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So liest du Candlestick Charts und erkennst wichtige Chartmuster

Wenn du dir in einer Handelsplattform ein Kursdiagramm genauer ansiehst, wirst du oft feststellen, dass es sich um ein Kerzendiagramm, einen sogenannten Candlestick Chart handelt. 


Statt einer durchgezogenen Linie zeigt er eine Abfolge kleiner Kerzensymbole, die anfangs unübersichtlich wirken können. Im Aufbau der Kerze liegt jedoch der Wert des Candlestick Charts: Jede einzelne fasst zusammen, was in einem bestimmten Zeitraum am Markt passiert ist.


Candlestick Charts gehören deshalb zu den wichtigsten Werkzeugen der technischen Analyse. Sie machen die Markstimmung sichtbar: Hatten Käufer oder Verkäufer die Oberhand? Sie zeigen Phasen der Unentschlossenheit und liefern Hinweise auf mögliche Trendwechsel. 


Aber Trading Einsteiger fragen sich oft, wie sich einzelne Kerzen konkret lesen lassen und welche Aussagekraft sie tatsächlich haben. Dieser Artikel beantwortet genau diese Fragen. 

 

 

Candlestick Chart – Das Wichtigste in Kürze:

💡 Das zeigt der Chart: Ein Candlestick Chart zeigt Kursentwicklungen in festgelegten Zeiträumen. Jede Kerze steht für einen Zeitabschnitt.


💡 Das steckt in einer Kerze: Eröffnungskurs, Schlusskurs, Hoch und Tief, sichtbar als Kerzenkörper und Dochte.


💡 Das sagt die Farbe: Grüne Kerzen stehen für steigende, rote für fallende Kurse im Zeitraum.


💡 Das leisten Kerzenmuster: Candlestick Chart Patterns geben Hinweise auf Trendfortsetzungen oder Trendwechsel, sind aber keine Kursprognosen.


💡 Darauf kommt es an: Aussagekraft gewinnen Kerzen erst im Zusammenhang mit Trend, Volumen und weiteren Werkzeugen.

Wenn du dir in einer Handelsplattform ein Kursdiagramm genauer ansiehst, wirst du oft feststellen, dass es sich um ein Kerzendiagramm, einen sogenannten Candlestick Chart handelt. 


Statt einer durchgezogenen Linie zeigt er eine Abfolge kleiner Kerzensymbole, die anfangs unübersichtlich wirken können. Im Aufbau der Kerze liegt jedoch der Wert des Candlestick Charts: Jede einzelne fasst zusammen, was in einem bestimmten Zeitraum am Markt passiert ist.


Candlestick Charts gehören deshalb zu den wichtigsten Werkzeugen der technischen Analyse. Sie machen die Markstimmung sichtbar: Hatten Käufer oder Verkäufer die Oberhand? Sie zeigen Phasen der Unentschlossenheit und liefern Hinweise auf mögliche Trendwechsel. 


Aber Trading Einsteiger fragen sich oft, wie sich einzelne Kerzen konkret lesen lassen und welche Aussagekraft sie tatsächlich haben. Dieser Artikel beantwortet genau diese Fragen. 

 

 

Candlestick Chart – Das Wichtigste in Kürze:

💡 Das zeigt der Chart: Ein Candlestick Chart zeigt Kursentwicklungen in festgelegten Zeiträumen. Jede Kerze steht für einen Zeitabschnitt.


💡 Das steckt in einer Kerze: Eröffnungskurs, Schlusskurs, Hoch und Tief, sichtbar als Kerzenkörper und Dochte.


💡 Das sagt die Farbe: Grüne Kerzen stehen für steigende, rote für fallende Kurse im Zeitraum.


💡 Das leisten Kerzenmuster: Candlestick Chart Patterns geben Hinweise auf Trendfortsetzungen oder Trendwechsel, sind aber keine Kursprognosen.


💡 Darauf kommt es an: Aussagekraft gewinnen Kerzen erst im Zusammenhang mit Trend, Volumen und weiteren Werkzeugen.

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Was ist ein Candlestick Chart?

