DE30: Brexit-Whitepaper im Juni?

16. Mai 2018

Zusammenfassung:

  • Theresa May weist Kabinett an, im Juni ein Whitepaper zur Verfügung zu stellen
  • DE30 könnte Test des letzten Wochenhochs bei 13.050 Punkten vornehmen
  • Volkswagen (VOW.DE) hat Schwierigkeiten bei der Börseneinführung seiner Bus- und Lkw-Einheit

Der stärkere USD lastet auf den US-Aktien, folglich schlossen die drei wichtigsten Indizes der Wall Street gestern deutlich niedriger. Auch in Asien verschlechterte sich die Stimmung, da die meisten Indizes der Region Rückgänge verzeichneten. Der australische S&P/ASX 200 (AUS200) war mit einem Plus von 0,15% der einzige Index, der den Handelstag überhaupt mit einem Gewinn schloss. Japans Nikkei (JAP225) verlor 0,4% an Wert, während Chinas Hang Seng (CHNComp) zum Zeitpunkt des Schreibens flach gehandelt wird.

In Europa ist eine ähnlich Entwicklung zu beobachten, da die Mehrheit der Blue Chip-Indizes am Mittwoch tiefer eröffnete. Der DE30 und der britische FTSE 100 schafften es jedoch, den Handelstag über den gestrigen Schlusskursen zu starten. Bergbauunternehmen weisen hierbei die beste Performance auf, während Raffinerien und Medienunternehmen am schlechtesten abschneiden. Erwähnenswert ist, dass bald eine eindeutigere Vorstellung über die Situation nach dem Brexit präsentiert werden könnte, da die britische Premierministerin Theresa May ihrem Kabinett eine Frist gesetzt hat, um ein Whitepaper vorzulegen. Das Dokument, das sich auf die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU konzentriert, soll voraussichtlich im Juni veröffentlicht werden. Des Weiteren wird die Europäische Union am 28. Juni ihren Gipfel abhalten. Daher könnte die britische Premierministerin versuchen, die Entwürfe vorher zu veröffentlichen und das Treffen als Chance für Verhandlungen zu nutzen. Es wird erwartet, dass Großbritannien und die EU innerhalb von fünf Monaten Details zum Brexit-Ablauf vorlegen werden. In diesem Kontext könnte dies die letzte Chance für Verhandlungen sein, zumindest wenn die beiden Parteien den ersten Brexit-Termin für die erste Hälfte des Jahres 2019 einhalten wollen. Nach einer halben Handelsstunde legte der DE30 um 0,2% zu, der französische CAC 40 (FRA40) um 0,15% und der britische FTSE 100 (UK100) um 0,2%.

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Der DE30 könnte möglicherweise einen Test des letzten Wochenhochs bei 13.050 Punkten vornehmen. Quelle: xStation 5

Die DE30-Bullen haben gestern Unterstützung beim 8er EMA (blaue Linie) gefunden und die anfänglichen Rückgänge gestoppt. Nachdem der deutsche Leitindex etwas unterhalb der 13.000 Punkte-Marke schloss, nahm er die Aufwärtsbewegung mit der heutigen Eröffnung wieder auf. Sollte es während des Tages keine negativen Nachrichten geben, wäre ein Test der Höchststände der letzten Woche bei 13.050 Punkten nicht unrealistisch. In solch einem Szenario könnten wir möglicherweise einen Angriff der mittelfristigen Widerstandszone (rote Farbe) sehen. Ein nachhaltiger Durchbruch würde außerdem den Weg in Richtung Allzeithoch bei 13.600 Punkten ebnen. Andererseits könnte eine Abwärtsbewegung durch den erwähnten 8er EMA und das Unterstützungsniveau bei 12.900 Punkten begrenzt werden.

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Die Commerzbank (CBK.DE) und Merck (MRK.DE) weisen heute Morgen die größten Bewegungen unter den DE30-Werten auf. Quelle: Bloomberg

Unternehmensnachrichten

Merck (MRK.DE) und die Commerzbank (CBK.DE) weisen heute Morgen die größten Bewegungen auf. Merck ist hierbei die stärkste Aktie. Da in den vergangenen Stunden keine wichtigen Nachrichten über das Unternehmen veröffentlicht wurden, kann die heutige Entwicklung, nach dem gestrigen starken Einbruch aufgrund des enttäuschenden Gewinnberichts, als korrektiver Schritt betrachtet werden. Bei der Commerzbank sieht es ähnlich aus. Nach dem gestrigen Anstieg scheinen Anleger heute jedoch Gewinne mitzunehmen. Nach der ersten halben Handelsstunde wird die Aktie von Merck fast 1,7% höher und die der Commerzbank 2,8% tiefer gehandelt.

Volkswagen (VOW.DE) stößt im Zusammenhang mit dem Börsengang seiner Bus- und Lkw-Einheit (VW Truck & Bus) auf Schwierigkeiten. Mit Beginn der Vorbereitungen für die bevorstehende Börsennotierung der Aktien hat sich der Finanzchef Matthias Gründler von seinem Amt zurückgezogen. Dies kann als großer Rückschlag gewertet werden, da ein erfahrener Finanzchef mit breiten Verbindungen eine wichtige Rolle beim erfolgreichen Börsengang eines Unternehmens spielt. Gründler, ein ehemaliger Daimler-Manager, war ein solcher Finanzchef und er kannte die Firma sehr gut, da er in den letzten Jahren für alle wichtigen Geschäfte der Einheit verantwortlich war. Nach der ersten halben Handelsstunde wird die Aktie von Volkswagen 0,1% höher gehandelt.

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