster um zu erkennen, welche Trades gut liefen.
  • Selbstvertrauen gewinnen: Durch Übung im Demokonto baust du Vertrauen in dich selbst und die Methode auf.

XTB unterstützt dich mit einer stabilen und realitätsnahen Demo-Umgebung. Nutze diese Chance, ohne Druck und Risiko an deinem Ichimoku-Können zu feilen.


 

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FAQ

Die Kumo ist der schattierte Bereich zwischen Senkou Span A und B. Sie zeigt Trendrichtung, Trendstärke und fungiert als dynamische Unterstützungs-/Widerstandszone. Kurs über Wolke bedeutet Aufwärtstrend, darunter bedeutet Abwärtstrend.

Ichimoku kombiniert fünf Linien, die Trend, Momentum und Support/Resistance darstellen. Die Wolke visualisiert Marktgleichgewicht. Signale entstehen durch Linienkreuzungen, Cloud-Breakouts und Chikou-Bestätigung. Alles auf einen Blick erkennbar.

Fünf Komponenten: Tenkan-sen (9 Perioden), Kijun-sen (26), Senkou Span A, Senkou Span B (beide 26 voraus projiziert) und Chikou Span (26 zurück versetzt). Zusammen bilden sie die Ichimoku-Wolke und Signallinien.

Tenkan kreuzt Kijun von unten: Golden Cross (bullisch). Von oben: Death Cross (bärisch). Der Kontext ist wichtig: Crossover über der Wolke ist stärker als innerhalb. Mit Chikou-Span bestätigen für höhere Zuverlässigkeit.

Ichimoku funktioniert auf allen Zeiteinheiten. Größere Timeframes (Tageschart, 4H) liefern zuverlässigere Signale. Einsteiger sollten mit höheren Zeiteinheiten beginnen. Intraday ab 15-Minuten-Chart möglich, aber anspruchsvoller.

Liquide, trendstarke Märkte sind ideal: Forex-Hauptpaare, große Indizes (wie DAX oder S&P 500), Blue-Chip-Aktien, Rohstoffe. Der Indikator funktioniert universell, benötigt aber ausreichend Volatilität und klare Trends für beste Ergebnisse.

Ein Cloud-Breakout ist der Ausbruch des Kurses aus der Wolke nach oben oder unten. Das Signal ist besonders stark, wenn begleitet von TK-Cross, freiem Chikou-Span und dicker Wolke. Signalisiert potentiellen neuen Trend.

Ein Kumo Twist tritt auf, wenn Senkou Span A und B sich kreuzen und die Wolke die Farbe wechselt. Das ist eine Frühwarnung für möglichen Trendwechsel. Sollte mit anderen Signalen kombiniert werden, da allein oft unzuverlässig.

Handle nur bei klarem Trend (Kurs über/unter dicker Wolke). Bestätige Signale mit Chikou-Span. Meide Seitwärtsmärkte und volatile Nachrichten-Phasen. Nutze zusätzliche Filter wie RSI. Höhere Zeiteinheiten reduzieren Rauschen erheblich.

Die Trendfolge-Strategie: Warte auf Cloud-Breakout mit Chikou-Bestätigung und TK-Cross. Klare Regeln, einfaches Risikomanagement. Stop unter Wolke, Ziel nach Projektion. Fokus auf große Trends, wenig Fehlsignale bei diszipliniertem Trading.

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Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.
Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!


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