Bevor es um einzelne Kerzenmuster geht, klärt dieses Kapitel die Grundlagen: Welche Kursinformationen stellt ein Candlestick Chart überhaupt dar? Und warum ziehen Trader ihn anderen Charttypen vor?

Was zeigt ein Candlestick Chart?

Ein Candlestick Chart ist eine Darstellungsform von Kursverläufen, bei der jeder Zeitabschnitt durch eine eigene Kerze abgebildet wird. Jede Kerze bündelt genau genommen vier verschiedene Kurse: 

  • Eröffnungs- und Schlusskurs 
  • das Hoch und das Tief des jeweiligen Zeitraums

Aus diesen vier Werten entsteht die charakteristische Form, die dem Charttyp seinen Namen gegeben hat.

Welcher Zeitraum dargestellt wird, ist in der elektronischen Handelsplattform wählbar. Im Tageschart steht jede Kerze für einen Handelstag, im Stundenchart für eine Stunde, im Fünfminutenchart für fünf Minuten. Die Abfolge dieser Kerzen ergibt den Kursverlauf, den du im Chart siehst.

Hier eine schematische Darstellung der Elemente einer Kerze: 

Candlestick Chart: Kerzen

Zur Einordnung: Ein einfacher Linienchart etwa (siehe nächster Abschnitt) verbindet dagegen nur die Schlusskurse. Er zeigt dir zwar die Richtung, verschweigt aber den Weg dorthin. Ob ein Kurs ruhig und stetig gestiegen ist oder zwischenzeitlich deutlich eingebrochen und erst kurz vor Handelsschluss zurückgekommen ist, bleibt unsichtbar. 

Genau diese Information liefert aber eine Kerze. Für die Einschätzung der Marktstimmung ist dieser Verlauf oft aufschlussreicher als der reine Kurswert.

Warum nutzen Trader Candlestick Charts statt anderer Charttypen?

Neben der Kerzendarstellung gibt es zwei weitere klassische Arten von Charts, die sich im Informationsgehalt deutlich unterscheiden:

  • Linienchart: verbindet ausschließlich die Schlusskurse. Übersichtlich, aber ohne Angaben zu Eröffnung, Hoch und Tief.
  • Balkenchart: enthält dieselben vier Kurse wie eine Kerze, stellt sie jedoch als schmalen senkrechten Strich mit seitlichen Markierungen dar.

Die drei Charttypen gegenübergestellt: 

Candlestick Chart: Charttypen

Acht Handelstage, identische Kursdaten in allen drei Darstellungen.Gelb hinterlegt: Tag 3 und Tag 5, deren Ausschläge der Linienchart nicht zeigt. Quelle: eigene Darstellung


Der Vorteil der Kerze liegt in ihrer schnellen visuellen Erfassbarkeit. Der farbige Körper zeigt auf einen Blick, ob ein Zeitraum im Plus oder im Minus geschlossen hat, und die Länge von Körper und Dochten macht deutlich, wie stark die Bewegung ausgefallen ist. 

Beim Balkenchart musst du dieselben Angaben mühsamer ablesen, beim Linienchart fehlen sie ganz. Deshalb ist der Candlestick Chart in der technischen Analyse zum Standard geworden. Hinzu kommt, dass sich nahezu alle bekannten Chartmuster über Kerzen beschreiben lassen, was die Verständigung unter Tradern erleichtert.


Wie liest man einen Candlestick Chart?

Einen Candlestick Chart lesen zu können, heißt vor allem, die Bestandteile einer einzelnen Kerze zu verstehen. Dieses Kapitel klärt zuerst den Aufbau, dann die Bedeutung der Farben und zeigt zum Abschluss, was Körper und Dochte über das Marktgeschehen verraten.

Wie ist eine Candlestick-Kerze aufgebaut?

Wie bereits erwähnt (vgl. die schematische Darstellung oben) verarbeitet jede Kerze vier Kurse, die im Englischen als Open, High, Low und Close bezeichnet werden:

  • Open (Eröffnungskurs): der erste gehandelte Kurs des Zeitraums
  • Close (Schlusskurs): der letzte gehandelte Kurs des Zeitraums
  • High (Hoch): der höchste Kurs, der innerhalb des Zeitraums erreicht wurde
  • Low (Tief): der tiefste Kurs innerhalb des Zeitraums

Der breite Teil der Kerze ist der Körper. Er umfasst die Spanne zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs und zeigt damit, wie weit sich der Kurs im Betrachtungszeitraum unterm Strich bewegt hat. 

Die dünnen Linien ober- und unterhalb des Körpers heißen Dochte oder Schatten. Sie reichen bis zum Hoch und bis zum Tief und markieren damit die Extreme, die zwischenzeitlich erreicht, aber nicht gehalten wurden. Wie lang ein Docht ausfällt, hängt davon ab, wie weit sich der Kurs während der Handelsperiode vom Schlussniveau entfernt hatte.

Körper und Dochte zusammen erzählen praktisch eine kleine Geschichte: Der Körper steht für das Endergebnis des Kursverlaufs, die Dochte für die Ausbruchsversuche nach oben und unten, die sich letztlich aber nicht bis Handelsschluss durchsetzen konnten.

Was bedeuten grüne und rote Kerzen?

Die Farbe einer Kerze ergibt sich aus dem Zusammenhang von Eröffnungs- zu Schlusskurs. Schließt der Kurs höher, als er eröffnet hat, wird die Kerze grün dargestellt und gilt als steigende oder bullische Kerze. Schließt er tiefer, ist die Kerze rot und wird als fallende oder bärische Kerze bezeichnet. 

Kurz zur Erläuterung: Bulle und Bär stehen traditionell für das Auf und Ab der Kurse im Börsenhandel.

Die Farbwahl der Kerzenkörper ist reine Konvention. Klassisch wurden weiße und schwarze Körper verwendet, in vielen Handelsplattformen lassen sich die Farben zudem frei anpassen. Grün und Rot haben sich lediglich durchgesetzt, weil sie sich gut unterscheiden lassen und der allgemeinen Konvention folgend, Grün für etwas Positives und rot für etwas Negatives steht.

⚠️️ Was du beachten solltest: Die Farbe bezieht sich immer auf den Handelszeitraum der jeweiligen Kerze, nicht auf die vorherige Kerze. Ein gehandelter Wert kann also eine grüne Kerze ausbilden und über den gesamten Zeitraum betrachtet trotzdem unter dem Schlusskurs des Vortages notieren.

 

Was verraten Kerzenkörper und Dochte über das Marktgeschehen?

Aus dem Größenverhältnis von Körper und Dochten lässt sich ablesen, wie eindeutig die Kursentwicklung in einem Zeitraum verlaufen ist. Vier typische Konstellationen begegnen dir immer wieder:

  1. Langer Körper: eine Seite hat den Zeitraum klar dominiert, der Kurs ist weitgehend geradlinig gelaufen.
  2. Kurzer Körper: Eröffnung und Schluss liegen nah beieinander, Käufer und Verkäufer waren annähernd gleich stark.
  3. Langer oberer Docht: der Kurs ist zwischenzeitlich deutlich gestiegen, wurde aber wieder nach unten gedrückt.
  4. Langer unterer Docht: der Kurs ist stark gefallen, Käufer haben ihn jedoch bis zum Börsenschluss zurückgeholt.

Diese Signale sind Beschreibungen der Kräfteverhältnisse am Markt, keine konkrete Handelsanweisungen für dich als Trader. Es kommt nämlich auf die richtige Interpretation an. Ein langer unterer Docht am Ende einer längeren Abwärtsbewegung zum Beispiel hat eine andere Bedeutung als derselbe Docht mitten in einer Seitwärtsphase. 

Deshalb solltest du eine einzelne Kerze nie isoliert bewerten, sondern immer im Zusammenhang mit dem übergeordneten Trend und den umliegenden Kerzen. So ist zum Beispiel die Größe alleine noch nicht aussagekräftig. Denn ein langer Körper ist nur dann ein auffälliges Signal, wenn die sonstige Umgebung des Charts im Vergleich ruhig geblieben ist.

In der Plattform von XTB kannst du den Candlestick Chart als Diagrammtyp auswählen und den Zeitrahmen frei wechseln (s. Screenshot). Damit lässt sich die Kursentwicklung im Tages-, Stunden- oder Minutenchart betrachten, was den Unterschied zwischen einer aussagekräftigen und einer beliebigen Kerze schnell sichtbar macht.

Candlestick Chart: XTB1
Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 13.08.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in USD. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.


Welche Candlestick Chart Patterns solltest du kennen?

Kursverläufe bilden Chartmuster (engl.: patterns) aus, also Konstellationen, die immer wieder in ähnlicher Form auftreten. Sie helfen dabei, typische Kursbewegungen frühzeitig zu erkennen. Entscheidend ist dabei das Verständnis für die Marktlogik hinter den Mustern. 

Einzelkerzen: Welche Signale liefern Hammer, Shooting Star und Doji?

Candlestick Charts haben ihre eigenen typischen Kerzen-Muster. Schon eine einzelne Kerze kann eine bemerkenswerte Aussage über die Marktstimmung enthalten. Drei Formationen tauchen dabei besonders häufig auf:

  • Hammer: Kleiner Körper am oberen Ende, langer unterer Docht. Bedeutung: Der Kurs ist im Verlauf deutlich gefallen, wurde aber bis zum Schluss zurückgekauft. Nach einer Abwärtsbewegung gilt das als Hinweis darauf, dass die Verkäufer an Kraft verlieren. Bestätigt wird das Bild üblicherweise erst durch die folgende Kerze.

Candlestick Chart: Hammer

  • Shooting Star: Das Spiegelbild zum Hammer, mit kleinem Körper am unteren Ende und langem oberem Docht. Nach einem Aufwärtsimpuls deutet er darauf hin, dass Käufer ihr Niveau nicht halten konnten.

Candlestick Chart: Shooting Star

  • Doji: Eröffnungs- und Schlusskurs liegen praktisch gleichauf, der Körper schrumpft zu einem Strich. Ein Doji steht für Unentschlossenheit, weil keine Seite (Käufer/Verkäufer) den Zeitraum für sich entscheiden konnte.

Candlestick Chart: Doji

Wichtig für die Interpretation dieser Muster ist der genaue Zeitpunkt im Kursverlauf, an dem diese Kerzen auftreten. Ein Hammer nach einem längeren Abverkauf hat eine ganz andere Bedeutung als ein Hammer inmitten einer ruhigen Seitwärtsphase, in der solche Formationen ständig entstehen. 

Ein Doji nach einer steilen Aufwärtsbewegung wiederum zeigt, dass die Kaufimpulse nachgelassen haben, sagt aber nichts darüber aus, in welche Richtung es weitergeht. Hilfreich für die Interpretation dieser Candlestick-Muster ist deshalb die Vorabfrage, ob überhaupt eine Bewegung vorliegt, die sich umkehren ließe.

Doppelkerzen: Was bedeuten Bullish und Bearish Engulfing?

Es gibt auch Zwei-Kerzen-Muster, die eine vorangegangene Kerze ins Verhältnis zur aktuellen setzen. Am bekanntesten sind die beiden Engulfing-Formationen, deren Name sich darauf bezieht, dass ein Kerzenkörper den vorherigen vollständig umschließt (Englisch: to engulf).

Unterschieden werden zwei Varianten:

  1. Bullish Engulfing: Auf eine rote Kerze folgt eine grüne, deren Körper so groß ist, dass er den roten Körper komplett überdecken könnte. Das bedeutet: Die Käufer haben die Verluste des Vorzeitraums vollständig aufgeholt und der Kurs hat sogar darüber hinaus zugelegt.
  2. Bearish Engulfing: Auf eine grüne Kerze folgt eine rote, die den grünen Körper umschließt. Hier haben die Verkäufer die Kontrolle übernommen.

Candlestick Chart: Bullish & Bearish Engulfing

Beide Formationen zählen zu den Umkehrmustern. Sie beschreiben also einen möglichen Richtungswechsel und ergeben nur dort Sinn, wo zuvor eine erkennbare Bewegung stattgefunden hat, wie in der Darstellung oben.

Beide Muster werden vor allem an markanten Stellen im Chart beachtet, etwa an einer Unterstützung, an einem Widerstand (häufig als Support und Resistance bekannt) oder am Ende einer ausgedehnten Bewegung. 

Je größer die umschließende Kerze im Verhältnis zu den umliegenden ausfällt und je höher das Handelsvolumen dabei ist, desto mehr Gewicht wird dem Signal üblicherweise beigemessen. 

In ruhigen Seitwärtsphasen entstehen Engulfing-Muster dagegen ständig, ohne dass ihnen eine nennenswerte Bewegung folgt. Wichtig ist außerdem, dass die vorangegangene Kerze nicht außergewöhnlich klein war, weil sonst fast jede normale Kursschwankung als Engulfing durchgehen würde.

Dreifachkerzen: Wann gelten Morning Star und Evening Star als wichtige Signale?

Drei-Kerzen-Muster bilden einen kompletten Stimmungsumschwung ab und gelten deshalb als vergleichsweise aussagekräftig. Die beiden bekanntesten Vertreter sind spiegelbildlich aufgebaut:

  1. Morning Star: Eine lange rote Kerze, danach eine kleine Kerze mit kurzem Körper, anschließend eine lange grüne Kerze. Die Abfolge steht für klaren Verkaufsdruck, eine Phase der Unentschlossenheit und schließlich die Rückkehr der Käufer.

    Candlestick Chart: Morning Star

     

  2. Evening Star: Derselbe Ablauf in umgekehrter Richtung. Auf eine lange grüne Kerze folgen eine kleine Kerze und dann eine lange rote, was auf ein Ende der Aufwärtsbewegung hindeuten kann.

    Candlestick Chart: Evening Star

     

Die Bedeutung dieser Muster liegt in ihrem Ablauf: Sie zeigen nicht nur einen einzelnen auffälligen Zeitraum, sondern einen Übergang. Die mittlere Kerze markiert den Moment, in dem die bisherige Richtung ihr Momentum verliert, die dritte Kerze bestätigt den Wechsel. Zusätzliches Gewicht erhalten sie, wenn die dritte Kerze weit in den Körper der ersten hineinreicht, weil der Umschwung dann besonders deutlich ausfällt.

💡 Gut zu wissen: Die Bezeichnung als Morning- und Evening Star leitet sich von der Venus ab, die als Morgenstern kurz vor Sonnenaufgang und als Abendstern kurz nach Sonnenuntergang am Himmel steht. „Star" bezeichnet dabei die mittlere Kerze: einen kleinen Körper, der sich von der vorherigen langen Kerze absetzt und isoliert im Chart steht.


Übertragen auf einen Kurschart heißt das: Der Morning Star erscheint vor Sonnenaufgang. Das Muster kündigt entsprechend eine Aufwärtsbewegung an, bevor sie tatsächlich einsetzt. Der Evening Star steht umgekehrt für die hereinbrechende Dunkelheit, also fallende Kurse.
 

Genau deshalb werden Morning und Evening Star häufig an Wendepunkten gesucht. Eine Garantie sind sie dennoch nicht, denn auch ein vollständiges Muster kann von der nächsten Marktnachricht ungültig gemacht werden. 

Wie zuverlässig sind Candlestick Chart Patterns?

Grundsätzlich solltest du verstehen, dass alle Kursmuster, also auch Candlestick Chart Pattern, eine Wahrscheinlichkeit beschreiben, aber keine verlässliche Prognose darstellen. 

Sie fassen zusammen, wie sich Käufer und Verkäufer in einem eng begrenzten Zeitfenster verhalten haben, und aus diesem Verhalten lässt sich eine Tendenz ableiten. Mehr aber auch nicht.

Die Verlässlichkeit der Aussagen von Candlestick Mustern hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  1. Vom Kontext: Ein Umkehrmuster ergibt nur Sinn, wenn zuvor eine Bewegung stattgefunden hat, die sich umkehren kann. 
  2. Vom Zeitrahmen: Muster im Tages- oder Wochenchart beruhen auf deutlich mehr Handelsaktivität als Muster im Fünfminutenchart und gelten daher als robuster. 
  3. Von der Bestätigung, also davon, ob die folgenden Kerzen die Richtung tatsächlich aufnehmen und das Volumen die Bewegung stützt. Ohne diese Bestätigung bleibt ein Muster eine isolierte Beobachtung. 

Für die Trading Praxis bedeuten diese Rahmenbedingungen, dass ein Candlestick Muster zunächst ein Anlass ist, genauer hinzusehen. Aber für sich genommen sollte es nicht der alleinige Auslöser für Handelsentscheidungen sein.


Wie nutzt man einen Candlestick Chart in der Praxis?

Aus dem Erkennen von Mustern wird erst dann eine brauchbare Analyse, wenn du sie einordnen kannst. Dieses Kapitel zeigt dir einen strukturierten Ablauf dafür, stellt sinnvolle ergänzende Werkzeuge vor und klärt, für welche Märkte sich Candlestick Charts eignen.

So analysierst du einen Candlestick Chart Schritt für Schritt

Eine nachvollziehbare Kursanalyse folgt einer festen Struktur und geht nicht einfach vom erstbesten auffälligen Muster aus. So gehst du vor:

  1. Trend bestimmen: Prüfe zuerst in einem übergeordneten Zeitrahmen, ob der Kurs steigt, fällt oder seitwärts läuft.
  2. Marken einzeichnen: Markiere Unterstützungen und Widerstände, also Bereiche, an denen der Kurs in der Vergangenheit mehrfach die Richtung geändert hat.
  3. Muster suchen: Achte auf Candlestick Chart Patterns an den markierten Unterstützungs- und Widerstandszonen. 
  4. Bestätigung abwarten: Beobachte, ob die folgenden Kerzen und das Volumen die Richtung stützen.

Diese Reihenfolge verhindert den häufigsten Trugschluss in der Chartanalyse, nämlich ein Muster zu finden und erst danach nach Gründen zu suchen, warum es passen könnte. 

Sinnvoll ist außerdem, den Zeitrahmen konsequent einzuhalten und nicht so lange hin und her zu wechseln, bis der Chart das gewünschte Signal zeigt. Halte zudem am besten schriftlich fest, warum du ein Muster für relevant gehalten hast, weil sich Fehleinschätzungen sonst kaum nachvollziehen lassen.

Welche Indikatoren und Werkzeuge ergänzen Candlestick Charts sinnvoll?

Candlestick Charts beschreiben, was passiert ist. Technische Indikatoren helfen dabei, dieses Bild einzuordnen. Vier Ergänzungen sind besonders gebräuchlich:

  1. Gleitende Durchschnitte: Die häufig auch Moving Averages genannten Indikatoren glätten den Kursverlauf und machen die übergeordnete Richtung sichtbar.
  2. RSI: Der Relative Strength Index misst die Stärke der jüngsten Bewegung und zeigt, ob ein Markt bereits weit gelaufen ist.
  3. Moving Average Convergence Divergence: Der MACD Indikator vergleicht zwei gleitende Durchschnitte und liefert Hinweise auf nachlassende oder anziehende Dynamik.
  4. Volumen: Das Handelsvolumen ist kein technischer Indikator im eigentlichen Sinne, aber ein Tool, das zeigt, wie viel Handelsaktivität hinter einer Bewegung steht. Ein Muster mit hohem Volumen wiegt schwerer als dasselbe Muster bei dünnem Handel.

Der Grund dafür, Kerzen und Indikatoren zu kombinieren, ist einfach gesagt folgender: Die Kerzen erfassen die kurzfristige Stimmung, die Indikatoren die übergeordnete Lage. Erst beides zusammengenommen ergibt ein vollständiges Bild, von dem man Trading-Entscheidungen ableiten kann.

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In der Plattform von XTB lassen sich diese Indikatoren direkt in den Candlestick Chart einblenden und miteinander kombinieren, sodass du Muster und Kontext im selben Fenster siehst (s. nächster Screenshot). Beschränke dich dabei auf wenige Werkzeuge, sich sonst leicht widersprüchliche Signale bilden.

Candlestick Chart: XTB2
Quelle: XTB Investment Plattform, aufgenommen am 17.08.2026. Zeithistorie gemäß der Information direkt im Chart. Vergangene Ergebnisse sind kein Indikator für zukünftige Performance. Das Handelsinstrument notiert in Punkten. Mögliche Währungsschwankungen können sich auf die Rendite auswirken.

Für welche Märkte eignen sich Candlestick Charts?

Die Darstellung von Kursverläufen als Kerzendiagramm ist nicht an eine bestimmte Anlageklasse gebunden. Überall dort, wo für einen Zeitraum Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs vorliegen, lässt sich ein Candlestick Chart erstellen. 

In der Praxis triffst du ihn deshalb bei Aktien, ETFs (Exchange Traded Funds), Devisenpaaren, Indizes, Rohstoffen und Kryptos an, ebenso bei der Analyse von Basiswerten im Optionshandel.

Unterschiede gibt es weniger in der Darstellung als in den Rahmenbedingungen. Der Forex Markt operiert nahezu rund um die Uhr, weshalb Eröffnungs- und Schlusskurse hier weniger scharf getrennt sind als bei Aktien mit festen Handelszeiten. 

Bei niedrigvolumigen Werten wiederum entstehen Kerzenformen, die eher auf geringe Handelsaktivität als auf eine konkrete Stimmungslage zurückgehen. Auch feste Handelszeiten wirken sich aus, etwa durch Kurslücken zwischen Handelsschluss und Eröffnung am nächsten Morgen.

Bei XTB kannst du Candlestick Charts auf allen diesen Märkten nutzen. Dieselben Analyseprinzipien gelten für echte Aktien und ETFs, für CFDs (Contracts for Difference) sowie für die Analyse von Basiswerten für US-Optionen.

 

Welche Fehler solltest du beim Lesen eines Candlestick Charts vermeiden?

Das Erkennen von Candlestick Mustern im Chart ist eine Sache. Die richtige Interpretation und Anwendung eine andere. Hier ein paar wertvolle Tipps für die Praxis.

Warum liefern einzelne Candlesticks keine sicheren Handelssignale?

Eine Kerze fasst einen abgeschlossenen Zeitraum zusammen. Dass in der Vergangenheit auf ein bestimmtes Muster häufig eine spezifische Bewegung folgte, macht daraus aber noch keine verlässliche Prognose für den nächsten Handelstag.

Hinzu kommt, dass viele Formationen häufiger auftreten, als man auf den ersten Blick erkennt. Dojis und kleine Körper entstehen in ruhigen Marktphasen ständig, ohne dass darauf eine bestimmte Kursbewegung folgt.

Erst die Bestätigung durch die nächsten Kerzen, durch das Volumen und durch die Lage im übergeordneten Trend unterscheidet ein brauchbares Signal von einem Zufallsprodukt. Ein einzelnes Muster ist damit bestenfalls ein Anlass, den Chart genauer zu prüfen.

Welche Anfängerfehler kommen besonders häufig vor?

Fünf Fehler tauchen bei Einsteigern besonders oft auf:

  1. Muster isoliert betrachten: Eine Formation deuten, ohne Trend, Volumen und Umfeld einzubeziehen.
  2. Den Trend ignorieren: Gegen eine klar laufende Bewegung handeln, weil eine einzelne Kerze dagegen spricht.
  3. Das Volumen ausblenden: Mustern ohne Handelsaktivität dieselbe Bedeutung zumessen wie solchen mit deutlichem Umsatz.
  4. Den Zeitrahmen wechseln: So lange zwischen Charts springen, bis einer das gewünschte Signal zeigt.
  5. Zu viele Muster gleichzeitig lernen: Zwei Dutzend Formationen oberflächlich zu kennen ist nachteiliger, als fünf davon sicher zu beherrschen.

So lernst du den richtigen Umgang mit Candlestick Charts 

Sinnvoll ist ein stufenweises Erlernen. Beginne mit dem Aufbau einzelner Kerzen und trainiere, Körper und Dochte zu lesen, bis dir das ohne Nachdenken gelingt. Nimm erst dann eine kleine Auswahl an Mustern dazu und beobachte über mehrere Wochen, wie sie sich in unterschiedlichen Marktphasen verhalten. 

Danach kommt die Einordnung in Trend, Support und Resistance Marken und Indikatoren. Notiere dir, welche Situationen dich überrascht haben, denn daraus entsteht mit der Zeit ein belastbares Gefühl für den Markt.

Für diese Übungsphase eignet sich das kostenlose Demokonto von XTB ideal. Du handelst dort mit einem virtuellen Guthaben unter realen Marktbedingungen und kannst Candlestick Charts, Zeitrahmen und Chartmuster in Ruhe beobachten, ohne eigenes Kapital einzusetzen. Was du dabei lernst, lässt sich später unverändert auf ein Konto mit echtem Geld übertragen.

 

 

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FAQ

Ein Candlestick Chart stellt Kursverläufe mit Hilfe einzelner Kerzensymbole dar. Jede Kerze zeigt für einen festgelegten Zeitraum den Eröffnungs- und Schlusskurs sowie das Hoch und das Tief und macht damit sichtbar, wie die Bewegung zustande kam.

Du liest zuerst den Kerzenkörper, der die Spanne zwischen Eröffnung und Schluss abbildet, dann die Dochte für die Extremkurse. Anschließend ordnest du die Kerze in Trend, Volumen und Marktumfeld ein.

Für den Einstieg genügen Hammer, Shooting Star, Doji sowie Bullish und Bearish Engulfing. Diese Formationen kommen häufig vor, lassen sich leicht wiedererkennen und decken die wichtigsten Grundsituationen am Markt ab.

Ein Doji entsteht, wenn Eröffnungs- und Schlusskurs nahezu identisch sind. Er signalisiert Unentschlossenheit, weil sich weder Käufer noch Verkäufer durchsetzen konnten, sagt allerdings für sich genommen noch nichts über die weitere Richtung aus.

Sie liefern Wahrscheinlichkeiten, keine Prognosen. Ihre Aussagekraft steigt mit dem Kontext, einem größeren Zeitrahmen und einer Bestätigung durch nachfolgende Kerzen sowie durch das Handelsvolumen. Ohne diese Einordnung bleibt der Zufallsanteil hoch.

Davon ist abzuraten. Candlestick Charts zeigen das Kursverhalten, sagen aber nichts über Trendlage, Volumen oder Marktumfeld aus und sollten deshalb um weitere Analysewerkzeuge und ein klares Risikomanagement ergänzt werden.

Der Linienchart verbindet nur die Schlusskurse. Der Candlestick Chart zeigt zusätzlich Eröffnungskurs, Hoch und Tief und damit auch, wie stark der Kurs innerhalb des Zeitraums geschwankt ist. Der Informationsgehalt ist entsprechend höher.

Ja. Der Aufbau einer Kerze ist schnell zu verstehen, und schon wenige Muster reichen aus, um Kursbewegungen besser einordnen zu können als in einem Linienchart. Üben lässt sich das risikofrei im Demokonto.

Das hängt von deinem Anlagehorizont ab. Für längerfristige Ansätze sind Tages- und Wochencharts üblich, für kurzfristigen Handel Stunden- oder Minutencharts, die allerdings mehr Fehlsignale enthalten können und häufigere Kontrolle erfordern.

Jens Klatt

Marktanalyst bei XTB | Berlin

Jens Klatt ist seit über 20 Jahren als Analyst und Trader in der Finanzbranche tätig und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Aufgrund seiner Erfahrung ist er ein gern gesehener Interview-Gast im deutschen TV, z.B. bei ARD oder Welt.

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Der Autor kann in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten investiert sein.

Die Autoren der Veröffentlichungen verfassen jene Informationen auf eigenes Risiko. Analysen und Einschätzungen werden nicht in Bezug auf spezifische Anlageziele und Bedürfnisse bestimmter Personen verfasst. Veröffentlichungen von XTB, die bestimmte Situationen an den Finanzmärkten kommentieren sowie allgemeine Aussagen von Mitarbeitern von XTB hinsichtlich der Finanzmärkte, stellen keine Beratung des Kunden durch XTB dar und können auch nicht als solche ausgelegt werden. XTB haftet nicht für Verluste, die direkt oder indirekt durch getroffene Handlungsentscheidungen in Bezug auf die Inhalte der Veröffentlichungen entstanden sind.
Wertentwicklungen von Handelswerten aus der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für Wertentwicklungen in der Zukunft!


Risikohinweis

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen von XTB stellen keine Anlageberatung dar. Die Mitteilungen sind als Werbemitteilung zu verstehen.